Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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noch lange nicht fertig...

rexxer, Thursday, 11.11.2010, 17:12 (vor 5543 Tagen) @ Informator

´68 ist schon tot gesagt worden und der Feminismus auch. Beides ist jedoch stärker denn je zuvor.

Auch ich freue mich über Veränderungen in der öffentlichen Wahrnehmung zur männlichen - und damit zur gesellschaftlichen Problemlage. Doch ich halte es gelinde gesagt für naiv, ein Ende des staatsfeministischen Totalitarismus abzuleiten.

Auch in der DDR war es so, das kaum jemand der nicht staatsnah verankert war den DDR-Sozialismus auch nur ansatzweise toll fand. Eigentlich waren sich sagar alle einig - viel einiger als heute - das das System grosser Mist ist. Man empfand sämtliches Gebaren des Staates und seiner Peripherie schlicht lächerlich bis peinlich.
Trotzdem war er Realität und bestimmte das gesamte Leben (ja - natürlich auch mit seinen positiven Seiten).

Genau so ist es heute. Viele lachen über feministische Äußerungen oder ignorieren sie schlicht, weil sie annehmen Feminismus heißt nur ´Schwanz ab´ und ist daher einfach ´überzogen´. Dennoch wird ihr Leben von der dahinterliegenden Ideologie Tag für Tag bestimmt.
Auch jetzt, da gegenteilige Sichtweisen überhaupt wahrgenommen werden - weil der Leidensdruck schlicht größer geworden ist - wird das öffentliche Leben weiterhin von professionellen Umverteilerinnen und ihren Helfershelfern kontrolliert.

Damals im Osten gab es daneben den omnipräsenten Westen. Deshalb, und nur deshalb, ist der real existierende Sozialismus zusammengekracht. Den Leuten ging es doch grundsätzlich gut! Das darf man nicht vergessen.
Der tägliche Vergleich mit den Erfolgen des anderen Systems hat schlicht Begehrlichkeiten geweckt, denen sich schlussendlich auch Parteibonzen nicht entziehen konnten...

Eine solche vergleichbare Situation gibt es heute nicht.

Heute wird die Politische Entwicklung von nichts anderem als einem Konsens geprägt (Stichwort CO2 - wo sich viele Interessen kreuzten). Ein Konsens bei denen echte Leistungsträger automatisch in der Minderheit sind. Schließlich gibt es auch keine Struktur mehr, die sich nach ihnen ausrichtet.

Der öffentliche Diskurs in Zeiten des Überflusses ist immer in den Händen der professionellen Handaufhalter aller coleur. Und das sogar auf Kosten der wirklich Bedürftigen.
Zwangsläufigerweise bläht sich dieses System immer weiter auf und generiert wiederum neue Handaufhalter - die natürlich auch eine stetige Verbesserung wünschen. Ein Teufelskreis.

Die Staatsfemokratie wird sich nun noch mehr hinter sich selbst verbarrikadieren so wie damals der Osten. Es wird eine größere ´kritische´ Menge in der Bevölkerung geben, die jedoch ebenfalls wie damals die Alternative nicht mehr wirklich versteht... weil sie kulturell nicht mehr greifbar ist.

Damit wird der Staat so oder so immer präsenter. Immer teurer. Und immer ideologischer. Das Wort Feminismus wird dabei vielleicht sogar noch seltener fallen als heute. Dennoch werden Männer die Zeche zahlen.

Die einzige echte Gefahr für den real existierenden Feminismus wäre, wenn Männer sich sowohl weiblichen als auch staatlichen Ansprüchen diskussionlos entziehen... zu Egoisten werden.
Dann allerdings wird´s auch gefährlich. Und das wird der entscheidende Kampf.

viele Grüße,

rexxer


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