Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Schluß

Xenia, Saturday, 05.02.2005, 00:25 (vor 7670 Tagen) @ Cleo

Als Antwort auf: Was hat sich geändert? von Cleo am 04. Februar 2005 22:03:23:

Es gehört eigentlich nicht in diesen Thread, aber bevor ich mich unter Jubelrufen und den selbstverständlichen Flüchen und Verwünschungen aus diesem Forum wieder zurückziehe, da ich mich nur jenem einen Thread äußern wollte, will ich noch einmal zu dem Thema Stellung beziehen, um das es ursprünglich einmal ging, bevor (mal wieder) bestimmte Herren es auf die persönliche Ebene zu ziehen versuchten und dann erbost waren, wenn scharf zurückgeschossen wurde.

Also die Bestrafung von Freiern von Zwangsprostituierten nun. Ich habe irgendwo in dem Gewirr mal was davon gesagt, das Zwangsprostituierte, die es nun einmal gibt, da führt wohl kein Weg dran vorbei, dies zugeben zu müssen, Empathie verdient hätten. Und zwar die Empathie von Menschen, mal nicht in ihrer Eigenschaft als Männer. Ich habe den Eindruck, es ging bei euch um Männersolidarität. Wenn man sich aber einfach als Mensch, von jeder Geschlechterdebatte losgelöst (sofern man dazu noch in der Lage ist) mit dem Schicksal von Zwangsprostituierten befasst, kann man nicht umhin zuzugeben, dass ihre Lage menschenunwürdig ist. Sie werden gepresst und missbraucht und misshandelt. Freier von Zwangsprostituierten nutzen dies aus, sie profitieren von dem Missbrauch, sie unterstützen ihn sogar durch ihr Geld. Und dafür sollen sie unbestraft bleiben?

Was hier an Argumenten aufgefahren wird, warum es eigentlich keine Zwangsprostitution gibt, da bleibt einem schon die Spucke weg, und soviel kann ich gar nicht essen, wie ich hier manchmal auf meine Tastatur erbrechen wollte, wenn ich davon las. Nungut, wenn einem das Schicksal dieser Menschen egal ist, weil es nicht das eigene Geschlecht betrifft - schwer für mich nachvollziehbar, aber Desinteresse ist ja genrell nichts neues. Aber noch zu leugnen dass es Zwangsprostitution gibt oder sie zu verharmlosen und zu bagatellisieren - das ist schon ein starkes Stück. Und das haben die Menschen nicht verdient, die darunter leiden müssen. Nur weil sie das falsche Gechlecht haben.

Ich denke, diese Verharmlosung und Bagatellisierung rührt von der Solidarität mit den Freiern her, die ja Männer sind. Da leiden dann die Frauen natürlich nicht so schlimm und die Freier sind Männer, die im Grunde harmlos sind. Wer will denn schon eine Frau haben, die zuvor misshandelt wurde? Das ist sicherlich eine berechtigte Frage, wenn man davon ausgeht, dass alle Menschen vernünftige Wesen sind, die immer rational reagieren. Aber da draußen laufen jede Menge Spinner und Perverse herum - und die reagieren anders und die handeln aus anderen Motivationen. Ja und die gehen auch zu Zwangsprostituierten.

Ob es lohnt, sich mit denen zu solidarisieren auf Kosten an Leib und Seele geschundener Menschen?

Xenia


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