Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: OT: Arbeitslose

Markus, Monday, 09.12.2002, 19:33 (vor 8457 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: OT: Arbeitslose von Manfred am 09. Dezember 2002 09:42:04:

Hallo Manfred,

Das mag auch so sein, aber es bedeutet nicht, daß diese Depression ohne reale Basis ist. Leuten, die das Glück haben finanziell gut dazustehen (womöglich noch Gehälter ohne unmittelbaren Leistungsbezug kassieren wie Politiker), mag es so vorkommen als läge alles nur an der schlechten Stimmung.

Also es gibt da aber Zahlen, die ich leider nicht per Link nachweisen kann, die besagen, dass die Menschen in Deutschland im Moment ihr Geld sparen, weil sie Angst um ihre Arbeitsplätze haben. Die Zeichen von denen die Politiker sprechen, sind in sofern wichtig, als dass man sich einfach wieder traut z.Bsp. ein Haus zu bauen, für das man langjährige Verpflichtungen eingeht.

Psychologie bedeutet in der Wirtschaft viel, aber nicht alles.

Klar!

Sogar wenn Dein Konzept zunächst viele Leute von der Straße bringt, so existiert auch hier das Problem, daß die neuen Firmen über kurz oder lang
davon abhängig sein werden, wieviel Gewinn sie erwirtschaften können, was aber bedeutet, daß es solvente Kunden geben muß. Und daran krankts ganz real in diesem Land.

Du meinst also es gibt heute weniger solvente Kunden als vor 20 Jahren? Ich dachte immer das Problem sei, dass keiner mehr in Deutschland investieren möchte und so keine Arbeitspätze geschaffen werden. Durch dieses Projekt würde dem aber doch - sicher in kleinem Maße - entgegen gewirkt werden.

Daraus schließe ich, daß Ehrenamtlickeit hier zu einem Quasi-Grundprinzip erhoben werden müßte. In deiner Überlegung kommt diese Vokabel ja auch erstaunlich oft vor und ich finde diesen Ansatz auch essentiell. Ist nur die Frage ob dazu dauerhaft jemand Lust hat...

Natürlich ist Ehrenamtlichkeit hier elementar. Nur wir Deutschen sind ein Volk der ehrenamtlichen Tätigkeit. Ich bin mir sicher, dass sich ein Mensch ehrenamtlich für die Schaffung von Arbeitsplätzen, für den Erfolg einer Firma, den er mit beeinflußt hat, auch genauso leidenschaftlich einsetzen kann. Ich weiß von einigen Vorruhestandlern, dass sie sich gerne nützlich machen würden. Gerne das Gefühl hätten gebraucht zu werden. Natürlich kann da kein Zwang sein, aber ich denke, warum sollte man dieses Wissen einfach so einmotten.
Es gibt in diversen Städten Projekte in denen ältere Menschen in der Hausaufgabenhilfe ehrenamtlich mitarbeiten. Warum nicht auch in anderen Bereichen. Ich denke mal das sollte schon möglich sein.

Mein Fazit ist insgesamt recht einfach:


[quote]1) weg mit dem Glauben im Sozialismus liege das Heil, weg mit der Angst vor Freiheit, Öffnung und Liberalismus, daher weg mit dieser Regierung. Besser heute als morgen!
[/quote]

Ich finde diese Aussage übertrieben. Wir haben ein föderalistisches System. Und nur der Umstand, dass bei uns keine Menschen hungern müssen, ist für mich nicht gleichzusetzen mit Sozialismus.

2) schnellstens für umfassende Deregulierung in allen Bereichen sorgen
(was nicht so ohne weiteres klappen dürfte, weil ich hierin eine typisch deutsche Krankheit sehe, psyhologisch tief verankert)

Die Schweden haben da ein sehr sinnvolles System. Es ist kein Bottom-Up System, sondern ein Top-down, was soviel heißt wie dass für die Krankenkassen eben nur soundsoviel Gelder zur Verfügung stehen. Für Notfälle müssen bestimmte Gelder in Reserve gehalten werden, aber für andere Krankheitsfälle gibt es eben einen bestimmten Etat. Sprich im Februar bekommt der Aknegeschädigte noch seine Anti-Pickelcreme und im Dezember vielleicht nicht mehr. Das Sytem der Schweden ist also nicht nach oben hin offen, was die Ausgaben angeht. So wäre ein ständiger Anstieg der Krankenkassenbeiträge auch zu vermeiden.

3) als Konsequenz aus 1) und 2) schnell und deutlich runter mit der Staatsquote

Mit dem schwedischen Modell könnte ich mich anfreunden. Mit deinen anderen Forderungen weniger. Sind mir zu pauschal.

4) dann einige (eher 10-20 statt 2-3) Jahre warten, bis die neue Mentalität in den Köpfen der Leute Fuß faßt, dann kommen Lebens-/Arbeitswille und bessere Stimmungslage von selber.

Ich denke schon, dass Gewalt und Geldbeschaffung auf kriminellem Weg klar zunimmt, wenn die Leute nicht mehr wissen wovon sie die Miete bezahlen sollen. Von amerikanischen Verhältnissen halte ich persönlich recht wenig - und die würden kommen.

Gruß, Markus


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