Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die moralische Überlegenheit des Versagens

Nihilator ⌂, Bayern, Thursday, 26.11.2009, 01:04 (vor 5973 Tagen) @ Joe
bearbeitet von Nihilator, Thursday, 26.11.2009, 01:08

In "Unter Linken" ist das wunderbar anschaulich ausgeführt.


Ein exzellentes Werk übrigens, ich habe es gerade durch. Der Abschnitt mit
dem Miele-Geschirrspüler in der Hausbesetzerszene war am lustigsten.

Ja, das ist mir auch im Gedächtnis geblieben. *hihihi*

Aber es gibt noch vieles anderes. Und das ist ja das Schöne an dem Buch: es ist unheimlich gehaltvoll und lehrsam, aber es liest sich äußerst unterhaltsam und spannend.

Der Autor erklärt auch sehr anschaulich das zentrale Problem des
Arne-Hoffmann-Feminismus: der Versuch, für den weißen Mann zwischen 16 und
60 einen linken Opferkult zu installieren. Das ist meines Erachtens von
vorn herein zum Scheitern verurteilt. Aber vielleicht will Herr
Hoffman ja auch scheitern, um so selbst den ersehnten Opferstatus zu
erlangen.

Ein interessanter Gedanke. Über A.H. hab ich mir viel Gedanken gemacht. Nicht erst, seitdem alles außer ihm rechtsradikal ist - trotz "Warum Hohmann geht und Friedman bleibt". Bissel tiefer gehend.
SFBM war für mich, wie für so viele, seinerzeit ein Augenöffner. Ich konnte das Buch nicht in einem Zug lesen (das ging, glaube ich, auch vielen so). Irgendwo in der Mitte mußte ich unterbrechen, den Rest las ich erst einige Zeit später. Warum das so war, warum dieses Buch so eine extreme Wirkung entfaltet, und das, obwohl Arne sich darin absolut genderkonform gibt, darüber habe ich verdammt viel nachgedacht. Ich bin nun keine Dumpfbacke, die grölend dem Erstbesten, der mir nach dem Mund redet, nachläuft.
Er ist eine Persönlichkeit, die es einfach drauf hat (Vergleiche bringe ich jetzt besser nicht, denn sie wären unangemessen und ungewollt diffamierend. Ich will nicht diffamieren, denn meine Hochachtung gilt ungebrochen). Solche gibt es immer mal, one in a million.
Die wirklich interessante Erfahrung für mich war, daß ungeheure Überzeugungskraft nicht zwingend mit ungeheurer eigener Überzeugung einhergehen muß. Ich habe das auch geprobt, indem ich mich als Feministin ausgab in Chats. Es funktioniert! Man kann ohne weiteres das gegenteil der eigenen Meinung überzeugend vertreten. Und sicher auch irgendwas, wenn man gar keine eigene Meinung hat.
Das hatte ich tatsächlich gedacht, trotz ausgiebiger DDR-Erfahrung. Daß radikale Meinungsvertreter auch der vertretenen Meinung anhängen müssen. Es ist falsch. Bestätigt allerdings meine schon frühere Vermutung, daß der Schaum, den jedes politische System nach oben spült, unabhängig vom System immer aus den gleichen Charakteren besteht.

--
CETERUM CENSEO FEMINISMUM ESSE DELENDUM.

MÖSE=BÖSE

Fast ein Jahr lang suchte sie Hilfe bei Psychiatern, dann wandte sie sich Allah zu.


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