Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Was für Rechte?

Prometheus, Luxemburg, Sunday, 13.06.2010, 18:29 (vor 5689 Tagen) @ Krischan

Sie beuteten Arbeiter aus (Arbeiterpartei? Nur dem Namen nach),

Gab es jemals irgendwo eine Gesellschaft, in der es Arbeiter gab, diese aber nach deiner Definition nicht ausgebeutet wurden? Falls nicht, dann ist die Ausbeutung der Arbeiter kein Wesenselement der Nazis.

Hier ein kleiner Auszug aus dem ursprünglichen 25 Punkte Programm der Nazis:

11. Abschaffung des Arbeits- und mühelosen Einkommens, Brechung der Zinsknechtschaft.

12. Im Hinblick auf die ungeheuren Opfer an Gut und Blut, die jeder Krieg vom Volke fordert, muß die persönliche Bereicherung durch den Krieg als Verbrechen am Volke bezeichnet werden: Wir fordern daher restlose Einziehung aller Kriegsgewinne.

13. Wir fordern die Verstaatlichung aller (bisher) bereits vergesellschafteten (Trusts) Betriebe.

14. Wir fordern Gewinnbeteiligung an Großbetrieben.

15. Wir fordern einen großzügigen Ausbau der Altersversorgung.

16. Wir fordern die Schaffung eines gesunden Mittelstandes und seine Erhaltung, sofortige Kommunalisierung der Groß-Warenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende, schärfste Berücksichtigung aller kleinen Gewerbetreibenden bei Lieferung an den Staat, die Länder oder Gemeinden.

17. Wir fordern eine unseren nationalen Bedürfnissen angepaßte Bodenreform, Schaffung eines Gesetzes zur unentgeltlichen Enteignung von Boden für gemeinnützige Zwecke. Abschaffung des Bodenzinses und Verhinderung jeder Bodenspekulation.

Wir haben also die Abschaffung des Zinses (11), die Enteignung von Wohlhabenden (13, 16, 17) und Gewinnbeteiligung (14). Also alles andere als konservativ.

sie haben ein zutiefst reaktionäres
Geschlechterbild das sich auf den Mann als Ernährer und die Frau als
Gebärerin beschränkt,

In diesem einen Punkt hatten sie tatsächlich das gleiche Ziel wie Konservative, nämlich das Gebären von viel Nachwuchs. Mit 1,3 Kinder pro Frau kann man keinen Krieg gewinnen, aber auch keinen Frieden. Es gab, bedingt durch den ersten Weltkrieg in Deutschland einen Frauenüberschuss/Männermangel von über 2 Millionen Personen. Das trieb die Geburtenrate in den Keller.

Die Nazis hatten aber keinesfalls konservative Vorstellungen von Familie, unter anderem wurden alleinerziehende Mütter gefördert; Hauptsache Kinder.

sie arbeiteten perfekt mit den Kapitalisten zusammen
sofern - einzige Einschränkung - diese keine Juden waren.

Es gibt noch eine Einschränkung, sie arbeiteten nämlich nur mit Kapitalisten zusammen, wenn sie diese brauchten. Sie bewarben sich immer wieder bei Großunternehmen um finanzielle Unterstützung, hatten aber lange Zeit nur wenig Erfolg. Sie waren der Wirtschaft suspekt, unter anderem wegen der oben aufgezählten Programmpunkte. Die Unternehmer zeigten erst Interesse an der Kooperation mit den Nazis, als diese zur dominanten Kraft wurden und auch dann noch unterstützten sie die anderen großen Parteien gleichermaßen (So wie auch heute noch fast jede große Firma in den USA sowohl für die Republikaner als auch für die Demokraten spendet. So stellen sie sicher, dass, wer auch immer in die Regierung kommt, ihrer Interessen vertreten werden). Zu keinem Zeitpunkt aber förderten die Nazis die freie Marktwirtschaft.


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