Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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SPON: "Jungen brauchen die Konfrontation"

tommy ⌂, Schwerin (M/V), Friday, 18.06.2010, 12:54 (vor 5685 Tagen)

SPON mal ganz anders

SPIEGEL: Betrifft das Jungen und Mädchen gleichermaßen?

Guggenbühl: Vor allem Jungen fehlt die Reibung mit einem männlichen Erwachsenen, über den sie sich aufregen und ärgern, zu dem sie eine Beziehung haben und von dem sie sich abgrenzen können. Sie brauchen das zum Aufbau einer männlichen Identität. Mädchen können sich auch mit der Mutter auseinandersetzen und finden ihre Identität leichter. Die Jungen aber vermissen etwas für sie sehr Wichtiges; sie suchen nach Ersatz.

SPIEGEL: Wie wirkt sich das Fehlen des Vaters sonst noch aus?

Guggenbühl: Häufig in der übertriebenen Betonung männlicher Klischees: Sie wollen alle Gangster sein, um überhaupt ihre Männlichkeit zu finden.

Guggenbühl: Zum Manko, dass viele Jungen ohne Väter aufwachsen, kommt hinzu, dass die öffentliche Erziehung und die Schule weiblich ausgerichtet sind. Nicht in erster Linie, weil dort überwiegend Frauen arbeiten, sondern weil das vorherrschende Pädagogik-Verständnis weiblich geprägt ist.

SPIEGEL: Wie meinen Sie das?

Guggenbühl: Konsens, das Gespräch, individuelle Förderungen und Beziehungen stehen im Vordergrund. Die männliche Neigung zur Konfrontation, die Freude an Risiken und Gruppen-Orientierung werden vernachlässigt. Interessant ist, dass vor allem Lehrer sich von männlichen Klischees abgrenzen, weil sie nicht als Machos gelten wollen. Lehrerinnen haben oft ein besseres Sensorium für die Probleme der Knaben.

SPIEGEL: Brauchen die Jungen nicht ebenfalls die "weibliche" Fähigkeit zum Konsens und zum Gefühlsausdruck?

Guggenbühl: Männliche und weibliche Elemente gehören in die Schule, doch heute werden männliche Eigenschaften oft pathologisiert, die Lust an Provokation, an Grenzüberschreitung und die damit verbundene Hoffnung, Empörung, Widerstand auszulösen. Die Renitenz der Knaben hat tiefere Bedeutung.

Auch gut Fotostrecke Jungenbenachteiligung im Schulsystem ... wäre das was für wikimannia?

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Gestern standen wir am Abgrund ... heute sind wir einen Schritt weiter. (W. Ullbricht)


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