Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Carl, Monday, 31.01.2005, 23:27 (vor 7674 Tagen)

Im Gegensatz zum angeblichen Zweck --Befreiung der unterdrückten Frauen-- bezweckt die "Emanzipation" die Maximierung der Ausbeutung:

- Lohndrückerei:
Indem auch die weibliche Hälfte der Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt drängt, wird das Angebot an Arbeitskräften tendenziell verdoppelt. Nach den Regeln von "Angebot und Nachfrage" sinkt dadurch der "Wert" pro Arbeitskraft -- die Löhne sinken entsprechend. Dies trifft nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu: Doppelverdienende Paare verdienen heute --in Reallöhnen (inflationsbereinigt)-- zusammen etwa gleichviel wie 1960 ein einzelner Familienvater. Die Folgen für Alleinlebende sind ruinös! Die Emanzen-Rhetorik vom "fairen Lohn" entpuppt sich als orwell'sche Lüge.

- schlechtere Arbeitsbedingungen:
Durch das grössere Angebot an Arbeitskräften können die Arbeitgeber höhere Anforderungen bei der Anstellung stellen, und bestehende Angestellte stärker mit Entlassung erpressen -- es warten ja genug andere Bewerber auf den Job. Dies verschlechtert die Arbeitsbedingungen drastisch.

- familiäre Mehrbelastungen:
Indem Paare praktisch zur doppelten Erwerbstätigkeit gezwungen werden, kommt auf die Frauen eine bedeutende Mehrbelastung zu: neben Haushalt und Kindern sollen sie zusätzlich ihre Erwerbsarbeit erledigen. Die Emanzen-Rhetorik von "grösserer Freiheit" entpuppt sich als orwell'sche Lüge.

- Verwahrlosung der Kinder:
Erwerbstätige Mütter haben kaum noch Zeit, sich um eine seriöse Erziehung der Kinder zu kümmern. Stattdessen übernehmen Fernsehen und Fremde ("Kinderkrippen") die (V)Erziehung, mit verheerenden Folgen für die soziale Entwicklung der Kinder.

- Ueberfremdung:
Andere Frauen verzichten ganz auf Kinder, um sich voll auf die "Karriere" zu konzentrieren. Der dadurch fehlende Nachwuchs wird durch kinderreiche Einwanderer ersetzt -- noch mehr billige Arbeitskräfte.

- Militarisierung:
Durch die Aufnahme von Frauen ins Militär ("Vorreiter" Israel) wird die Ausbeutung auch auf diesem Gebiet maximiert. Die Emanzen-Rhetorik von "Friede Freude Eierkuchen" entpuppt sich als orwell'sche Lüge. Lynndie England lässt grüssen!

- Sexuelle Ausbeutung:
Während die Emanzen-Rhetorik von "Selbstbestimmung durch die Pille" faselt, verkommen die Frauen dadurch faktisch zu Hobbyprostituierten, die sich durch Gelegenheitsbekanntschaften (ONS) und Temporärfreunde (unverheiratet) sexuell ausbeuten lassen. Hinzu kommen gesundheitliche Schäden durch die Langzeiteinnahme der Pille.

FAZIT:
Die resultierende entfremdete Gesellschaft, in der kaum noch ganze Familien existieren, mit verwahrlosten Kindern, mit tiefen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen und Ueberfremdung, in der also "jeder gegen jeden" kämpft, bietet die idealen Voraussetzungen für Ausbeuter aller Couleur -- von Konzernen über Kriminelle bis hin zum Staat. Willkommen in der NWO !

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

BartS, Tuesday, 01.02.2005, 00:02 (vor 7674 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

Hi Carl,

Würde gerne ein paar Anmerkung anfügen.

- Lohndrückerei:
Indem auch die weibliche Hälfte der Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt drängt, wird das Angebot an Arbeitskräften tendenziell verdoppelt. Nach den Regeln von "Angebot und Nachfrage" sinkt dadurch der "Wert" pro Arbeitskraft -- die Löhne sinken entsprechend. Dies trifft nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu: Doppelverdienende Paare verdienen heute --in Reallöhnen (inflationsbereinigt)-- zusammen etwa gleichviel wie 1960 ein einzelner Familienvater. Die Folgen für Alleinlebende sind ruinös! Die Emanzen-Rhetorik vom "fairen Lohn" entpuppt sich als orwell'sche Lüge.

Man muss auch sehen, dass eine halbwegs vernünftige Vollbeschäftigung in den europäischen Staaten eine Realität ist. Von daher sollte der Arbeitsmarkt nicht zusammenbrechen, wenn Frauen nach ihrer Lehre oder Studium in den Arbeitsmarkt drängen.

- schlechtere Arbeitsbedingungen:
[quote]Durch das grössere Angebot an Arbeitskräften können die Arbeitgeber höhere Anforderungen bei der Anstellung stellen, und bestehende Angestellte stärker mit Entlassung erpressen -- es warten ja genug andere Bewerber auf den Job. Dies verschlechtert die Arbeitsbedingungen drastisch.
[/quote]

Nun, dass ist ein generelles Problem. Von daher ist es wichtig, dass auf der anderen Seite starke Gewerkschaften und Betriebsräte stehen, die ein ungefähres Gleichgewicht der Kräfte erzeugen.

- familiäre Mehrbelastungen:
[quote]Indem Paare praktisch zur doppelten Erwerbstätigkeit gezwungen werden, kommt auf die Frauen eine bedeutende Mehrbelastung zu: neben Haushalt und Kindern sollen sie zusätzlich ihre Erwerbsarbeit erledigen. Die Emanzen-Rhetorik von "grösserer Freiheit" entpuppt sich als orwell'sche Lüge.
[/quote]

Das wäre ja auch kein so großes Problem, wenn deutlich mehr Kinderbetreuungsstellen zur Verfügung stehen würden (gerade in den alten Bundesländern).

- Verwahrlosung der Kinder:
[quote]Erwerbstätige Mütter haben kaum noch Zeit, sich um eine seriöse Erziehung der Kinder zu kümmern. Stattdessen übernehmen Fernsehen und Fremde ("Kinderkrippen") die (V)Erziehung, mit verheerenden Folgen für die soziale Entwicklung der Kinder.
[/quote]

Wenn Kinder nur noch sich selbst überlassen werden, finde ich das auch schlimm. Den Eltern fehlt entweder die Zeit oder Lust den Entwicklungsweg ihrer Kinder zu begleiten. Was hast Du aber gegen die Betreuung durch öffentliche Stellen? Zum einen sind das sehr geschulte Erzieher, die die Betreuung übernehmen. Zum anderen lernen Kinder schneller die Dynamiken einer Gruppen und das gegenseitige Rücksichtnehmen kennen.

- Ueberfremdung:
Andere Frauen verzichten ganz auf Kinder, um sich voll auf die "Karriere" zu konzentrieren. Der dadurch fehlende Nachwuchs wird durch kinderreiche Einwanderer ersetzt -- noch mehr billige Arbeitskräfte.

Fehlende Kinder sind wirklich ein Problem.

