Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Und du lies mal die Johannes-Apokalypse...

DvB, Thursday, 06.01.2011, 19:46 (vor 5488 Tagen) @ Informator

Danke für deine Würdigung meiner Initiative. Aber ich meinte ja nicht
die Aggressivität in der Sache - da bin ich gewiß aggressiv -, sondern im
Tonfall. Und ich hoffe, mich richtig einzuschätzen, wenn ich mich auf
kommunikativer Ebene als eher verbindlich bezeichne. Das möchte ich
jedenfalls sein.

Keine Ursache.

Nehmen wir zum Vergleich J.C.: Der war in der Sache, d.h. in der
Diskussion mit seinen Gegnern, den jüdischen Theokraten, äußerst
schroff, wirklich knallhart. Die offene radikale Kritik an dieser
Theokratie war damals nämlich durchaus unüblich. Für die Gegner waren es
Ohrfeigen, und die Konsequenz, die sie daraus zogen (Forderung zur
Hinrichtung durch den römischen Besatzer), sicher abzusehen.

Das glaub ich nicht. "Oh, Ihr Pharisäer, ihr Heuchler!" Um nur ein Beispiel zu nennen. Der hat sich im Ton ganz gewiß nicht zurückgenommen.

Ist ja auch albern, in der Sache aggressiv und respektlos zu sein - verbal aber nicht. Ist doch auch nichts weiter, als eine Form der Heuchelei. Und erfunden erst von den 68ern.

Anderseits war derselbe Jesus äußerst milde im Umgang mit den
"Normalmenschen", den "Sündern". Das Beispiel mit der Ehebrecherin macht
es deutlich. Es wäre doch viel naheliegender gewesen, in die Verurteilung
dieser Verbrecherin (im damaligen Rechtsverständnis) einzustimmen, ihre
Verkommenheit zu bestätigen, die eigene moralische Überlegenheit
herauszustreichen! Aber das tat Jesus gerade nicht.

Hm. "Was habe ich mit dir zu schaffen, Weib?!" (zu seiner Mutter)

Vielleicht verstehst du jetzt besser, was ich meine. Gott liebt die
Demütigen. Folglich wird ein wahrer Christ furchtlos gegen die Mächtigen
vorgehen, wenn es sein muß; aber vor dem Nebenmenschen wird er nicht
beweisen wollen, daß er gottgleich oder gottähnlich sei. Denn im
Angesicht des Höchstens sind wir gleichermaßen alle unvollkommen und
sollten uns dessen auch bewußt sein.

Soweit das so ist, lehne ich das Christentum als Sklavenreligion ab. Denn Demut ist eine Sklaventugend. Nicht die Demut vor dem Göttlichen - aber die Demut vor dem Schlechten, wie in Mt. 5 ausgiebig propagiert

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