Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: TV-Tipp für die Transgender-Fraktion

Alex, Monday, 14.04.2003, 11:22 (vor 8332 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: TV-Tipp für die Transgender-Fraktion von susu am 13. April 2003 23:06:23:

Hi Susu.

Nicht ganz: Die Einsicht der Mutter "Egal was Du tust, Du bist mein Kind" war schon noch wichtig. Ich habe öfter mitbekommen, dass es in der Familie entweder auf diese Einsicht hinausläuft, oder ein nicht zu kittender Bruch entsteht. Es scheint wenig weitere Möglichkeiten zu geben.
Und diese Einsicht mußte eben in der Handlung auch vorbereitet werden.
Ich fand sie kam relativ plötzlich. Diese eine Traumsequenz und dann hat sich das... I don´t belive in epiphany.

Ja, das stimmt... ich glaube die Entwicklung dahin wäre eher einen eigenen Film wert gewesen...
In der Realität ist es schon oft erstaunlich, wie viel Leid notwendig ist, um Menschen zu dieser Einsicht kommen zu lassen. Hier sollte das wohl eher durch die klassische Läuterung mittels einer Vision symbolisch dargestellt werden, weil der Film sonst in eine ganz andere thematische Richtung gelaufen wäre.

BTW: Mich würde mal interessieren, wie "Männer" und "Frauen" (also Menschen, die sich so identifizieren und in dieser Logik denken) einen solchen Film sehen.

Außerdem hab ich mir noch eine weitere Frage gestellt: Was wäre, wenn ich einen kleinen Ludovic bekommen würde.
Die Frage ist nur auf den ersten Blick trivial. Mit Sicherheit wären solcherlei Eltern-Kind Probleme nicht vorhanden.
ABER... wie würde das Umfeld damit umgehen? Würde man mir unterstellen, das Kind "zu dem gemacht" zu haben?... gar versuchen mir das Kind wegzunehmen, da ich ja offensichtlich nicht in der Lage bin es "richtig" zu erziehen?
Was würde heute passieren? Ich muß gestehen, ich hätte große Angst, dass auch heute noch jemand versuchen würde, mir das Kind wegzunehmen, und mir fällt keine Lösung für dieses Problem ein.
Kennst Du aktuelle Fälle, wo Eltern mit ähnlichen Ansichten wie wir, ein Kind haben, das Trans* ist oder keine GI hat?

Die Szene kannte ich schon aus einem Video-Vortrag zum Thema Transgender im Film (im Anschluß daran war die Doubtfire-Diskussion um hier mal die Brücke zwischen den beiden Postings in den beiden Foren zu schlagen...). Wir alle haben uns kaputt gelacht.

*hihi* ok... ich bin scheinbar mit solchen Anwandlungen nicht allein *g*, das beruhigt mich etwas, scheint eine natürliche Reaktion zu sein *schmunzel*
Auf die restliche Dinge antworte ich im anderen Forum... wir finden uns ja :-)

Stimmt, wobei das im Grunde noch relativ harmlos ist. Wäre Ludovic nur ein paar Jahre älter, dann könnte das noch ganz andere Formen annehmen.

Ja, richtig, aber ich glaube nicht, dass der Film dann so gut geworden wäre. Hier arbeitet man teilweise mit äußerst feinen Eindrücken. Das wäre mit einem etwas älteren Ludovic nicht mehr gegangen.
Die Unschuldigkeit von Ludo schafft hier ja das Kunststück, die Macken der Umwelt hervortreten zu lassen.... an Ludo KANN nichts "falsch" sein, er ist unschuldig, ein Kind,.... dadurch ist die neurotische Umwelt erst so gut zu erkennen.
Ein paar Jahre später, wäre das ein gänzlich anderer Film geworden.

Ich hab mir selber oft Gedanken gemacht, was passiert wäre, wenn ich mit meinem heutigen Wissen und meiner heutigen Einstellung in ein Kind zurück versetzt würde.
Ich denke, ähnliches dürfte sich die Drehbuch-Autorin auch gefragt haben. Was wäre gewesen, wenn ich mit der Natürlichkeit eines unschuldigen Kindes aber dennoch unbeirrbar meine Überzeugung offen gelebt hätte und mich nicht hätte dazu verleiten lassen, teilweise die "Spielregeln" von Eltern und Umfeld zu beachten.

Lieben Gruß

Alex


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