Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Wo blieb der Verfassungsschutz des Patriarchats?

Das Edle Schnabeltier, Saturday, 16.10.2010, 23:05 (vor 5568 Tagen)

Die großartige Katharina Rutschky:

Es fällt auf, es fällt generell bei Betrachtung der Geschichte der Frauenbewegung auf, daß die wüstesten Analysen und Denunziationen der Männerherrschaft samt provozierenden Aktionen und Demonstrationen nie dazu geführt haben, feministische Aktivistinnen irgendeiner Verfolgung auszusetzen, die auch nur entfernt der Verfolgung etwa von >RAF-Sympathisanten« oder DKP-Mitgliedern im Zusammenhang mit dem Radikalenerlaß von 1972 undsoweiterundsofort ähneln. Haben die Brüsseler Thesen *[1], haben irgendwelche schrillen Anklagen von Alice Schwarzer - eine für alle - den Verfassungsschutz des Patriarchats auf den Plan gerufen? Nix und null.

Katharina Rutschky: Emma und ihre Schwestern

*[1]:

>Gewalt ist jeglicher Angriff auf die Integrität des Körpers der Frau und die Freiheit ihrer Entscheidungen. Die in allen Gesellschaften der Frau zugedachte Stellung ist ein einheitlicher Komplex von psychischer, physischer, sozialer und wirtschaftlicher Gewalt. Jede Frau ist ihr täglich ausgeliefert. Eine wichtige Form nimmt die physische Gewalt ein. Zwischen den extremen Formen der physischen und subtileren psychischen und sozialen besteht ein enger Zusammenhang. Sie sind eine Form der Mißachtung der Frau, die zu einem solchen Maße gesellschaftlich akzeptiert ist, daß sie von Männern überhaupt nicht wahrgenommen und von Frauen als notwendiges Übel ihres Frauseins oder als biologisch berechtigte Form der sexuellen Beziehung zwischen Mann und Frau hingenommen wird. Physische Gewalt steht in den meisten Fällen im direkten Zusammenhang mit dem weiblichen Körper, der Reproduktionsfähigkeit der Frau und ihrer Sexualität. Sie ist somit die extremste Form des in allen Gesellschaften vorhandenen Frauenhasses/ als Ausdruck patriarchalischer Herrschaft. Die anderen Formen der Gewalt stützen sich auf diese Verachtung des weiblichen Körpers, auf die Angst der Frauen vor Bestrafung für ein Ausbrechen aus ihrer vorgegebenen Rolle. Furchtlosigkeit wird als Provokation gegen die Männerwelt verstanden und entsprechend sanktioniert. Die Vergewaltigung kann als der klassische Akt der Unterdrückung gesehen werden, durch die die Aneignung fremden Eigentums sexuell veranschaulicht und vollzogen wird.«


gesamter Thread:

 

powered by my little forum