Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Mal ein kleiner Erfolg: Geschlechtergerechtigkeit bei Seniorentarifen bei Öffis

Kurti, Wien, Thursday, 20.01.2011, 16:03 (vor 5474 Tagen)

Gerade kam es in den ORF-Fernsehnachrichten:

"Wien (OTS) - Die heutige "Krone" zitiert SPÖ-Stadträtin Brauner wie folgt: "Derzeit dürfen Männer ab 65 und Frauen schon ab 60 Jahren zum Seniorentarif mit den Öffis fahren. Man orientiere sich laut Stadträtin Renate Brauner am gesetzlichen Pensionsalter. Es sei aber mit einer Angleichung zu rechnen."

Dazu hält LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes fest:

"Seit dem 1. August 2008 ist es gesetzlich verboten, Männer und Frauen beim Zugang zu Dienstleistungen ungleich zu behandeln. Die Gleichbehandlungskommission beim Bundeskanzleramt hat im Jänner 2009 festgehalten, dass die Seniorentarife bei ÖBB und Wiener Linien gegen dieses Gesetz verstoßen, dass der Vergleich mit den gesetzlichen Pensionsantrittsaltern nicht zulässig sei. Die Volksanwaltschaft hat dies in ihrem aktuellen Bericht (März 2010) bestätigt und wartet bis heute (!) auf eine Antwort aus dem zuständigen (!) Rathaus. Und jetzt, 4 Tage vor der Wahl, kündigt die zuständige Stadträtin an, es sei mit einer Angleichung zu rechnen? Das ist definitiv der nächste Wahlkampf-Gag der SPÖ, die seit 2 Jahren und 2 Monaten Zeit hatte, sich an geltendes Recht zu halten! Eine Verhöhnung durch jene SPÖ, die alle unsere dazu im Landtag gestellten Anfragen und Anträge mit ihrer absoluten Mehrheit verhindert - besser gesagt ignoriert - hat!
Ich bin mir aber sicher, dass die Seniorinnen und Senioren auf eine so plumpe Täuschung kurz vor der Wahl nicht hereinfallen!""
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20101006_OTS0073/korosec-ad-brauner-ankuendigung-zu-aenderung-bei-seniorentari...

Zu Gast in der Nachrichtensendung war dazu Bundesfrauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der SPÖ. Sie kommentierte den Vorgang wie folgt: Der zeitlich frühere Seniorentarif für Frauen sei wegen der geringeren Renten von Frauen eingeführt worden und habe daher auch absolut seine Berechtigung gehabt. Und kämpferisch fügte sie an, dass die bevorstehende neue Regelung ja nicht zu Lasten von Frauen gehen solle.

Gleichberechtigung und Gleichstellung ja - aber nur solange es dem Feminismus nicht weh tut.

Ächz, stöhn, kotz!

Gruß, Kurti


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