Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Badehäuser

susu, Sunday, 30.03.2003, 23:16 (vor 8346 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Badehäuser von Jolanda am 29. März 2003 23:43:07:

Hallo Jolanda und hallöle Jörg.

>als Satire finde ich Deinen Beitrag gut.<<

---schmunzelt, das war mit Sicherheit keine Satire und hat auch nichts mit Ironie oder Zynismus zu tun, nur mit einer Offenheit, die dazu führt, dass man gewisse Dinge erkennt, die eben versteckt werden und andere nicht mal im Ansatz erkennen ;-)[/i]

Stimmt, es war keine Satire. Es beruht auf der Geschichte einer Bekannten hier im Sauerland, die ihre Freundin wo traf? Stimmt :) Sie meinte dazu, daß er hier ja auch gar keine andere Möglichkeit gäbe jemanden kennenzulernen und daß der Frauenschwimmtag genau dafür genutzt werde.

Ansonsten kann ich jedoch nicht erkennen, was eine Damensauna mit einer

Schwulensauna oder das Frauenschwimmen mit einem Schwulenschwimmen zu tun
haben soll. Diese Analogien sind für meine Begriffe ein bißchen weit
hergeholt.<<[/i]

Es ist nicht wirklich eine Analogie. Eine Frau kommt in die jeweiligen Schwulenveranstaltungen nämlich nicht rein, ein Mann schon und solange er es gelassen sieht, ab und an mal angegraben zu werden, kann der auch hetero sein. Das ist beim Frauenschwimmen nicht anders, diese Lockerheit ist auch von den da mitschwimmenden Heteras gefordert.

---Ich finde den Aspekt total interessant, echt nun! Hat nämlich schon auch was. Klar sind nicht alle Frauen, die einen geschlossenen Raum nur für sich beanspruchen Lesben. Aber ich habe seit ich auf den Geschlechterforen unterwegs bin und das ist doch nun auch schon ne ganze Weile, ich habe feststellen müssen, dass viele Frauen, die Männer am liebsten überall ausschliessen möchten und überall reine Frauengruppen forden eben doch Lesben sind, klar nicht alle, ist mir auch klar, aber die sind mit Sicherheit da dabei!

Stimmt, wobei diejenigen die Manner überall ausschließen wollen mir ein wenig wie Relikte vorkommen, aus der Hochzeit des lesbischen Seperatismus. In Köln soll ein Mahnmal errichtet werden, daß an die schwulen und lesbischen Opfer des NS-Regimes erinnert. Da kam ein bitterböser Brief von einer Berliner Lesbengruppe, daß sie bitteschön nicht mit Schwulen zusammen auf ein Mahnmal kommen... Und natürlich sind solche Veranstaltungen oft ein Spießrutenlauf für Trans*.

Nur wird keine Frau einen Antrag stellen, einen Lesbenabend in einer Saune zu gestatten. Denn erstens schliesst man damit ja alle Frauen aus, die keine Lesben sind und zweitens muss man sich dann outen!
Ich weiss schon was susu meint und das ist echt ein interessanter Aspekt, mir erscheint das nicht weit hergeholt, wir können uns das nur nicht vorstellen, weil das in Gebiete dringt, die uns schlicht und einfach fremd sind ;-))

So genau kenne ich die Szene auch wieder nicht, aber seit ich die Geschichte meiner Bekannten kenne, sehe ich das analog zu dem, was Frauenfußball und Frauensoftball in den USA schon lange ist.

---susu meint, es sind auch Treffpunkte, man trifft sich dort und gewisse Gruppen treffen sich lieber untereinander. Klar wird geschwommen und klar gehen vor allem Kinder auch, weil sie baden wollen, aber sie möchten auch lieber mit anderen Kindern baden, als mit alten Leuten :-)
Ich denke, man muss susu kennen, dann versteht man auch, wie er das meint, es ist nicht alles so Abstrakt, wie wir es manchmal auffassen, es gibt viel wovon wir keine Ahnung haben, wirklich keine Ahnung ;-)

Ja, bloß nicht immer hinter allem was ich sage eine große Theorie vermuten. Wenn ich "verstiegen" werde, steht´s eigentlich immer dabei und außerdem komme ich dann nicht ohne mein geliebtes PoMo-Vokabular aus. Sichere Indikatoren sind da Begriffe wie "hegemonialer Diskurs" oder "Geschlechterdichotomie" und "Zwangsheterosexuelle Weltordnung". Auch gern dabei: "geschlechtliche Praxen" und "Dekonstruktion". :)

susu


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