Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: wütend sein

Karl52, Tuesday, 08.03.2005, 17:23 (vor 7637 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: wütend sein von Nikos am 08. März 2005 12:06:41:

Ich glaube, diese Gefühlsdüselei soll vor allem Männer für die Gefühle von Frauen sensibilisieren/instrumentalisieren, hat mit den wirklichen Bedürfnissen von Männer nur am Rande was zu tun, wenn überhaupt. Nicht Männer hätten keine Gefühle, sondern haben andere Themen und reagieren auch anders, wenn es halt drauf ankommt. Für mich zB ist Ohnmacht kein Endstation sondern Anfang, weil ich weiss, daß Veränderungen erst durch die Ohnmacht müssen. Ich denke zb, daß die Ohnmacht großeren Tieren gegenüber den Mann dazu bewegt haben, das JAgdwerkzeug zu erfinden.
Kann mich aber auch irren. Was meint Ihr?
Nikos

Hallo Nikos,

als Ingenieur liegt mir das Verstandesmäßige, Nüchterene eher als das Gefühlsbehaftete, erziehungsbedingt oder einfach nur Prägung, whatever. Das soll nicht heißen, daß ich meine Gefühle "im Griff" habe, aber ich kann damit umgehen und notfalls auch unterdrücken.

Klar hat's mich getroffen, als meine Frau mir Ende 2003 erklärt hat, wortreich übrigens, daß sie sich scheiden lassen will. Dreißig Jahre sind eine lange Zeit. Aber nach dem Prinip "Wos bin i?" habe ich ihr nur gesagt: "Mach das!" Die causa war kein Blitz aus heiterem Himmel, aber ein maltesisches Sprichwort sagt: "Don't panic yourself with things you cannot change", jedenfalls habe ich das in Malta kennengelernt.

Sie hat ob meiner Reaktion dann heftig auf die Tränendrüsen gedrückt. Ich wiederum habe ihr dafür gedankt, daß sie immerhin solange damit gewartet hat, bis die Kinder volljährig waren und im Studium stehen (Finanzierung ist gesichert, das gemeinsame Haus hat 'nen guten Preis gebracht). Die unmittelbare Folge war, daß buchstäblich die Kochtöpfe geflogen sind; 110 angerufen und Ruh war! Wut und Haß brauche ich auch nicht, weil Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit.

Es gibt ein Buch "Das Urphänomen Angst, Raphael Lenné, List-Verlag München 1975, ISBN 3 471 78019 X", in dem die Zusammenhänge sehr gut erklärt werden. Das hatte ich ihr zu Weihnachten 1975 geschenkt, gelesen hat sie es nie, wollte es auch nicht mitnehmen.

Soweit in Kürze etwas zu den Gefühlen.

Gruß, Karl


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