Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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zum Nachdenken

Chato, Wednesday, 26.08.2009, 02:40 (vor 6063 Tagen) @ Drakon

Ich kann dich womöglich gut verstehen, Drakon. Der einzelne, konkrete Mensch und z.B. eine ideologische Besessenheit, die große Macht über ihn hat – das ist keineswegs dasselbe, sondern das sind zwei höchst verschiedene Dinge. Meistens wird das leider nicht unterschieden, zumal dann, natürlich, wenn es sich um Fremde handelt. Wenn man so eine Person hingegen kennt, näher kennt, womöglich gut kennt, dringt dieser Unterschied schmerzhaft ins Leben hinein und schafft für gewöhnlich allerlei zwischenmenschliche Probleme. Im Tod mit seiner Endgültigkeit in Hinblick auf diese Welt indes bleibt in der Erinnerung immer nur der Mensch übrig, wie er aus sich heraus war. Alle seine akzidentiellen Verdrehtheiten werden dann auf einmal ganz unwichtig. Zurecht, wie ich finde. Und nicht selten ist es ja auch erst dann überhaupt möglich, deren Irrelevanz zu durchschauen und zu akzeptieren.

Es täte uns allen gut, wenn man das wüßte und auch zu Lebzeiten mitbedächte. Streit und Auseinandersetzung sind oft unvermeidlich und auch notwendig, manchmal sind sie sehr hart und sogar unerbittlich, wenn es denn um eine Sache geht, die wichtig genug ist. Man gewinnt viel, wenn man solche Feinde trotzdem liebt. Die Liebe, die ich hier meine, hat überhaupt nichts mit "Nettsein" zu tun, sondern mit innerer Wahrhaftigkeit und einem grundsätzlichen Respekt, den man auch sich selbst ja nur dadurch erweisen kann, daß man ihn jedem anderen Menschen entgegenbringt. Selbst dann, wenn das überhaupt nicht nach außen hervortritt – da sein sollte es. Erst dadurch wird es ja ggf. auch erst möglich, in allem nicht zu Respektierenden desto klarer und fester zu sein. Haß gegen einen anderen Menschen bedeutet letztlich immer eine panische Angst vor sich selbst. Man verliert sich schließlich darin, wenn man das nicht irgendwann unter die Füße bekommt.

In diesem Sinne: Mein aufrichtiges Beileid zum Verlust deiner Feindin, Drakon. Möge sie ihren Frieden finden.

Nick

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Wenn wir Toren wüßten, daß wir welche sind, wären wir keine.


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