Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Wo blieb der Verfassungsschutz des Patriarchats?

Cardillac, Sunday, 17.10.2010, 01:19 (vor 5568 Tagen) @ Das Edle Schnabeltier

Schön gesehen, wobei 1972 der "linke" Willi Brandt die Regierung führte. Da der Feminismus in alle modernisierenden Herrschaftsmodelle eingebaut wurde, unabhängig davon, welche Partei oder Strömung gerade am Ruder war, muss man wohl schlussfolgern, dass der Feminismus ein sehr grundlegendes Element moderner Herrschaft und Bevölkerungskontrolle ist.
Wenn man seine Durchsetzung nicht auf Basis von Verschwörungsvermutungen (Rockefeller, Rothschild, Freimaurer, Illuminati usw) erklären will, so muss man den Feminismus historisch und analytisch aus den Verhältnissen selbst ableiten.
Ich habe dies in meinen Beitägen versuchsweise auf zwei Arten thematisiert.
1. Aus dem Niedergang der wertschöpfenden, produktiven und männlich konnotierten Arbeit und ihrem Ersatz durch fiktive Wertschöpfung (Finanzmarkt-, Casinokapitalismus)
2. Aus der Deregulierung, die den Übergang von der Disziplinargesellschaft zur Kontrollgesellschaft begleitet. Der moderne Arbeiter wird in allen Tiefen seiner Subjektivität für die Kapitalverwertung erschlossen. Dies erfordert gewissermaßen eine neue Leitidee und neue Konformitätsmuster für dessen Identitätskonstruktion, die die tradierten ganzheitlich-weiblichen Lebenswelten beerben und fortentwickeln kann, während der männliche, distanziert-spezialisierte Arbeitscharakter abzuwickeln ist.
Dass der Feminismusmit dem Neoliberalismus in einer synergetischen win-win-Situation steht, haben sogar schon linksfeministische Kreise in Ansätzen thematisiert.
Aber was soll's. An der theoretischen Durchleuchtung des Feminismus als geschichtliche Gestalt dürften Männer ein sehr viel größeres Interesse haben.


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