- Militarisierung:
Durch die Aufnahme von Frauen ins Militär ("Vorreiter" Israel) wird die Ausbeutung auch auf diesem Gebiet maximiert. Die Emanzen-Rhetorik von "Friede Freude Eierkuchen" entpuppt sich als orwell'sche Lüge. Lynndie England lässt grüssen!

Was ist mit der, ich kenne die Dame nämlich nicht. Ich verstehe allerdings nicht ganz, was Du beim Militär mit Ausbeutung meinst.

- Sexuelle Ausbeutung:
Während die Emanzen-Rhetorik von "Selbstbestimmung durch die Pille" faselt, verkommen die Frauen dadurch faktisch zu Hobbyprostituierten, die sich durch Gelegenheitsbekanntschaften (ONS) und Temporärfreunde (unverheiratet) sexuell ausbeuten lassen. Hinzu kommen gesundheitliche Schäden durch die Langzeiteinnahme der Pille.

Naja, ich finde jeder ist für sich selbst verantwortlich. Von daher muss sich auch keiner sexuell ausbeuten lassen.

Gruss
BartS

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 00:03 (vor 7674 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

Im Gegensatz zum angeblichen Zweck --Befreiung der unterdrückten Frauen-- bezweckt die "Emanzipation" die Maximierung der Ausbeutung:
- Lohndrückerei:
Indem auch die weibliche Hälfte der Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt drängt, wird das Angebot an Arbeitskräften tendenziell verdoppelt. Nach den Regeln von "Angebot und Nachfrage" sinkt dadurch der "Wert" pro Arbeitskraft -- die Löhne sinken entsprechend. Dies trifft nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu: Doppelverdienende Paare verdienen heute --in Reallöhnen (inflationsbereinigt)-- zusammen etwa gleichviel wie 1960 ein einzelner Familienvater. Die Folgen für Alleinlebende sind ruinös! Die Emanzen-Rhetorik vom "fairen Lohn" entpuppt sich als orwell'sche Lüge.

Diese Zahlen bezweifle ich. Kinderlose Doppelverdiener sind die Profiteure des Feminats. Auch deshalb ist die Geburtenrate so niedrig.

- Sexuelle Ausbeutung:
Während die Emanzen-Rhetorik von "Selbstbestimmung durch die Pille" faselt, verkommen die Frauen dadurch faktisch zu Hobbyprostituierten, die sich durch Gelegenheitsbekanntschaften (ONS) und Temporärfreunde (unverheiratet) sexuell ausbeuten lassen. Hinzu kommen gesundheitliche Schäden durch die Langzeiteinnahme der Pille.

Von Ausbeutung kann keine Rede sein. Schliesslich haben Frauen auch sexuelle Bedürfnisse, sie sind doch nicht zu sexuellen Handlungen bereit, nur weil es Männer gern so hätten. Auch Frauen sind ab und zu geil.

FAZIT:
Die resultierende entfremdete Gesellschaft, in der kaum noch ganze Familien existieren, mit verwahrlosten Kindern, mit tiefen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen und Ueberfremdung, in der also "jeder gegen jeden" kämpft, bietet die idealen Voraussetzungen für Ausbeuter aller Couleur -- von Konzernen über Kriminelle bis hin zum Staat. Willkommen in der NWO !

Das Feminat ist zwar für viele Uebel verantwortlich, aber nicht für alle. Die Massenarbeitslosigkeit ist zur Hauptsache Folge des Konkurrenzdrucks aus Asien. Vor allem die Produktion von low-tech Produkten hat sich fast vollständig nach Asien verlagert. Eigentlich findet eine Angleichung des europäischen Lebensstandards an den asiatischen statt.
Lange zeit schrien die Gutmenschen .. Entwicklungshilfe ! Nun, die Länder Asiens entwickeln sich. Jetzt schreien sie .. Globalisierung nein ! Naja, Gutmenschen eben, wussten im nachhinein immer schon alles vorher.

Scipio

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 00:18 (vor 7674 Tagen) @ BartS

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von BartS am 31. Januar 2005 22:02:32:

Hallo Bart, duschreibst ...
"Man muss auch sehen, dass eine halbwegs vernünftige Vollbeschäftigung in den europäischen Staaten eine Realität ist. Von daher sollte der Arbeitsmarkt nicht zusammenbrechen, wenn Frauen nach ihrer Lehre oder Studium in den Arbeitsmarkt drängen."

Also, ich glaub mich laust der Affe ..
Wir haben eine Massenarbeitslosigkeit, und wir haben die Spitze noch lange nicht erreicht. Waren es vor einigen Jahren nur die sogenannten LOW-TECH Produkte, deren Fabrikation nach Asien abwanderte, so sind es heute mehr und mehr auch MIDDLE und HIGH - TECH Produkte, die vermehrt in Asien produziert werden. Als ein eindrückliches Beispiel sei der Aufstieg der koreanischen Automobilhersteller genannt. Aber ich komme hier vom Thema des Forums ab.
Fazit: Feminismus ist eine Seuche, aber trotzdem nicht für alle Uebel der Welt verantwortlich.

Scipio

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

BartS, Tuesday, 01.02.2005, 00:41 (vor 7674 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Scipio Africanus am 31. Januar 2005 22:18:18:

Hallo Scipio,

"Man muss auch sehen, dass eine halbwegs vernünftige Vollbeschäftigung in den europäischen Staaten eine Realität ist. Von daher sollte der Arbeitsmarkt nicht zusammenbrechen, wenn Frauen nach ihrer Lehre oder Studium in den Arbeitsmarkt drängen."

Also, ich glaub mich laust der Affe ..
Wir haben eine Massenarbeitslosigkeit, und wir haben die Spitze noch lange nicht erreicht.

Man sollte nicht alles auf Deutschland beziehen. Es gibt sehr viele europäische Staaten, die beiweiten nicht so eine hohe Arbeitslosenquote besitzen (man siehe nur die Nachbarn Schweiz und Österreich). Interessant ist, dass die Beschäftigungsquote der Frauen sehr unterschiedlich ist und indirekt im Zusammenhang mit der Arbeitslosenquote steht. Ich habe mal ein paar Beispiele rausgesucht.

Schweden: 4,1% Arbeitslosigkeit (2001) - Beschäftigungsquote: 72,6% Männer/ 69,7% Frauen
Deutschland: 9,4% Arbeitslosigkeit (2001) - Beschäftigungsquote: 72,7% Männer/ 57,8% Frauen
Griechenland: 11,2% Arbeitslosigkeit (2001) - Beschäftigungsquote: 71,3% Männer/ 41,3% Frauen

Gruss
BartS

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 01:05 (vor 7674 Tagen) @ BartS

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von BartS am 31. Januar 2005 22:41:55:

Hallo Scipio,
"Man muss auch sehen, dass eine halbwegs vernünftige Vollbeschäftigung in den europäischen Staaten eine Realität ist. Von daher sollte der Arbeitsmarkt nicht zusammenbrechen, wenn Frauen nach ihrer Lehre oder Studium in den Arbeitsmarkt drängen."
Also, ich glaub mich laust der Affe ..
Wir haben eine Massenarbeitslosigkeit, und wir haben die Spitze noch lange nicht erreicht.

