Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Girls/Boys Day

Damian, Sunday, 11.05.2003, 20:17 (vor 8305 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Re: Girls/Boys Day von Garp am 11. Mai 2003 10:41:37:

Die Frage ist einfach wie ein Boys Day aussehen würde.
Du vermutest eine radikalfeministische Bevormundung obwohl es so einen Tag überhaupt noch nicht gibt.

Die Vermutung liegt nahe, wenn man sich die feministische Indoktrination in fast allen Lebensbereichen ansieht. Warum sollte es hier anders sein?

Ich plädiere für einen Tag an dem Benachteiligungen gegen Jungen abgebaut und zur Sprache gebracht werden (z.B. Lesekompetenz)

Das wäre ja ein Frontalangriff gegen die Femis. Die leugnen ja JEDE Benachteiligung von Jungen, ausser vielleicht die biologische.
Ausserdem können an einem Tag sicher keine Benachteiligungen abgebaut werden, höchstens angesprochen. Aber warum sollten das jene, die ohnehin der Meinung sind, Frauen wären immer und überall benachteiligt, in die Wege leiten? Von denen ist doch nur noch mehr Gehirnwäsche zu erwarten.

Was ist denn deine Lösung um mehr Männer für den Beruf des Erziehers zu begeistern oder ist dies deiner Meinung nach nicht nötig? Übrigens habe ich Männer nicht dafür kritisiert, dass sie dies bis jetzt noch nicht getan haben.

Man sollte die Wichtigkeit des Erzieherberufs stärker hervorheben, aber nicht mit einem Boys Day. Die würden sich dort ja nur kaputtlachen.
Sinnvolle Appelle via Medien würden auch was bringen.

Man sollte die Leute selbst entscheiden lassen, wofür sie sich interessieren. Der Staat hat sich da rauszuhalten.<

Der Staat zwingt in diesem Fall niemanden. Der Girls Day ist lediglich ein freiwilliges Angebot ausschließlich an Mädchen. Genau hier liegt aber das Problem. Ich will, dass es auch Angebote für Jungen gibt in Bereichen, bei denen sie benachteiligt oder unterrepräsentiert sind. Bei einer inzwischen hohen Jugendarbeitslosigkeit insbesondere bei Männern scheint mir das nur angebracht.

Die meisten Girls finden den Tag einfach super, weil sie sich entspannen können und nicht, weil er so furchtbar wichtig wäre. Der Staat diskriminiert hier nach dem Geschlecht. Jungs müssen die Schulbank drücken, Mädels machen sich nen lockeren Tag. Das muss zusammen mit allen den anderen Diskriminierungen schon mächtig stinken.
Das heisst aber doch nicht dass ein Boys Day hermuss. Dieser ganze Separatismus ist doch Quatsch.
Mit der Jugendarbeitslosigkeit sprichst Du allerdings ein wichtiges Thema an. Da spielt sicherlich eine gewisse Frustration und Orientierungslosigkeit eine Rolle. Jungs sind nun mal die Stiefkinder unserer Zeit.

Sollte es deiner Meinung nach Angebote nur für Jungen geben oder nicht?
Zudem ist eine traditionell männliche Rolle ebenso eine Einschränkung wie eine traditionell weibliche. Pluralisierte Lebensstile stellen immer einen Vorteil dar. Jungen werden es in einer Dienstleistungsgesellschaft schwerer haben, da ihnen gewisse Kompetenzen nicht beigebracht werden. Männer werden eben –insbesondere in niedrigen sozialen Milieus- immer noch in traditionelle Rollen gepresst. Für mich ist es sehr bedenklich, dass Männer sich öfters das Leben nehmen, öfters obdachlos werden …etc. Daher will ich für diese Männer und Jungen Förderungsprogramme. Genauso wie eine Mädchenprojekt gegen Magersucht absolut seine Berechtigung hat. Es gibt nun mal geschlechtsspezifische Probleme.

Ja, die gibt es. Würde aber eine insgesamt ausgewogenere Poltik gemacht und nicht der allgegenwärtige Femi-Wahn, werden viele Probleme von selbst gelindert. Wir brauchen nicht Förderprogramme für diese oder jene, sondern vernünftigere Rahmenbedingungen für ALLE. Innerhalb dieses Rahmens hat dann jeder genug Spielraum, um sich einzubringen.

Dies hat nichts mit Bevormundung oder "Umerziehung" zu tun.

Doch.

Gruss,
Damian


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