Friedrich Engels als Lila Pudel? Urknall der Lohndiskriminierungslüge
Engels ging da - wie viele andere seiner Zeitgenossen auch - von falschen Voraussetzungen aus. Zu der Zeit glaubten nämlich auch viele Historiker noch ernsthaft an ein Ur-Matriarchat.
Er ging wohl auch noch von anderen falschen Voraussetzungen aus.
So ging Engels davon aus, daß die Frau in der Jäger-und-Sammler-Zeit hierarchisch über dem Mann stand und versuchte irgendwie zu erklären, wieso sich das später geändert haben könnte.
Er hat also Fakten selektiv so gesammelt und Argumente so gedreht, dass das erwünsche Ergebnis herauskam im Sinne einer Proposal-Wissenschaft?
Und darauf aufbauend war er der Meinung, daß die scheinbar untergeordnete Stellung der Frau unnatürlich wäre.
Ist es angemessen, Friedrich Engels deswegen als einen Lila Pudel zu bezeichnen?
Mir ist aufgefallen, wie krampfhaft Engels Eigentumsrechte den Mann zuschreibt, um daraus eine Herrschaft des Mannes über die Frau zu konstruieren.
Eigentumsrechte im heutigen rechtlichen Sinne ist eine verhältnismäßig junge Erfindung.
Das Rechtswesen ist eine sehr abstrakte Sache und bildet ein Paralleluniversum für sich. In den Frühgesellschaften war aber alles viel weniger abstrakt und viel konkreter, zum Beispiel, wer Frauen und Kinder, Schlafplatz, Werkzeugen und Nahrungsvorräte verteidigen konnte. Ich halte es daher für falsch, den heutigen juristischen Eigentumsbegriff auf die damaligen Gesellschaften zu übertragen.
Ich meine mal in einem Rhetorik-Kurs gelernt zu haben, dass es ein rhetorisches Manipulationsmittel gibt, mit unklaren Begriffen zu hantieren. Man spricht scheinbar von einer Sache, die aber de facto ganz anders gelagert ist und so kann man Widersprüche rhetorisch generieren, die in Wirklichkeit gar nicht da sind. So kann man einen Opponenten rhetorisch aufs Kreuz legen.
Also zunächst einmal stand in der Frühgesellschaft nicht Eigentumsfragen im heutigen Sinne im Vordergrund, sondern die Frage, wer Eigentum verteidigen konnte.
Zweitens hatten Frauen wie Männer Zugang zu Nahrungsmittel, Fellen, Heilkräutern und Hausrat.
Engels schreibt auch an einer Stelle (die Frau genoß mit davon, aber sie hatte kein Teil am Eigentum, S. 181) ohne aber der Tatsache, dass die Frau de facto dieselben Konsum- und Nutzrechte hatte, irgendeine besondere Bedeutung beizumessen. Engels hebt allein auf das fiktive, abstrakte Eigentum ab. Es nimmt nicht Wunder, dass in einem solchen Kontext Engels an keiner Stelle die Versorgung der Frau (und Kinder) oder gar den Versorgungsanspruch überhaupt erwähnt oder gar eine Bedeutung zumisst.
Engels ist im Prinzip der Urknall der Lohndiskriminierungslüge (Frauen verdienen 23% zu wenig), die vollkommen außer acht lässt, dass Frauen über 80% der Konsumausgaben verfügen. Das ist bei Engels schon angelegt.
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