Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Datensicherung ;-)

Ein Leser, Saturday, 29.05.2010, 15:15 (vor 5699 Tagen) @ Steuerzahler

Papa, Opi und Hans Peter, nicht nur Väter, sondern Täter …

„Vater Verbot“, „Trennungsopfer“ oder „Väter ohne Rechte“ sind Namen von einigen in Österreich aktiven Gruppierungen. Sie zelebrieren ihren Opferstatus und begründen ihre selbst gewählte Identität mit der angeblich vorherrschenden männerfeindlichen Gerichtspraxis im Familienrecht. Absurd werden ihre Positionen allerdings spätestens bei der These, dass Burschen und Männer genauso oft, wenn nicht gar öfter Opfer von „weiblicher Gewalt“ werden. Vorherrschende Gewaltverhältnisse und strukturelle Benachteiligungen von Mädchen und Frauen werden negiert, Realitäten einfach umgedeutet. Statistiken von Frauen- und Kinderschutzeinrichtungen belegen, dass es rund einmal im Monat in einer Familie in Wien zu einem Mordversuch oder Mord kommt, ca. 54% aller Morde werden im Familienkreis begangen, in 90% der Mordfälle sind Frauen und Kinder die Opfer – Tendenz steigend. Nach Schätzungen der Polizei werden in Österreich jährlich etwa 350 000 Frauen von ihren aktuellen und/oder ehemaligen Lebenspartnern oder Ehemännern misshandelt, die Dunkelziffer muss allerdings weitaus höher angenommen werden, da Gewalt gegen Frauen noch immer als „Kavaliersdelikt“ behandelt wird. Vor allem im ländlichen Raum gibt es wenig bis keine Handhabe gegen Gewalttäter (zu wenig Frauenhäuser, Stammtischseilschaften etc). Mit beschönigenden und romantisierenden Begriffen wie „Rosenkrieg“, „Eifersuchtsmord“ oder „Beziehungstat“ werden in Medien Gewalttaten umschrieben, die eine Mitschuld des Opfers suggerieren. Die Ermordung einer Frau ist oft nur der Gipfel jahrlanger Gewalt gegen sie und ihre Kinder. Morddrohungen, die vom gewalttätigen Mann ausgesprochen werden, werden meist als schlichte Drohung ohne ernstzunehmenden Charakter verstanden und der Schutz der Frau deshalb vernachlässigt – bis es zu spät ist.
Gewalt gegen Frauen hat System und genau dieses System wollen die Väter der Männerbewegung aufrecht erhalten.

Väter, die diese Realität ausblenden und sich im maskulistischen Umkehrschluss selbst zum Opfer stilisieren, sind nicht nur gefährlich und potentielle Täter, sondern gehören entschieden auf allen Ebenen bekämpft!

Väter sind keine Opfer!

Eine genauere Betrachtung der Forderungen der Väterrechtler zeigt auch, dass die oft einkommensstarken Väter in erster Linie für eine Neuregelung der Unterhaltspflicht plädieren, um weniger Alimente für ihre Kinder zahlen zu müssen. Sie argumentieren vor allem mit abstrusen Behauptungen, dass Frauen sich auf Kosten der geschiedenen Väter in Luxus und Wohlstand wälzen und darüber hinaus über ihre dummen, brav zahlenden Ex-Männer lachen. Komisch, dass in der Armutsfalle dann erst recht wieder die alleinerziehenden Mütter landen! Den Vätern geht es nicht um den Kampf für ein Grundeinkommen oder die staatliche Zahlung unbezahlter Erziehungs- und Hausarbeit, sondern um die Verbesserung der finanziellen Lage der Männer auf Kosten ihrer Ex-Frauen und Kinder!

Trotz dem Versuch der Unterhaltspflicht zu entgehen, behaupten die Väterrechtler, dass sie vermehrt an der Obsorge ihrer Kinder beteiligt sein wollen. Auch hier sehen sich die Väter erneut als Opfer von Wegweisungen, Betretungsverboten oder einstweiligen Verfügungen bei Gewalt gegen Frau und Kind. Des Weiteren sprechen sie von „unhaltbaren Vorwürfen“ in Bezug auf sämtlichen Formen väterlicher Gewalt.
Die Väter kämpfen gegen die alleinige Obsorge der Mutter, die vor allem bei Gewalttätigkeit des Vaters der Frau zugesprochen wird und streben eine allgemeine Reformierung des Obsorgerecht- und Unterhaltsrecht an, wonach pauschal nur mehr die gemeinsame Obsorge ausgesprochen werden darf. Dies gilt auch bei unverheirateten Paaren.

Kein Gott, kein Staat, kein Vatertag! Feuer und Flamme dem Patriachat!

Herwig Baumgartner, ein „engagierter“ Vater, gegen den bereits Hausverbote an einigen Gerichten verhängt wurden, sitzt seit November 2009 wegen gefährlicher Drohung in U-Haft. Neben ihm wurden führende Mitglieder einiger Väterrechtsvereine (z.B. auch Edgar Neubacher von ARGE Familienschutz) von der Linzer Polizei Vorladungen geschickt, weil nach §246 „staatsfeindlichen Verbindung“ und §278b „terroristische Vereinigung“ gegen sie ermittelt wird. Das politische Ziel kann allerdings nicht die staatliche Kriminalisierung der Väterrechtler sein, sondern die Zerschlagung von Vater, Staat und Patriarchat!


