Antwort von Christine Haderthauer zu Gleichstellung, Gewalt gegen Jungen/Männer
vielen Dank für Ihre fünf Fragen an mich, die ich ich Ihnen gerne beantworte.
Zu Frage 1:
Offensichtlich beziehen Sie sich auf das Bayerische Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern.
Dieses Gesetz trat 1996 in Kraft. "Frauenbeauftragte" sind in diesem Gesetz nicht vorgesehen, sondern ausschließlich "Gleichstellungsbeauftragte". Wie auch mein Haus kümmern sich Gleichstellungsbeauftragte in gleicher Weise um die Belange von Frauen und von Männern.
Zu Frage 2:
Seit Norwegen als erstes Land der Welt eine Geschlechterquote von 40% für Aufsichtsräte eingeführt hat, wird auch in Deutschland eine verstärkte gesellschaftliche Debatte über die Einführung von Frauenquoten für die Privatwirtschaft geführt. Denn Frauen sind in Führungspositionen massiv unterrepräsentiert: So sind nur 2,5 % der Vorstände, 10% der Aufsichtsräte und vier Vorstände von DAX-Unternehmen hierzulande weiblich. Eine ausgewogene Mischung von Frauen und Männern an der Spitze ist ein Gebot der Gerechtigkeit.
Bevor man aber Quoten vorgibt, sollten die Unternehmen in ihrem eigenen Interesse die Chance nutzen, für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an wichtigen Entscheidungsprozessen zu sorgen. Denn: Gemischte Teams erzielen erwiesenermaßen die besten Ergebnisse. Und: Frauen sind anders gut als Männer!
Zu den Fragen 3 und 4:
In all meinen Konzepten zum Schutz von Kindern berücksichtige ich selbstverständlich, dass Kindeswohlgefährdungen sowohl von Männern als auch von Frauen ausgehen.
Zu Frage 5:
Wie Sie meinen vorangegangenen Antworten zur Gewaltproblematik in unserer Gesellschaft entnehmen können, nehme ich die Ergebnisse der Studie des Bundesfamilienministeriums sehr ernst. Davon können Sie sich auch auf der Homepage meines Ministeriums überzeugen ( www.stmas.bayern.de ). Gewalt gegen Männer ist ein Thema, welches verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gebracht werden muss. Hierfür setze ich mich ein.
Betroffenen fällt es schwer, sich als Opfer zu offenbaren und Hilfe zu suchen. Deshalb fördert mein Ministerium finanziell die spezialisierte Beratungsstelle "KIBS - Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt" in München. Dort werden sowohl Jungen und junge Männer als auch deren Angehörige persönlich beraten und betreut.
Bitte verstehen Sie, dass dennoch der Fokus auf die Betreuung weiblicher Opfer gerichtet ist. Gerade im häuslichen Bereich hat die Gewalt an Frauen durch Männer ein weitaus höheres Ausmaß. Besonders bei den Gewalterfahrungen von Frauen handelt es sich in aller Regel um schwerwiegendste Übergriffe. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ich mich ebenso dem Thema "Gewalt gegen Männer" annehme.
Männer werden von mir weder unter Generalverdacht gestellt, noch werden weibliche Täterinnen gedeckt.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Haderthauer
http://www.abgeordnetenwatch.de/christine_haderthauer-512-11219--f263483.html#q263483
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Mulher,
16.08.2010, 17:19
- Antwort von Christine Haderthauer - adler, 16.08.2010, 18:33
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Tätiger,
16.08.2010, 20:39
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- Gegenargumente - Gobelin, 17.08.2010, 00:15
- Die lügt rotzfrech oder lebt in einer Traumwelt. - IM Rosenbaum, 16.08.2010, 21:13
- Antwort von Christine Haderthauer zu Gleichstellung, Gewalt gegen Jungen/Männer - Imageberater, 16.08.2010, 23:00
- Falsch Falsch Falsch! -
Puwackel,
17.08.2010, 04:37
- Nachtrag - Puwackel, 17.08.2010, 05:06
- Als Mann möchte ich auf keinen Fall mit Frauen gleichgestellt werden. - Rainer, 17.08.2010, 17:23