Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: OT: Arbeitslose

Manfred, Monday, 09.12.2002, 11:42 (vor 8458 Tagen) @ Markus

Als Antwort auf: OT: Arbeitslose von Markus am 08. Dezember 2002 23:48:35:

Hallo, nur mal so meine erste Reaktion (aus der Hüfte quasi :-)

Also, bei Christiansen wurde immer gesagt, dass in Deutschland das Problem sei, dass alle depressiv sind und Signale fehlen.

Das mag auch so sein, aber es bedeutet nicht, daß diese Depression ohne reale Basis ist. Leuten, die das Glück haben finanziell gut dazustehen (womöglich noch Gehälter ohne unmittelbaren Leistungsbezug kassieren wie Politiker), mag es so vorkommen als läge alles nur an der schlechten Stimmung. Psychologie bedeutet in der Wirtschaft viel, aber nicht alles.
Sogar wenn Dein Konzept zunächst viele Leute von der Straße bringt, so existiert auch hier das Problem, daß die neuen Firmen über kurz oder lang
davon abhängig sein werden, wieviel Gewinn sie erwirtschaften können, was aber bedeutet, daß es solvente Kunden geben muß. Und daran krankts ganz real in diesem Land.
Daraus schließe ich, daß Ehrenamtlickeit hier zu einem Quasi-Grundprinzip erhoben werden müßte. In deiner Überlegung kommt diese Vokabel ja auch erstaunlich oft vor und ich finde diesen Ansatz auch essentiell. Ist nur die Frage ob dazu dauerhaft jemand Lust hat...

Mein Fazit ist insgesamt recht einfach:
1) weg mit dem Glauben im Sozialismus liege das Heil, weg mit der Angst vor Freiheit, Öffnung und Liberalismus, daher weg mit dieser Regierung. Besser heute als morgen!
2) schnellstens für umfassende Deregulierung in allen Bereichen sorgen
(was nicht so ohne weiteres klappen dürfte, weil ich hierin eine typisch deutsche Krankheit sehe, psyhologisch tief verankert)
3) als Konsequenz aus 1) und 2) schnell und deutlich runter mit der Staatsquote
4) dann einige (eher 10-20 statt 2-3) Jahre warten, bis die neue Mentalität in den Köpfen der Leute Fuß faßt, dann kommen Lebens-/Arbeitswille und bessere Stimmungslage von selber.

Gruß,
Manfred

Meine Idee für ein Signal sieht folgendermaßen aus.

Wir haben im Moment ca. 4 Mio Arbeitslose.
Wir haben im Gegenzug aber jede Menge geistigen Kapitals, das unsere Gesellschaft in Frühruhestand oder Rente schickt. Warum also dieses Kapital nicht durch ehrenamtliche Mitarbeit nutzen?
Es gibt sicher auch diverse Arbeitslose, die gute Geschäftsideen haben. Das Problem hierbei ist jedoch, dass selbst Jungunternehmerdarlehen ein Eigenkapital von mind. 15% voraussetzen. Nur welcher Arbeitslose hat dieses Geld?
Meine Idee ist also diese Komponenten zu verknüpfen. Angenommen jeder Arebitslose wüürde monatlich einen Euro in einen Fond einbezahlen (ich gehe hier der Einfachkeithalber mal von allen aus). Bei 4 Mio Arbeitslosen wären das 48 Mio Euro im Jahr, die so zusammen kommen würden.
Jeder dieser Arbeitslosen hat nun die Möglichkeit sein Konzept für die Selbständigkeit einzureichen. Dieses Konzept wird nun von ehrenamtlich arbeitetenden Fachleuten (Pensionierte) auf Marktchancen geprüft.
Andere ehrenamtliche Fachleute beraten diese neuen Selbständigen, die je nach Budget Zustimmung gefunden haben, in Fachfragen mit ihrem Know How.
Die neuen Selbständigen verpflichten sich bevorzugt Arbeitslose einzustellen, die in diesen Fond einbezahlt haben.
Kontrolliert sollte das Ganze durch ehrenamtlich rennomierte Promis werden, damit sichergestellt ist, dass sich keiner persönlich aus diesen Fond bereichert.
Dies Ganze ist als Signal zu verstehen. Die Arbeitslosenzahlen werden durch 1000 oder 10.000 Eingestellte sicher nicht merkbar sinken.
Dennoch denke ich, dass man so dieses in meinen Augen verschwendete Wissens-Know-How, das man in Rente schickt positiv nutzen könnte. Das Kollektiv der Arbeitslosen sorgt für das Kapital.
Man würde Innovation ein Forum geben und könnte Leute von der Straße holen.
Wie gesagt, ich bin mehr ein Mensch, der sich nicht nur hinsetzt, nörgelt aber selbst hilflos die Hände in den Schoß legen möchte. Ich meine sich auf andere verlassen kann ja ganz nett sein, nur ob es wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, wage ich zu bezweifeln. Über konstruktive Kritik wäre ich dankbar. Verbesserungsvorschläge, weitere Anregungen wären klasse.
Gruß, Markus


gesamter Thread:

 

powered by my little forum