Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Für mich ist Kommunismus ein Verbrechen

Garfield, Thursday, 09.09.2010, 14:22 (vor 5605 Tagen) @ ajk

Hallo ajk!

Ach geh, das ist doch Unsinn. Allein schon aus dem Christlichen Weltbild heraus wäre das korrigiert worden.

Nein, das ist kein Unsinn. Da gab es z.B. einen deutschen Stahlproduzenten namens Stumm. Er war strammer Protestant, also Christ, was ihn aber nicht davon abhielt, seine Beschäftigten als sein Eigentum zu betrachten. Er herrschte in seinen Fabriken wie ein spätmittelalterlicher Adeliger. Das rechtfertigte er damit, daß er doch für seine Beschäftigten verantwortlich wäre und deshalb auch mal Entscheidungen für sie treffen müsse. Eben auch, ob sie heiraten durften oder nicht. Deshalb sah er darin überhaupt keinen Widerspruch zu den christlichen Werten, ganz im Gegenteil: Seine Bevormundungen und Gängeleien sah er gar nicht als solche, sondern als Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Und er war kein Einzelfall. "Unmündig nennt man uns und Knechte" heißt es im Text der Internationale. Diese Formulierung hat einen sehr realen historischen Hintergrund.

In GB haben diese Leute die Industrie vernichtet.

Welche Leute? Die bösen Kommunisten? Sieh dir mal an, wer heute die Industrie nicht nur in Deutschland sondern in sämtlichen westlichen Industriestaaten vernichtet!

Das was ging, wurde durchgezogen.

Ja, eben, aber nicht nur technologisch, sondern generell! Das sieht man ja heute wieder. Es gibt, vor allem im Osten, heute Firmen, wo die Beschäftigten ohne Arbeitsverträge arbeiten müssen. Wer einen Arbeitsvertrag verlangt, kann sofort gehen. Sowas wie Tariflohn, Betriebsrat usw. ist dann natürlich erst recht nicht drin. Da kann man froh sein, wenn man 6 Euro pro Stunde kriegt.

Wir bewegen uns wieder zu den Zuständen des 19. Jahrhunderts zurück. Weil zuviele Menschen die Dinge so sehen wie du und glauben, sie müßten für nichts kämpfen, sondern es würde sich alles schon von ganz allein bestens regeln. Irgendwann mal...

Es ist ein Unterschied zwischen einer Gewerkschaft, einer Arbeiterorganisation und dem Kommunismus.

Nein, im 19. Jahrhundert gab es da faktisch keinen Unterschied. Was dann nach 1917 entstanden ist, das ist ein völlig anderes Thema!

Es ist ABSURD das ausgerechnet Arbeiter gegen Privateigentum sein sollen, wo es genau dieser Privateigentum ist, der diesen Arbeitern Arbeit verschafft hat.

Das Problem besteht nicht darin, daß Arbeiter gegen Privateigentum sind. Ganz im Gegenteil: Sie möchten auch gern welches haben! Aber das widerspricht den Interessen der Besitzer der Firmen, die ja immer mehr Gewinn einfahren wollen. Das geht nur, wenn die Arbeiter möglichst wenig Lohn bekommen, und so hält sich ihr Privateigentum eben in sehr bescheidenen Grenzen. Der Wohlstand, der nach dem Zweiten Weltkrieg im Volk entstanden ist, ist nicht die Regel, sondern eine Ausnahme.

Du kennst einfach die Russischen "Killing-Fields" nicht, das ist alles.

Es ist allgemein bekannt, was die Sowjets angerichtet haben. Das hat aber eben gar nichts mit den Sozialisten und Kommunisten des 19. Jahrhunderts zu tun.

Freundliche Grüße
von Garfield


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