Re: Görgülü: Landkreis verliert Zuständigkeit
Als Antwort auf: Re: Görgülü: Landkreis verliert Zuständigkeit von Odin am 21. Februar 2005 11:55:08:
Kazim und Celestina Görgülü 19.02.05
Sehr geehrter Herr Webel,
nachdem wir von unserem Umgangstermin zurück kamen, reagierte Kazim auf den
gescheiterten Umgang mit hohem Fieber und liegt nun im Bett. Wir freuten uns alle sehr auf
unseren heutigen, zweiten Umgang mit Christofer.
Pünktlich 15:00 Uhr ging Kazim mit der Umgangspflegerin zur Haustür der Pflegeeltern. Uns fiel auf,
dass nicht ein einziges Auto in der Nähe des Hauses der Pflegeeltern zu sehen war.
Ich warte gegenüber auf der anderen Straßenseite. Zwischenzeitlich hörte ich, dass die Stimmen der
Pflegeeltern laut wurden, verstand aber nicht den Gesprächsinhalt. Etwa nach 10 Minuten kommen die
Umgangspflegerin und Kazim ohne Christofer von den Pflegeeltern zurück. Vom Amtsvormund/
Landesjugendamt war wie befürchtet niemand anwesend.
Was war passiert?
Der Pflegevater öffnete die Tür. Die Pflegeeltern erwidern den Gruß nur zögernd und sehr unfreundlich.
Die Umgangspflegerin bittet die Pflegeeltern Christofer für den Umgang vorzubereiten und diesen zu
übergeben. Christofer setzte sich auf die Treppe und ließ sich von der Pflegemutter anziehen. Als er
fast fertig war, fragte die Pflegemutter sehr eindringlich, ob er mit Kazim spazieren gehen möchte.
Unmittelbar danach erklärte sie, das Christofer nicht mitgehen möchte. Als die Umgangspflegerin
höflich die Pflegeeltern darauf hin auffordert, Christofer bitte weiter anzuziehen und zum Umgang zu
übergeben, forderte die Pflegemutter mehrmals eindringlich, immer lauter werdend Christofer auf, zu
erklären, dass er nicht mitgehen möchte, damit es alle deutlich hören. Nachdem Christofer nun endlich
nach Auffassung der Pflegemutter deutlich genug wiederholt hat, er will nicht, erklärten die Pflegeeltern,
dass sie nun das Kind nicht übergeben werden, das dies gegen den Kindeswillen sei.
Auf die Aufforderung der Umgangspflegerin, Christofer bitte trotzdem zu übergeben, riefen die
Pflegeeltern in Hysterie, mehrmals keine Gewalt, keine Gewalt. Um die Situation für Christofer nicht
unnötig zu erschweren, verabschiedeten wir uns und verließen das Grundstück der Pflegeeltern.
Trotz mehrfacher Aufforderung durch die Umgangspflegerin, unsere Anwältin Azime Zeycan und unser
persönliches Bitten, war Dr. Topf vom Landesjugendamt nicht zum Umgang erschienen. Telefonisch
hatte er unserer Anwältin Azime Zeycan aus Bochum am Donnerstag noch erklärt, dass er zu den
Pflegeeltern fahre, um den Umgang vorzubereiten, hätte er doch Kazim versprochen, diesen zu helfen.
Er wurde mehrfach von uns darauf hingewiesen, dass der Umgang von den Pflegeeltern boykottiert
werden wird, wenn nicht sichergestellt ist, das vom Landesjugendamt ein gesetzlicher Vertreter des
Kindes anwesend ist. Leider haben sich unsere Befürchtungen bestätigt.
Weiterhin wird die Umsetzung des Urteils des BverfG vom 28.12.2004 und 01.02.2005 in Sachsen
Anhalt verhindert und eine anhaltende Menschenrechtsverletzung billigend in Kauf genommen Erst war
der Grund Kindeswohl, jetzt ist es ein angeblicher Kindeswille.
Mit freundlichen Grüßen
Kazim und Celestina Görgülü
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Odin,
21.02.2005, 13:48
- Re: Görgülü: Landkreis verliert Zuständigkeit -
Odin,
21.02.2005, 13:55
- Re: Görgülü: Landkreis verliert Zuständigkeit - Wodan, 21.02.2005, 14:26
- Re: Görgülü: Landkreis verliert Zuständigkeit -
Odin,
21.02.2005, 13:55