Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandeln"

Robert ⌂, München, Tuesday, 22.02.2011, 13:04 (vor 5442 Tagen)

War zu spät dran, dieser Thread ist schon wieder schreibgesperrt ...

Da schreibt Chato u.a.:
"Gerecht ist es nur, Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln, eben nach innerer Art und ihrem Wesen gemäß."

Dem stimme ich nur mit Einschränkungen zu. Hier drückt sich m.M.n. zu sehr die hierarchische Denkweise aus, daß der Staat die Menschen auch "behandeln" müsse. Ich kann auch Ungleiches völlig gerecht gleich behandeln, indem ich z.B. zulasse, daß jeder von diesen ungleichen Menschen sein Leben so leben kann und darf, wie er/sie selber will. Da kommen dann zwar ungleiche Ergebnisse raus, aber in der Eigenverantwortung des jeweiligen Menschen begründet.

Meiner Überzeugung nach hat sich der Staat aus dem Leben seiner Bürger so weit wie möglich rauszuhalten, in der Folge also alle Menschen möglichst gleich zubehandeln (nämlich: "ich, der Staat, halte mich aus deinem Leben nach Möglichkeit raus!"), so unterschiedlich die Menschen auch sind.
Ausserdem hat (m.M.n.) der Staat die (ungleichen) Menschen auch in seinen Angeboten, die er Ihnen macht, "gleich" zu behandeln und es schlicht jedem selber zu überlassen, ob und welches Angebot er annimmt (ein Beispiel für ein solches Angebot wäre z.B. ein Studienfach an der Uni, oder die Möglichkeit, einen Führerschein zu machen und damit am motorisierten Strassenverkehr teilzunehmen). Ähnliches gilt für die Pflichten (da führe ich jetzt aber nichts genaueres auf).
In dieser Art verstehe und befürworte ich "Gleichberechtigung".

Ich kann Schafe und Wölfe gleich behandeln, indem ich sie eben gerade nicht gemeinsam in einen Pferch stecke und jedem die gleich Nahrung zuweise, sondern es allen schlicht selber überlasse, wie sie leben wollen.

Robert

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Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."


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