Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Der Gleichheitswann ist eine Erkrankung

Leserin, Thursday, 12.02.2009, 23:11 (vor 6159 Tagen)

Der Gleichheitswahn Befallene nimmt an, dass die Verschiedenheit der Menschen lediglich durch Unterdrückung entstanden sei. Da er an einer irrealen Selbstüberschätzung seiner Möglichkeiten leidet, folgert er dass sich das Paradies auf Erden von Menschenhand schaffen ließe, wenn alle Menschen gleich wären und gleich wenig Besitz hätten.
Diese Vorstellung veranlasst ihn, wenn er politisch zur Macht gelangt ist, die sogenannten "Besitzenden" zu beseitigen, neue private Vermögensbildung zu unterbinden und die junge Generation absolut einheitlich, das heißt im Kollektiv zu erziehen, um zu verhindern, dass sich charakterliche Unterschiede, z.B. Fleiß bei den einen oder Faulheit bei den anderen entwickeln.
Die Aufrechterhaltung der Besitzlosigkeit hat eine strenge Kontrolle des individuellen Lebens zur Folge, führt mithin zum Verlust der persönlichen Freiheit des Einzelnen und des möglichen Wohlstandes der Gesellschaft. Ein Staat, dessen Grundlage der Gleichheitswahn ist, wird deshalb meist Polizeistaat, in dem individuelle Menschenrechte keine Geltung haben. Nur Machtinhaber selber avancieren zu einem ungleich hohen Lebensstandard.
Goethe reimte sarkastisch: "Gleich zu sein unter Gleichen,/ das lässt sich schwer erreichen:/ Du müsstest ohne Verdrießen,/ wie der Schlechteste zu sein dich entschließen." Psychisch entwickelt sich der Gleichheitswahn auf dem Boden des Neides. Neid als Charaktereigenschaft ist keineswegs abhängig von der Höhe des materiellen Besitzstandes. In ihrer Kindheit vernachlässigte zu kurz gekommene Menschen können sich häufig auch als Erwachsene nicht vom Neid frei machen, selbst wenn sie Milliardäre geworden sind. Wer seinen Neid nicht im Griff hat, will deshalb meist nur in ideologischem Selbstbetrug den Besitz der Reichen wirklich den Armen geben. Im Grunde möchte er ihn selbst haben, ihn zu sich selbst hin "umverteilen".
Christa Meves S.151-152


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