Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Die Passivrauchlüge

Sven ⌂, Wolfsburg, Sunday, 04.07.2010, 18:28 (vor 5670 Tagen) @ Freier

Die Risiken des Passivrauchs sind so gering, daß sie nicht meßbar sind.
Das zeigen auch die sich widersprechenden Studien, die in den letzten 10
oder 15 Jahren durchgeführt wurden: Es wurde bisher kein kausaler
Zusammenhang nachgewiesen und kein einziger Passivrauchtoter
diagnostiziert.

Na welch Überraschung! Es wurde bislang allgemein kein kausaler Zusammenhang zwischen einer Krebserkrankung und Tabakkonsum festgestellt. Warum? Weil der Krebs erst nach Jahren entsteht, erkannt wird und auf selbigem nicht in großen Lettern "caused by Tabakrauch (tm)" draufsteht. Eben deshalb kann man hier freilich nur mit Korrelationen arbeiten - und das sind keine kausalen Zusammenhänge.

Unstrittig ist aber, welche Schadstoffe in Tabakrauch enthalten und das rund 40 verschiedene davon krebserzeugend sind. Ob diese bei einem konkreten Krebspatienten nun auch die Ursache sind, ist ungewiss. Die wichtige Frage ist aber: mit welchem Recht setzt ein Raucher einen Nichtraucher allein des erhöhten Risikos aus, da es sich beim Rauchen weder um eine notwendige Begleiterscheinung handelt noch das Umfeld irgendetwas davon hat?

Es ist ganz offenbar, daß man absichtlich und böswillig sämtliche
Relationen zur Wirklichkeit verwischt.

Ganz offensichtlich. Das bestätigt der Autor dieses Artikels vollumfänglich. Denn:

Wußten Sie, daß bei einer Stunde
Aufenthalt an einer Straße das Herzinfarktrisiko etwa zehn mal so hoch ist
wie das vermeintliche Risiko lebenslangen Passivrauchens. Sind Sie gerade
in der Stadt unterwegs?

Was genau hat ein nicht näher konkretisiertes Herzinfarktrisiko mit Krebs zu tun? Wo genau ist der Zusammenhang zwischen der aus unterschiedlichsten Quellen gespeisten Zusammensetzung der außerhäuslichen Atemluft und dem Tabakrauch, der aus einer ganz eindeutigen Quelle stammt?

Bullshit!

Ich halte wahrlich nichts davon, missionarisch die gesundheitlichen Grenzen zu überschreiten und eine Verbotsideologie zu konstruieren; ebendeshalb habe ich auch kein Problem damit, wenn in einer Kneipe rauchen erlaubt ist, sofern sie eindeutig als Raucherkneipe erkennbar ist: Ich muss da nämlich nicht reingehen. Und ebendeshalb interessiert es mich auch nicht die Bohne, was die Leute in ihren privaten Wohnungen, PKWs usw. treiben. Gleichwohl sieht das ganz anders aus in öffentlichen Gebäuden, zu denen es keine Alternative gibt.

Ich kann es allerdings ebensowenig leiden, wenn wieder und wieder derlei dreiste Lügen aufgetischt werden, der Passivrauch sei überhaupt nicht schädlich oder, wie ebenfalls schon in diesem Forum zu lesen, sogar der Gesundheit zuträglich. Da bilde ich es mir offenbar nur ein, dass ich bedingt durch kettenrauchende Eltern in der Kindheit sofort Atemnot bekomme, sobald ich in einen mit Tabakrauch zugerauchten Raum komme und deshalb seit Jahren Kneipen nur noch in Irland besuchen kann.

Angesichts solcher Artikel hält sich mein Mitleid wahrlich in Grenzen; denn wer derart rücksichtslos und egozentrisch mit Freiheit und Gesundheit anderer umgeht, der braucht sich über immer radikalere Nichtraucher nicht zu wundern. Zu bedauern ist nur, dass es auch jene trifft, die mit ihrem Laster verantwortlich umgehen - vielleicht nicht sich selbst gegenüber, aber zumindest bei ihren Mitmenschen.

Grußlos,

Sven


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