Man sollte nicht alles auf Deutschland beziehen. Es gibt sehr viele europäische Staaten, die beiweiten nicht so eine hohe Arbeitslosenquote besitzen (man siehe nur die Nachbarn Schweiz und Österreich). Interessant ist, dass die Beschäftigungsquote der Frauen sehr unterschiedlich ist und indirekt im Zusammenhang mit der Arbeitslosenquote steht. Ich habe mal ein paar Beispiele rausgesucht.
BartS

Was die Schweiz betrifft, und ihre immer wieder propagierte tiefe Arbeitslosigkeit .. nur soviel
In der Schweiz werden Arbeitslose nur 2 Jahre als Arbeitslose erfasst, dann werden sie "ausgesteuert", erscheinen also in keiner Arbeitslosenstatistik mehr. Meines Wissens werden diese Leute aber in der BRD dann immer noch als sogenannte "Langzeitarbeitslose" als Arbeitslose mitgezählt.

Gruss Scipio

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Rüdiger, Tuesday, 01.02.2005, 01:24 (vor 7674 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Scipio Africanus am 31. Januar 2005 23:05:57:

Was die Schweiz betrifft, und ihre immer wieder propagierte tiefe Arbeitslosigkeit .. nur soviel
In der Schweiz werden Arbeitslose nur 2 Jahre als Arbeitslose erfasst, dann werden sie "ausgesteuert", erscheinen also in keiner Arbeitslosenstatistik mehr. Meines Wissens werden diese Leute aber in der BRD dann immer noch als sogenannte "Langzeitarbeitslose" als Arbeitslose mitgezählt.

Getrickst wird mit der Statistik überall, mehr oder weniger. Da schiebt man (in Holland) viele gesunde Leute als "erwerbsunfähig" in die Frührente, da macht man "Sabbatjahre", zählt Leute mit einer Stunde Arbeit pro Woche schon nicht mehr als arbeitslos und vieles mehr - alles verdeckte Arbeitslosigkeit. Die moderne hochproduktive Produktion braucht eben einfach nicht mehr so viele Menschen, und die Wachstumsraten, die es bräuchte, um das zu neutralisieren, die gibt es hier im Westen einfach nicht mehr. Deswegen gibt es ÜBERALL hier im Westen eine mehr oder minder große verdeckte Arbeitslosigkeit. Auch wenn die Statistik gesünder aussieht.

Gruß, Rüdiger

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Carl, Tuesday, 01.02.2005, 01:32 (vor 7674 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Scipio Africanus am 31. Januar 2005 22:03:10:

Doppelverdienende Paare verdienen heute --in Reallöhnen (inflationsbereinigt)-- zusammen etwa gleichviel wie 1960 ein einzelner Familienvater. Die Folgen für Alleinlebende sind ruinös! Die Emanzen-Rhetorik vom "fairen Lohn" entpuppt sich als orwell'sche Lüge.

Diese Zahlen bezweifle ich. Kinderlose Doppelverdiener sind die
Profiteure des Feminats. Auch deshalb ist die Geburtenrate so niedrig.

DINKs profitieren "relativ" zu denen mit Kindern. Aber ich sprach vom Einkommen, und das sank real für Alle (Weiblein und Männlein).

Von Ausbeutung kann keine Rede sein. Schliesslich haben Frauen auch sexuelle Bedürfnisse, sie sind doch nicht zu sexuellen Handlungen bereit, nur weil es Männer gern so hätten.

Durch die Pille ist ein viel grösserer Erwartungsdruck auf die Frauen vorhanden.

Das Feminat ist zwar für viele Uebel verantwortlich, aber nicht für alle.
Die Massenarbeitslosigkeit ist zur Hauptsache Folge des Konkurrenzdrucks
aus Asien.

Natürlich gibt es noch andere Faktoren, aber das ändert nichts daran, dass unter gegebenen Verhältnissen (Asien-Konkurrenz) eben mehr Jobs hier frei wären, wenn nicht Frauen auf den Arbeitsmarkt gedrückt würden.

Gruss,
Carl

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Carl, Tuesday, 01.02.2005, 01:49 (vor 7674 Tagen) @ BartS

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von BartS am 31. Januar 2005 22:02:32:

Hi Bart,

Man muss auch sehen, dass eine halbwegs vernünftige Vollbeschäftigung in
den europäischen Staaten eine Realität ist.

Huch? EU15-Durchschnitt ist ca. 10%, und das ist die geschönte Zahl !
Als Vollbeschäftigung wird höchstens <5% bezeichnet.
Wenn Frauen das "Angebot" nur um 50% erhöhen, kannste ja nachrechnen was das bedeutet.

Nun, dass ist ein generelles Problem. Von daher ist es wichtig, dass auf der anderen Seite starke Gewerkschaften und Betriebsräte stehen, die ein ungefähres Gleichgewicht der Kräfte erzeugen.

Die rufen eher nach "gleichem Lohn für Frauen"...
Ja klar, gleich tief!

Was hast Du aber gegen die Betreuung durch öffentliche Stellen?

Fehlender Mutterbezug. Führt zu Entfremdung und zuviel Staats-Manipulation.

Zum anderen lernen Kinder schneller die Dynamiken einer Gruppen und das
gegenseitige Rücksichtnehmen kennen.

Wohl eher das gegenseitige Verhauen, wie im TV gelernt.

Lynndie England lässt grüssen!

Was ist mit der, ich kenne die Dame nämlich nicht.

Das ist die US-Soldatin, die in Abu Ghraib irakische Zivilisten folterte.
Das Foto mit der Hundeleine ging um die Welt.

Ich verstehe allerdings nicht ganz, was Du beim Militär mit Ausbeutung
meinst.

Die Arbeitskraft, Lebensqualität, Lebensjahre und evtl. das Leben ansich wird da ziemlich leichtfertig vergeudet.

Naja, ich finde jeder ist für sich selbst verantwortlich. Von daher muss
sich auch keiner sexuell ausbeuten lassen.

Ach gottl. Es muss auch niemand rauchen, trotzdem tun's 35% (bei jungen eher 50%). Alles "bloss" eine Frage des Gruppendrucks, der Medien-PR, etc. etc.

Gruss
Carl

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Odin, Tuesday, 01.02.2005, 01:50 (vor 7674 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

IMO leidet unsere Gesellschaft vor allem an einer "Vermutterung". Frauen gehören genauso in den Arbeitsprozeß wie Männer - mit denselben Möglichkeiten und OHNE entsprechende Vergünstigungen.
Mütter sind für ihre Kinder ungefähr halb so wichtig, wie sie selber glauben. Genau durch den Muttermythos entstehen erst viele "Zivilisationskrankheiten". Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der Mutter - diese Vergünstigungen kommen von rechts. Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der arbeitenden Frau - diese Vergünstigungen kommen von links. So hat sich die Massenbevorzugung der Frau erst entwickelt, weil jeder zuerst am Dickdarm sein wollte: Die Linken mit ihren Verlockungen für die Arbeitswelt und die Rechten mit ihrem Mutterwahn.
Deswegen konnte sich der Feminismus auch so stark entwickeln. Deshalb wird sich der Maskulismus nie so entwickeln können, weil er sich leider eher am Feminismus mißt und wenig eigenes besitzt und er außerdem nicht auf Lockangebote warten kann (außer wenn es um den Mann in der Erziehung geht vielleicht, aber auch hier geht es um den Mann in der Familie, nicht um den Mann in erzieherischen Berufen - siehe mangelnde Unterstützung für den boys-day)

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Carl, Tuesday, 01.02.2005, 01:58 (vor 7674 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Odin am 31. Januar 2005 23:50:20:

Genau durch den Muttermythos entstehen erst viele "Zivilisationskrankheiten".

