Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Anspannungstheorie

Pittiplatsch, Sunday, 18.07.2010, 19:22 (vor 5656 Tagen) @ Leser_nicht_eingeloggt

"Das war bei meinem Ex so. Da ging die Firma in Konkurs und er war die
Arbeit los. Er konnte mir nicht mehr die volle Höhe Unterhalt bezahlen und
das Gericht entschied, dass er es trotzdem bezahlen muss. Ihm blieben
dannach knapp 500 Euro im Monat übrig. War nur blöd, dass er dann auch
noch seine Wohnung verloren hat weil er wirklich keine Arbeit gefunden hat
:))

Das ist die sogenannte Anspannungstheorie in der österreichischen Rechtssprechung. Danach kann ein Vater auf ein fiktives Gehalt angespannt werden. Dieses fiktive Gehalt entspricht dem, was der Vater nach Meinung des Gerichts gemessen an Ausbildung und Arbeitsmarkt verdienen könnte. Der Vater ist dann verpflichtet, alle Anstrengungen zu unternehmen, aus diesem fiktiven Gehalt ein echtes zu machen.

Dumm nur, dass es ziemlich schwierig ist, abzuschätzen, wie viel ein Mensch verdienen könnte, wenn.... Schlussendlich können Gerichte da vermutlich sehr willkürlich entscheiden.

Nach der Anspannungstheorie sind aber eigentlich beide Elternteile dazu verpflichtet, alles in ihrer Kraft stehende zu tun, um dem Kind einen angemessenen Unterhalt zu bieten. Grundsätzlich müsste also auch die Mutter angespannt werden.

Man stelle sich mal vor, Frauen würden obdachlos werden, weil man ihnen fiktive Gehälter anrechnet. Da würden Politiker und Medien rotieren. Aber mit Männern kann man es ja machen.


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