Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Schluß

Garp, Saturday, 05.02.2005, 04:10 (vor 7669 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Schluß von Xenia am 04. Februar 2005 22:25:

Hallo Xenia,

eigentlich macht es aus zwei Gründen keinen Sinn mit dir über dieses Thema zu diskutieren.
Erstens bist du nach eigener Aussage gegen die Prostitution und somit ist jedes Verbot in diesem Bereich für dich ein Grund zum Jubeln.
Zweitens instrumentalisierst du das Thema für deine Interessen. Dir geht es nicht um eine sachliche Diskussion, sondern darum die Schreiber in diesem Forum als Frauenhasser zu „entlarven“.

Das geplante Gesetz hat zwei Zielrichtungen. Eine gewollte und eine ungewollte.

Die gewollte Zielrichtung ist Zwangsprostituierte zu schützen. Daher müsste man diskutieren, ob dieses Gesetz Zwangsprostituierte schützen kann?
Wenn selbst Prostituiertenorganisationen und die Frauensprecherin der Grünen kritisch reagieren, dann müsste dies eigentlich zum nachdenken anregen.
Aber beim Thema Prostitution, wussten Feministen ja schon immer besser Bescheid, als die Prostituierten selbst.

Die zweite Zielrichtung, warum dieses Thema durchaus hier diskutiert werden kann, ist folgende: Gewährleistet das geplante Gesetz, dass nur Freier, die bewusst Zwangsprostituierte aufsuchen verurteilt werden oder geraten auch Freier ins Visier, die dies nicht wussten.
Und sind wir uns sicher, dass diese schwammigen Definitionen nicht irgendwann einmal auch außerhalb der Prostitution Anwendung finden könnten?
Es geht nicht darum irgendwelche Perversen zu schützen. Es geht um klare Gesetze, die keinen Spielraum offen lassen dürfen, dass Freier pauschal diskriminiert werden.

Diese Fragen kann man sachlich diskutieren, ohne dass man Zwangsprostitution billigt. Allerdings muss man sich auch nicht in jeden zweiten Satz empörend davon distanzieren. Empören sich die Damen in ihren Frauenforen über männliche Kriegsopfer?
Letztendlich muss selbstverständliches nicht immer ausgesprochen werden.

Dennoch wäre als weiter Frage durchaus interessant, wie groß das Problem Zwangsprostitution in Deutschland wirklich ist. Die Zahl 200 000 Zwangsprostituierte hat dieselbe Wirkung wie: „Jede dritte Frau wird geschlagen“.
Ein schönes Instrument zur Stimmungsmache. Und wer muss diese Horrorzahlen wieder ausbaden?
Wer überzogene Statistiken zur häuslichen Gewalt kritisiert, behauptet damit noch nicht es gäbe keine häusliche Gewalt. Des Weiteren kündigt er auch nicht die Solidarität mit geschlagenen Opfern auf. Wohl aber die Solidarität mit Menschen, die aus eigenen Interessen Statistiken manipulieren um politische Ziele durchzusetzen.

Gruß
Garp


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