? Ich dachte die kommen von Bewegungsmangel und falscher Ernährung.
Zumindest letzteres wird durch Emanzentum gefördert!

Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der Mutter - diese
Vergünstigungen kommen von rechts.

Ach so, wenn man die natürliche Rolle der Frau befürwortet, ist man schon rechts ? "Katzen würden REP wählen" ?

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Garp, Tuesday, 01.02.2005, 02:17 (vor 7674 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

Indem auch die weibliche Hälfte der Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt drängt, wird das Angebot an Arbeitskräften tendenziell verdoppelt. Nach den Regeln von "Angebot und Nachfrage" sinkt dadurch der "Wert

Etwas holzschnittartig. Aufgrund der demographischen Entwicklung haben wir jetzt schon in einigen Bereichen einen Fachkräftemangel. Die Bildung ist das entscheidende Kriterium. Jobs für Minderqualifizierte werden rar.

Sexuelle Ausbeutung:
Während die Emanzen-Rhetorik von "Selbstbestimmung durch die Pille" faselt, verkommen die Frauen dadurch faktisch zu Hobbyprostituierten, die sich durch Gelegenheitsbekanntschaften (ONS) und Temporärfreunde (unverheiratet) sexuell ausbeuten lassen. Hinzu kommen gesundheitliche Schäden durch die Langzeiteinnahme der Pille.

Den Punkt verstehe ich überhaupt nicht. Frauen lassen sich ausbeuten? Von wem? Von den triebhaften Männern? Sind Männer Ausbeuter?

Aber in einem Punkt stimme ich dir zu. Die Erwerbstätigkeit der Frau ist in der Tat ein logisches Ziel des Kapitalismus. Den an konsumierende Kunden kann das System nie genug haben. Und wer bietet sich besser fürs konsumieren an als unsere fashion victims?

Bei der Verwahrlosung von Familien würde ich dir auch noch Recht geben. Aber was wäre denn ein konkreter Lösungsansatz? Welche politischen Maßnahmen müssten ergriffen werden um das Problem zu lösen?

Garp

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Magnus, Tuesday, 01.02.2005, 02:33 (vor 7674 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Odin am 31. Januar 2005 23:50:20:

Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der Mutter - diese Vergünstigungen kommen von rechts. Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der arbeitenden Frau - diese Vergünstigungen kommen von links.

Soweit kann ich das nachvollziehen - bloß was ist die Alternative? Strikte Arbeitsteilung halte ich nicht für verkehrt.

Genau durch den Muttermythos entstehen erst viele "Zivilisationskrankheiten".

Ja, das ist teilweise richtig, der Feminismus ist die Krankheit schlechthin, die daraus entstanden ist. Das Schlimme ist nur: die Mehrheit hat sich vom Feminismus bequatschen lassen. Das derzeitige Feminat funktioniert wesentlich schlechter, als die Strikte Arbeitsteiliung. Der Muttermythos hat zumindest die Geburtenrate erhalten, das Feminat hat die Geburtenrate zerstört. Nicht nur Männer haben nun ihre Identität verloren (Frauenversteher-Softie wird zum Zahlesel, während der Macho rumbumst und zeugt) - auch Frauen, die gerne Hausfrau und Mutter sein wollen fühlen sich heute schon genötigt sich schämen zu müssen.

Was brauchen wir also, deiner Meinung nach? Was ist die goldene Lösung?

Magnus

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Magnus, Tuesday, 01.02.2005, 02:43 (vor 7674 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

Da Frauen durchschnittlich nicht so kreativ sind wie Männer und durchschnittlich gesehen mehr Energien in ihr Äußeres, Anerkennung ihrer Person (man will ja nicht wegen der Quote genommen sein - das muss frau erstmal beweisen), Kaffeeklatsch und in ständiger Angst leben, übervorteilt zu werden, werden heute immer weniger Innovationen entwickelt, weil das Hauptaugenmerk auf die eigentliche Sache längst verloren gegangen ist. Da zerstört die Frauenbeauftragte eine Doktorstelle hier und einen Arbeitsplatz da - vor lauter Gleichstellungsschwachsinn kommt mann gar nicht mehr zum produktiven arbeiten - vor allem auch wegen der Schwachsinnigen Frauenförderung, so dass untalentierte Weiber auf wertvolle Studien- und Arbeitsplätze strömen, die sie nicht des Spaßes wegen, sondern der Emanzipation wegen - wenn auch nur zu teilen - belegen. Was einem nicht 100%ig Spaß macht, kann man auch nicht gut machen.

Frauen sind durchschnittlicher gesehen aufgrund dieser Faktoren unproduktiver als Männer. Reden ja auch doppelt soviel wie Männer.

Magnus ;-)

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Paul, Tuesday, 01.02.2005, 10:22 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 23:58:19:

Genau durch den Muttermythos entstehen erst viele "Zivilisationskrankheiten".

? Ich dachte die kommen von Bewegungsmangel und falscher Ernährung.
Zumindest letzteres wird durch Emanzentum gefördert!

Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der Mutter - diese
Vergünstigungen kommen von rechts.

Ach so, wenn man die natürliche Rolle der Frau befürwortet, ist man schon rechts ? "Katzen würden REP wählen" ?

Von Natur aus trägt der Mensch auch keine Kleidung. Rennst Du deswegen nackt rum? Bitte nachdenken. Mit derselben grobgeschnitzten Logik einer "natürlichen" Rolle wurde auch jahrhundertelang (und wird noch, auch wenn dies heute politisch korrekt nach aussen hin anders formuliert wird) das Abschlachten von Männern in kriegen toleriert, da dies ja ihre "natürliche" Rolle sei.

Ausserdem sagte Odin nur "rechts". Obwohl ich diese politische Richtungszuweisung für etwas überholt halte, ist das wohl immer noch etwas anderes als rechtsradikal. Und dass die CDU/CSU tendenziell eher die von dir so bezeichnete "natürliche" Rolle der Frau favorisiert, ist ja nix neues. In derselben Ecke hocken aber auch - und das wundert mich nicht - die fanatischsten und erkenntnisresistentesten Anhänger der Wehrpflicht.

Gruss,
Paul

Volle Zustimmung (n/t)

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 10:36 (vor 7673 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Rüdiger am 31. Januar 2005 23:24:10:

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Paul, Tuesday, 01.02.2005, 10:36 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 23:49:00:

Huch? EU15-Durchschnitt ist ca. 10%, und das ist die geschönte Zahl !
Als Vollbeschäftigung wird höchstens <5% bezeichnet.
Wenn Frauen das "Angebot" nur um 50% erhöhen, kannste ja nachrechnen was das bedeutet.

