Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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SPON: "Jungen brauchen die Konfrontation"

Trennungskind34, Düsseldorf, Friday, 18.06.2010, 14:30 (vor 5685 Tagen) @ tommy

SPON mal
ganz anders

SPIEGEL: Betrifft das Jungen und Mädchen gleichermaßen?

Guggenbühl: Vor allem Jungen fehlt die Reibung mit einem männlichen
Erwachsenen, über den sie sich aufregen und ärgern, zu dem sie eine
Beziehung haben und von dem sie sich abgrenzen können. Sie brauchen das zum
Aufbau einer männlichen Identität. Mädchen können sich auch mit der Mutter
auseinandersetzen und finden ihre Identität leichter. Die Jungen aber
vermissen etwas für sie sehr Wichtiges; sie suchen nach Ersatz.

SPIEGEL: Wie wirkt sich das Fehlen des Vaters sonst noch aus?

Guggenbühl: Häufig in der übertriebenen Betonung männlicher Klischees: Sie
wollen alle Gangster sein, um überhaupt ihre Männlichkeit zu finden.

Guggenbühl: Zum Manko, dass viele Jungen ohne Väter aufwachsen, kommt
hinzu, dass die öffentliche Erziehung und die Schule weiblich ausgerichtet
sind. Nicht in erster Linie, weil dort überwiegend Frauen arbeiten, sondern
weil das vorherrschende Pädagogik-Verständnis weiblich geprägt ist.

SPIEGEL: Wie meinen Sie das?

Guggenbühl: Konsens, das Gespräch, individuelle Förderungen und
Beziehungen stehen im Vordergrund. Die männliche Neigung zur Konfrontation,
die Freude an Risiken und Gruppen-Orientierung werden vernachlässigt.
Interessant ist, dass vor allem Lehrer sich von männlichen Klischees
abgrenzen, weil sie nicht als Machos gelten wollen. Lehrerinnen haben oft
ein besseres Sensorium für die Probleme der Knaben.

SPIEGEL: Brauchen die Jungen nicht ebenfalls die "weibliche" Fähigkeit zum
Konsens und zum Gefühlsausdruck?

Guggenbühl: Männliche und weibliche Elemente gehören in die Schule, doch
heute werden männliche Eigenschaften oft pathologisiert, die Lust an
Provokation, an Grenzüberschreitung und die damit verbundene Hoffnung,
Empörung, Widerstand auszulösen. Die Renitenz der Knaben hat tiefere
Bedeutung.

Dieses Interview kommt mir vor wie ein richtiger Schritt in die falsche Richtung. Aber vom Spiegel und Konsorten ist man ja einiges gewohnt.

VG Trennungskind


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