Was wir wollen …

Wir beziehen klar Position gegen Maskulisten und väterrechtsbewegte Männer. Wir wollen einen Umdenkprozess in Bezug auf Kinder und Erziehung anregen und das klassische Vater-Mutter-Kind Familienmodell abschaffen.
Möglichkeiten gibt es viele: Alleinerzieher_innen, schwule und lesbische Elternpaare oder polyamoröse Erziehungsgemeinschaften.
Wir fordern Anerkennung für Erziehungsmodelle jenseits der heterosexistischen Normen

Darüber hinaus wollen wir die Auflösung der traditionellen Geschlechterrollen. Anstelle des Beharrens auf vermeintlich natürliche „Väter“ und „Mütter“ Rollen könnte es beispielsweise mehrere gleichberechtigte Bezugspersonen für Kinder geben, die jenseits von Klischees agieren. Diese Bezugspersonen müssen kein biologisches Verhältnis zum Kind haben; wichtig ist dabei das Einverständnis aller Erziehungspersonen. Das könnte zu einer Entlastung aller Beteiligten der Kindererziehung und zu einer Aufhebung des heterosexistischen Familienmodells führen. Weiters müssten sämtliche Teile der Gesellschaft kinderfreundlicher und -offener werden, damit Kinder nicht mehr als „Familiensache“ oder „Privatsache“ gesehen werden. Kindererziehung geht uns alle an – Kinder sollen an Entscheidungsprozessen gleichberechtigt partizipieren können.

Wir finden diese Forderungen wichtig, sind uns aber dessen bewusst, dass die Anerkennung „anderer“ Erziehungsformen oder Identitäten, in unserer kapitalistisch verfassten, auf Konkurrenz und Verwertbarkeit basierenden Gesellschaft, wiederrum zu Ausschluss und Unterdrückung führen. Denn wer sich nur um die Annerkennung solcher Identitätskonzepte bemüht, die bis jetzt ausgeschlossen wurden, dabei aber nicht die dahinterstehenden strukturellen Mechanismen in Frage stellt, verfestigt nur dieses Prinzip, das zum Ausschluss führt. Deshalb kämpfen wir für eine Gesellschaft, fern von Staat, Kapital und Patriarchat. Eine Gesellschaft in der keine*r Angst haben muss anders zu sein, ohne Zwang zur Identität und ohne die Frage nach „Finanzierbarkeit“.

Gegen Väterrechtler und Antifeminismus! Für eine freie Gesellschaft und Erziehunsformen jenseits heterosexistischer und kapitalistischer Normen.
SPAMFREI.good_night_daddys_pride@riseup.net
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Väterrechte sind Kinderrechte !

Ein Vater 29.05.2010 - 03:36

Als Vater der sein Kind lange Zeit nicht sehen durfte und dem dadurch vieles in der Entwicklung des Kindes verwährt wurde muss ich euch leider sagen das ihr hier sehr Oberflächig und pauschal etwas kritisiert von dem ihr scheibar keine Ahnung habt.

Es mag sein das viele Männer die Väterrechtsbewegung für ihre Zwecke missbrauchen und es ihnen nur darum geht weniger zu bezahlen oder druck auf die Mütter aufzubauen. Allerdings könnt ihr auch nicht verkennen das es sehr wohl Fälle gibt in denen die Mutter unter angabe von fadenscheinigen Gründen versucht den Kontakt zum Vater zu unterbinden. Sei es aus verletzten Gefühlen oder einfach weil sie "schlechte" Menschen sind und sich rächen wollen.

Die Lösung hierfür wäre ein geteiltes Sorgerecht auch bei unverheirateten Paaren!

Bei Sätzen wie diesem muss ich allerdings echt überlegen ob ihr den Bezug zur Realität vollig verloren habt "Die Forderung nach dem gemeinsamen Sorgerecht entspringt nur dem Wunsch nach der Scheidung weiterhin Kontrolle über die Frau ausüben zu können." Ist es für euch wirklich so schwer zu verstehen das es auch Männer gibt die ihre Kinder lieben und genauso ein Recht haben wollen mit zu entscheiden wie Frauen auch?

Aber was schreib ich hier eigentlich, ihr seit in eurem Sexissmus doch sowiso so festgefahren das ihr eh nicht mehr normal denken könnt.

Und ja ich bin sehr emotional bei dem Thema denn es gibt für mich nichts wichtigeres auf der Welt als mein Kind und ich weiss aus Erfahrung das es viele Fälle gibt in denen sich die Frau neu verliebt hat und dann kein Platz mehr im Leben der Kinder für den Vater ist und das obwohl diese ganz sicher niemals gewalttätig gegenüber der Frau waren oder sonst irgendwas in der Art was sich Frauen gerne ausdenken wenn der alte Vater auf einmal überflüssig geworden ist.


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