Du machst denselben Denkfehler wie die sog. "Linken". Der Arbeitsmarkt - und die gesamte Wirtschaft - ist kein statisches System, in dem es nur eine bestimmte Anzahl von Arbeitsplätzen zu verteilen gibt. Mal ganz simpel formuliert: Da ein berufstätiger Mensch auch eigenes Geld zu Verfügung hat, wird er in der Regel mehr konsumieren. Dieser Konsum kann wiederum Arbeitsplätze schaffen. (nachfrageorientierte Argumentation). Oder man sieht es so: Aufgrund der Verbilligung der Arbeitskräfte durch das grössere Angebot werden vermehrt Investitionen getätigt, die ebenfalls Arbeitsplätze schaffen (angebotsorientierte Argumentation). An diesen Punkten schliesst sich jeweils der Kreis, es gibt einen Rückkopplungseffekt (deswegen ist das System nicht statisch). Man kann natürlich darüber streiten, ob das in der Realität so funktioniert und welche anderen Faktoren es gibt. Es entspricht aber tendenziell wesentlich eher der Realität als Deine Vorstellung einer fixen, verteilbaren Menge an Arbeitsplätzen.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat (aber nicht nur dort) m.E. vor allem das Problem, dass eine effiziente Allokation von Arbeitskräften kaum möglich ist, da vereinfacht gesagt "nicht die richtigen Leute" für die entsprechenden Stellen da sind. Das hat zum Teil politische Gründe (Bildungspolitik), zum Teil Mentalitätsgründe (Unflexibilität), andererseits aber auch biologische, manche würden sagen, menschliche: Nicht jeder Mensch ist für jede Arbeit geeignet, egal welche Anstrengungen er unternimmt (trotz Möglichkeit der Bildung bewegt er sich normalerweise in einem gewissen, vorgegeben Rahmen von Fähigkeiten), so dass die Vorstellung einer lehrbuchgemässen Resourcenallokation auf dem Arbeitsmarkt in der Realität nicht wirklich funktionieren kann.

Gruss,
Paul

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

ein weiterer Andreas, Tuesday, 01.02.2005, 10:53 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

- Lohndrückerei:
Indem auch die weibliche Hälfte der Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt drängt, wird das Angebot an Arbeitskräften tendenziell verdoppelt. Nach den Regeln von "Angebot und Nachfrage" sinkt dadurch der "Wert" pro Arbeitskraft -- die Löhne sinken entsprechend....

Ihr seid alle Keynesianer. Eure Denke basiert auf Annahmen, die nur bei Zugrundelegung eines kurzen Betrachtungszeitraumes realistisch sind. Bei langfristiger haben die Klassiker Recht, und das bedeutet: die Ausweitung des Faktorangebots führt über mehr Wachstum zu einem höherem Sozialprodukt, d.h. mehr Wohlstand.

- schlechtere Arbeitsbedingungen:

siehe oben

- familiäre Mehrbelastungen:

Da stimme ich Dir zu. Habe nur anzumerken: der Feminismus will die Mehrbelastung der Frau ja dadurch auffangen, daß er die Väter in eine Art männliche Zweitmutter konvertieren will. Das steckt hinter den einschlägigen Befassungen mit der Vaterrolle weiblicherseits. Daß das vollkommen am Leben vorbei theoretisiert ist versteht sich von selbst.

- Verwahrlosung der Kinder:

Zustimmung. Siehe DDR. Wer die Familie als Keimzelle der Gesellschaft auflöst untergräbt die fundamentalen sozialen Strukturen. Die Kindergrippen-FDJ-Generation im Osten bildet heute den Nährboden für den dortigen Rechtsextremismus. Die Kinder brauchen Werte und soziale Orientierung. Wenn sie die zuhause nicht mehr kriegen, weil sie den ganzen Tag in einer Kinderverwahranstalt stecken, suchen sie die irgendwo anders.

- Ueberfremdung:
Andere Frauen verzichten ganz auf Kinder, um sich voll auf die "Karriere" zu konzentrieren. Der dadurch fehlende Nachwuchs wird durch kinderreiche Einwanderer ersetzt -- noch mehr billige Arbeitskräfte.

Setzt voraus, daß die Einwanderer dauerhaft höhere Geburtenraten als die heimische Bevölkerung haben. Das ist aber justament nicht der Fall. Die eingewanderten Türken haben zB ab der zweiten Generation hier auch eine so niedrige Geburtenrate, daß deren Bestand auch schrumpft. Die Dekadenz färbt eben ab.

Wer vor dem Hintergrund nicht ausreichender Geburtenraten über Migration die Bevölkerung erhalten will muß für ständigen Zustrom sorgen. Die sich daraus ergebenden Integrationslasten für eine ohnehin schon in Wertauflösung befindliche Gesellschaft sind aber auch wieder nicht zu leisten.

Man kann es drehen und wenden wie man will: ohne Kinder keine Zukunft.

- Militarisierung:

Da verstehe ich nicht, was Du sagen willst.

- Sexuelle Ausbeutung:
Während die Emanzen-Rhetorik von "Selbstbestimmung durch die Pille" faselt, verkommen die Frauen dadurch faktisch zu Hobbyprostituierten, die sich durch Gelegenheitsbekanntschaften (ONS) und Temporärfreunde (unverheiratet) sexuell ausbeuten lassen ...

Volle Zustimmung!

Die resultierende entfremdete Gesellschaft[/b], in der kaum noch ganze Familien existieren, mit verwahrlosten Kindern, mit tiefen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen und Ueberfremdung, in der also "jeder gegen jeden" kämpft, bietet die idealen Voraussetzungen für Ausbeuter aller Couleur -- von Konzernen über Kriminelle bis hin zum Staat. Willkommen in der NWO !

... eben die "Ausweitung der Kampfzone" (Houellebecq)

Gruß

Andreas

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 11:29 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 08:53:27:

- Lohndrückerei:
Indem auch die weibliche Hälfte der Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt drängt, wird das Angebot an Arbeitskräften tendenziell verdoppelt. Nach den Regeln von "Angebot und Nachfrage" sinkt dadurch der "Wert" pro Arbeitskraft -- die Löhne sinken entsprechend....

Ihr seid alle Keynesianer. Eure Denke basiert auf Annahmen, die nur bei Zugrundelegung eines kurzen Betrachtungszeitraumes realistisch sind. Bei langfristiger haben die Klassiker Recht, und das bedeutet: die Ausweitung des Faktorangebots führt über mehr Wachstum zu einem höherem Sozialprodukt, d.h. mehr Wohlstand.

Diese optimistische Sicht teile ich nicht. Wesentlichstes Ziel des Kapitalismus ist es nicht, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern Profit zu erwirtschaften. Die Lohnkosten sind DER entscheidende Faktor, ob zu konkurrenzfähigen Preisen produziert werden kann. Die erhöhte Nachfrage kann zu einem grossen Teil durch Rationalisierungen erreicht werden. Die Vollbeschäftigung ist ein Mythos. Nur bei Zuwachsraten von etwa 5 % ist Vollbeschäftigung realistisch. Solche Zuwachsraten sind die absolute Ausnahme.
Massenarbeitslosigkeit ist der Normalfall, Vollbeschäftigung die Ausnahme. Das Kapital konzentriert sich übrigens immer mehr, der Wohlstand wird zu einem Wohlstand weniger. In der Schweiz verfügen 1 % der Bevölkerung über mehr als 90 % des Volksvermögens. Also, ich hab zwei Mercedes, du keinen. Im Durchschnitt haben wir je einen, es geht uns gut.

Die resultierende entfremdete Gesellschaft[/b], in der kaum noch ganze Familien existieren, mit verwahrlosten Kindern, mit tiefen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen und Ueberfremdung, in der also "jeder gegen jeden" kämpft, bietet die idealen Voraussetzungen für Ausbeuter aller Couleur -- von Konzernen über Kriminelle bis hin zum Staat. Willkommen in der NWO !

... eben die "Ausweitung der Kampfzone" (Houellebecq)

Wir stehen im globalen Wettbewerb. Noch rationeller noch mehr Güter zu noch niedrigeren Preisen herstellen. Wer nicht mithält und dem Druck nicht standhält, wird invalid geschrieben. Noch nie gab es in der Schweiz derart viele Invaliditätsfälle wie heute. Auch das alles versteckte Arbeitslose, die in keiner Arbeitslosenstatistik auftauchen.
Im globalen Wettbewerb hat der einen Vorteil, der die Sozialabgaben so weit wie möglich einschränkt. Wir stehen am Anfang einer Weltwirtschaftskrise, so sehe ich das. Parallelen zu den Endzwanziger - Jahren sind da, auch wenn sich Geschichte nicht widerholt.

Scipio

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

ein weiterer Andreas, Tuesday, 01.02.2005, 11:38 (vor 7673 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Scipio Africanus am 01. Februar 2005 09:29:50:

... Wesentlichstes Ziel des Kapitalismus ist es nicht, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern Profit zu erwirtschaften. Die Lohnkosten sind DER entscheidende Faktor, ob zu konkurrenzfähigen Preisen produziert werden kann.

OK, den Vorwurf des Keynesianismus nehme ich bei Dir zurück. Du bist ein Marxist.

Der ökonomische Unverstand und das anhängen an Erklärungsansätze, die sich nun doch wirklich überlebt haben sollten, ist geradezu obskur.

Was die gegenwärtige Strukturkrise des "rheinischen Kapitalismus" auf geistigem Gebiet an Rückfällen auslöst, kaum daß die jahrzehntelange Schönwetterphase sich ein bißchen eintrübt, das stimmt schon nachdenklich.

Gruß

Kraußer

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Garp, Tuesday, 01.02.2005, 11:42 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 08:53:27:

Hallo Andreas

- Sexuelle Ausbeutung:
[quote]Während die Emanzen-Rhetorik von "Selbstbestimmung durch die Pille" faselt, verkommen die Frauen dadurch faktisch zu Hobbyprostituierten, die sich durch Gelegenheitsbekanntschaften (ONS) und Temporärfreunde (unverheiratet) sexuell ausbeuten lassen [/quote]

Volle Zustimmung

Auch an dich die Frage. Wer beutet die Frauen sexuell aus? Das können dann ja nur die Männer sein. Was ist mit Männern mit Gelegenheitsbekanntschaften? Werden diese von Frauen ausgebeutet?
Ahh, nein Moment ich verstehe. Auf sexuellem Gebiet können nur Frauen ausgebeutet werden.

Ein schönes Beispiel für die Deckungsgleichheit feministischer Theorie und wertkonservativen Gedankenguts. Wie kann einem dieser Widerspruch nicht auffallen?

... eben die "Ausweitung der Kampfzone" (Houellebecq)

Also wenn du schon Houellebecq zitierst. Dieser spricht nicht von einer Ausbeutung der Frauen. Sein Thema ist die Kommerzialisierung der Sexualität. Demnach haben nur noch Menschen mit einem hohen Attraktivitätspotenzial Sex soviel sie möchten. Menschen, die die Schönheitsnorm nicht erfüllen können, bekommen dagegen weder Sex noch eine Partnerschaft. So gesehen trifft die Kommerzialisierung nach Houellebecq die Männer im selben Umfang wie Frauen.
Erstaunlich warum so viele Männer ins Bordell gehen, da es in Deutschland eurer Meinung nach so viele „Hobbyhuren“ geben müsste. Ja wo sind die denn? Lebt ihr in der Wirklichkeit oder in einer Fernsehrealität?

Garp

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 11:45 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 09:38:55:

OK, den Vorwurf des Keynesianismus nehme ich bei Dir zurück. Du bist ein Marxist.
Der ökonomische Unverstand und das anhängen an Erklärungsansätze, die sich nun doch wirklich überlebt haben sollten, ist geradezu obskur.
Was die gegenwärtige Strukturkrise des "rheinischen Kapitalismus" auf geistigem Gebiet an Rückfällen auslöst, kaum daß die jahrzehntelange Schönwetterphase sich ein bißchen eintrübt, das stimmt schon nachdenklich.

Gruß
Kraußer

Marxist .. LOL
Die unsichtbare lenkende Hand, klar, wers glaubt. Diese Hand hat aber den Mittelfinger nach oben gestreckt!
Im globalen Wettbewerb hat der einen Vorteil, der in einem Arbeitgebermarkt operiert, d.h der auf eine Sockelarbeitslosigkeit zählen kann.
Es wird alles wieder gut, die unsichtbare Hand macht das schon .. hummm

ein wenig skeptisch ... Scipio

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Paul, Tuesday, 01.02.2005, 12:15 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 08:53:27:

Ihr seid alle Keynesianer. Eure Denke basiert auf Annahmen, die nur bei Zugrundelegung eines kurzen Betrachtungszeitraumes realistisch sind. Bei langfristiger haben die Klassiker Recht, und das bedeutet: die Ausweitung des Faktorangebots führt über mehr Wachstum zu einem höherem Sozialprodukt, d.h. mehr Wohlstand.

Die klassische/neoklassische Ökonomie hat genauso wenig "Recht" wie die die nachfrageorientiere keynesianische Denke. Beide sind extrem grobschlächtige Annährungen an die Realität, haben mit dieser allerdings reichlich wenig zu tun. Beide gegen von Idealvorstellungen aus, die in der Realität nicht erfüllt werden und auch nicht erfüllbar sind. Hinzu kommt dass bestimmte Thesen in sich widersprüchlich sind und deswegen bewiesenermassen falsch sein _müssen_ (z.b. die Hypothese, Märkte seien effizient, kann nicht wahr sein ohne eine der Voraussetzungen für die Hypothese - die Marktteilnehmer handeln rational - gleichzeitig zu widerlegen. Viel näher an der Realität ist z.B. Doyne Farmers agentenbasiertes Marktmodell, welches übrigens das tatsächliche Marktverhalten realistisch abbildet, inklusive Phänomenen wie biespielsweise der Nicht-Normalverteilung von Kursschwankungen, also dem Vorkommen von sog. "Fat Tails", persistenten Preisbewegungen ohne das Eintreffen neuer Information am Marktplatz usw.).

Ich bin allerdings in dieser Diskussion insofern etwas "eher" auf Deiner Seite, denn ich habe hier auch den Eindruck, dass oftmals (im speziellen von Carl) ein Bild der Wirtschaft als statisches System gegeben angenommen wird, welches natürlich noch weniger der Realität entspricht.

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Sternchen, Tuesday, 01.02.2005, 13:20 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

Naja, dann kann es ja bei der alten Rollenteilung bleiben: Mann verdient das Geld uns Frau hütet dann Haus und Kinder. Ich verstehe dann nur nicht, warum sich einige Männer über die daraus resultierenden Unterhaltspflichten nach einer Trennung beschweren. Wenn Frau nicht arbeitet und sich nur um die Kinder und Haushalt kümmert, muß der Mann Unterhalt zahlen, da sich Frau und Kinder nicht selbst ernähren können. Dann könnte man nur noch darüber diskutieren, ob die Exfrau auch noch die Wäsche des Exmannes machen muß...
Aber traditionelle Rollenteilung und Ablehnen von daraus resultierenden unterhaltsansprüchen pasts nicht zusammen. Und ich vermisse die Rolle des Vaters bei dem Modell. Meine Kinder sollen mehr von ihrem Vater kennen als nur den arbeitenden Wochenendpapi, der unter der Woche um 20:00 Uhr nach Hause kommt. Und sie sollen eine Mutter haben, die sich selbst und andere ernähren kann...

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

BartS, Tuesday, 01.02.2005, 13:22 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 08:53:27:

Hallo anderer Andreas,

in vielen Punkten möchte ich Dir zustimmen. Nur an einer Stelle würde ich Widerspruch anmelden.

- Verwahrlosung der Kinder:

Zustimmung. Siehe DDR. Wer die Familie als Keimzelle der Gesellschaft auflöst untergräbt die fundamentalen sozialen Strukturen. Die Kindergrippen-FDJ-Generation im Osten bildet heute den Nährboden für den dortigen Rechtsextremismus. Die Kinder brauchen Werte und soziale Orientierung. Wenn sie die zuhause nicht mehr kriegen, weil sie den ganzen Tag in einer Kinderverwahranstalt stecken, suchen sie die irgendwo anders.[/i]

Zum einen glaube ich, dass das eine sehr gewagte These ist, dass die ehemalige Kinderversorgungspolitik mit dem jetzigen Rechtsextremismus zusamenhängt. Wenn schon, dann würde ich eine Ursache in dem schnellen Wechsel von "sozialer Abgesichertheit in eine permanente Hoffnungslosigkeit" sehen.

Ich denke das eine richtig verstandene Kinderbetreuung nicht zu einer Auflösung der Familie führt. Die Situation ist heute doch eher so, dass immer weniger Familien entstehen, da das Kinderbekommen ein soziales Risiko darstellt. Auch die Bezeichnung "Kinderverwahranstalt" ist sehr unpassend.

Gruss
BartS

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

BartS, Tuesday, 01.02.2005, 13:32 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 23:49:00:

Hallo Carl,

zu vielen Punkten wurde schon was von anderer Stelle gesagt. Ich möchte mich deshalb auf einige Thesen beschränken.

Was hast Du aber gegen die Betreuung durch öffentliche Stellen?

Fehlender Mutterbezug. Führt zu Entfremdung und zuviel Staats-Manipulation.[/i]

Das sind Risiken, auf die man achten muss, ja. Allerdings wenn beide Elternteile arbeiten müssen, dann wird das Kind seine Mutter auch den halben Tag nicht sehen.

Zum anderen lernen Kinder schneller die Dynamiken einer Gruppen und das
gegenseitige Rücksichtnehmen kennen.

Wohl eher das gegenseitige Verhauen, wie im TV gelernt.[/i]

Hast Du bei Deiner Schuleinführung das gegenseitige Verhauen gelernt? ;-) Kinder brauchen den Umgang mit gleichaltrigen. Ich habe das bei den Kindern meiner Schwester erlebt. Solange sie zu Hause waren, fühlten sich die Kinder wie Könige, die im Mittelpunkt stehen, alles dreht sich nur um sie. In der Gruppe im Kindergarten lernten sie Rücksicht zu nehmen, dass sie eben nicht die einzigen Menschen auf der Erde seien.

> Lynndie England lässt grüssen!

Was ist mit der, ich kenne die Dame nämlich nicht.

Das ist die US-Soldatin, die in Abu Ghraib irakische Zivilisten folterte.
Das Foto mit der Hundeleine ging um die Welt.[/i]

Achso, danke, den Namen hatte ich schon vergessen.

Naja, ich finde jeder ist für sich selbst verantwortlich. Von daher muss
sich auch keiner sexuell ausbeuten lassen.

Ach gottl. Es muss auch niemand rauchen, trotzdem tun's 35% (bei jungen eher 50%). Alles "bloss" eine Frage des Gruppendrucks, der Medien-PR, etc. etc.[/i]

Ich bin da trotzdem der Meinung, wenn sie erwachsen sind, müssen sie wissen was sie tun. Der Gruppendruck wird ihnen als Ausrede nichts nützen, es ist ihre Gesundheit.

Gruss
BartS

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Nikos, Tuesday, 01.02.2005, 13:48 (vor 7673 Tagen) @ BartS

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von BartS am 31. Januar 2005 22:41:55:

Griechenland: 11,2% Arbeitslosigkeit (2001) - Beschäftigungsquote: 71,3% Männer/ 41,3% Frauen<

Das ist auch gut so :-)

Nikos

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Nikos, Tuesday, 01.02.2005, 14:30 (vor 7673 Tagen) @ Sternchen

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Sternchen am 01. Februar 2005 11:20:06:

Noch etwas komplet anderes ist es aber, wenn die Mutter sagt "ich mache das, was du gerade vorschlägst, nicht mit, nur weil es von dir kommt".

DAS ist was Männern nicht passt und auch niemals passen wird. Und genau das ist eine/die eigentliche/einzige feministische Errungenschaft und im Endeffekt nicht weiter als Männerhass.

Wenn man als Mann (ungeachtet eigener Wünsche und Bedürfnisse) genau das macht, was Frauen verlangen, gibt es (fast) keine Probleme (man ist ja dann womöglich "Weichei" und somit trotzdem unerwünscht/nicht "wahrnehmbar")

Gegen eine Verbesserung der gemeinsamen Lebensumständen insgesamt hat keiner was.

Nur, leider ist mittlerweile auch dies vorbei. Der Grundvertrauen zwischen Mann und Frau ist durch die Femis zerstört worden. Ich kann nicht wissen, ob meine Freundin mich unterbewusst hasst oder mag und ob nach der Geburt des Kindes ihre wahre Gefühle rauslässt und mich zum Zahlesel degradiert. Die Möglichkeiten dazu hätte sie durch das Gesetz sehr wohl, und zwar ganz viele Möglichkeiten.

Nikos

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

ein weiterer Andreas, Tuesday, 01.02.2005, 14:37 (vor 7673 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Garp am 01. Februar 2005 09:42:40:

Auch an dich die Frage. Wer beutet die Frauen sexuell aus? Das können dann ja nur die Männer sein. Was ist mit Männern mit Gelegenheitsbekanntschaften? Werden diese von Frauen ausgebeutet?

Die Frauen mit Gelegenheitsbekanntschaften lassen sich in aller Regel finanziell von den Männern aushalten. Umgekehrt nicht.

So gesehen trifft die Kommerzialisierung nach Houellebecq die Männer im selben Umfang wie Frauen.

Verzerrt wieder gegeben. Houellebecqs Thema ist die Auflösung der sozialen Partnerwahlstrukturen und die sich daraus ergebende Radikalisierung des Verteilungskampfes um Sexualität. Kommerzialisierung spielt bei ihm nur insofern eine Rolle, als er Marktliberalisierung auf den Güter- und Einkommensmärkten ergebnisgleich zu derjenigen auf dem partnerschaftlich sozialen Gebiet sieht: Überfluß bei den einen, totale Verarmung bei den anderen.

Erstaunlich warum so viele Männer ins Bordell gehen, da es in Deutschland eurer Meinung nach so viele „Hobbyhuren“ geben müsste. Ja wo sind die denn? Lebt ihr in der Wirklichkeit oder in einer Fernsehrealität?

Ja in welcher Realität lebst Du denn? Noch nicht aufgefallen daß die vielen Hobbyhuren nur an den geldigsten Männchen hängen. Vielleicht solltest Du Deinen Houellebecq doch noch mal lesen.

Andreas

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

ein weiterer Andreas, Tuesday, 01.02.2005, 14:41 (vor 7673 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Paul am 01. Februar 2005 10:15:13:

Die klassische/neoklassische Ökonomie hat genauso wenig "Recht" wie die die nachfrageorientiere keynesianische Denke. Beide sind extrem grobschlächtige Annährungen an die Realität ...

Die Keyensianischen Prämissen sind um so realistischer, je kürzer man den Betrachtungszeitraum wählt. Die klassischen um so realistischer, ja länger der Betrachtungszeitraum ist.

Das alle Denkmodelle vergröbernd sind ist klar. Das kann aber nicht bedeuten, sie abzulehnen. Keine Wissenschaft kommt ohne aus. Ohne Modellierungsgrundlage kann jeder alles behaupten, weil jeder sich seine eigene Sicht schafft. Dann kreisen die Diskussionen unstrukturiert vom Hundersten ins Tausendste wie es eben tatsächlich oft der Fall ist.

Gruß

Andreas

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Odin, Tuesday, 01.02.2005, 15:03 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 23:58:19:

Genau durch den Muttermythos entstehen erst viele "Zivilisationskrankheiten".

? Ich dachte die kommen von Bewegungsmangel und falscher Ernährung.
Zumindest letzteres wird durch Emanzentum gefördert!

Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der Mutter - diese
Vergünstigungen kommen von rechts.

Ach so, wenn man die natürliche Rolle der Frau befürwortet, ist man schon rechts ? "Katzen würden REP wählen" ?

Die "natürliche Rolle" der Frau an Heim und Herd. Soso... Ein paar Jahrtausende verschlafen?
Du wirst in der Geschichte kaum eine Zeit finden, in der die Frauen nur für Haushalt zuständig waren - außer in reicheren Schichten. Das ist eine Fehlentwicklung der Neuzeit. Allerdings ist dabei aber zu berücksichtigen, daß Wohnen und Arbeit selten so getrennt waren, wie heute. Kinder haben sich weitgehends immer untereinander beschäftigt. Das war auch zu meiner Zeit noch so. Die heutige Fixierung unserer Kinder allein auf die Mutter oder aber auch nur auf Mutter und Vater ist krankmachend. Mutter und Vater müssen auf dem laufenden sein, was ihre Kinder betrifft, aber sie müssen sie nicht ständig um sich herum haben.

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Nikos, Tuesday, 01.02.2005, 15:08 (vor 7673 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Odin am 01. Februar 2005 13:03:26:

Kinder haben sich weitgehends immer untereinander beschäftigt. Das war auch zu meiner Zeit noch so. Die heutige Fixierung unserer Kinder allein auf die Mutter oder aber auch nur auf Mutter und Vater ist krankmachend. Mutter und Vater müssen auf dem laufenden sein, was ihre Kinder betrifft, aber sie müssen sie nicht ständig um sich herum haben<

Würdest Du eine Ganztagsschule befürworten?

Nikos

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Paul, Tuesday, 01.02.2005, 15:10 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 12:37:16:

Erstaunlich warum so viele Männer ins Bordell gehen, da es in Deutschland eurer Meinung nach so viele „Hobbyhuren“ geben müsste. Ja wo sind die denn? Lebt ihr in der Wirklichkeit oder in einer Fernsehrealität?

Ja in welcher Realität lebst Du denn? Noch nicht aufgefallen daß die vielen Hobbyhuren nur an den geldigsten Männchen hängen. Vielleicht solltest Du Deinen Houellebecq doch noch mal lesen.
Andreas

Was die Realität angeht, so möchte ich Dir durchaus zustimmen. Ein deutlich ablesbarer (an Kleidung, Auto, Auftreten), hoher sozioökonomischer Status verfehlt i.d.R. seine Wirkung nicht. Am meisten übrigens meiner Erfahrung nach bei gerade jenen Frauen, die sonst stets solche Präferenzen weit von sich weisen. Sprich: Die typische Femi-Ökotante die Männer mit dicken Autos "prolig" findet, ist normalerweise die erste die einem Porsche/BMW/Mercedes-Fahrer sabbernd am Hals hängt, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. :-)

Bei Houellebecq ist es aber schon so, dass er zwischen dem normalen "Wirtschaftsmarkt" und dem "Partnermarkt" differenziert. Dieser eine Typ in "Ausweitung" der Kampfzone ist ja wirtschaftlich durchaus erfolgreich, trotzdem auf dem "Partnermarkt" ziemlich erfolglos. Houellebecq hat mit dieser Differenzierung nicht ganz unrecht, weil natürlich der sozioökonomische Status keinen Erfolg auf dem Partnermarkt garantiert - er ist "ledglich" ein wichtiger Einflussfaktor.

Gruss,
Paul

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Odin, Tuesday, 01.02.2005, 15:30 (vor 7673 Tagen) @ Magnus

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Magnus am 01. Februar 2005 00:33:22:

Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der Mutter - diese Vergünstigungen kommen von rechts. Schluß mit der Bevorzugung und Beweihräucherung der arbeitenden Frau - diese Vergünstigungen kommen von links.
Soweit kann ich das nachvollziehen - bloß was ist die Alternative? Strikte Arbeitsteilung halte ich nicht für verkehrt.

"Verkehrt" ist auch nicht der richtige Ausdruck. Wie eine Familie ihr Zusammenleben gestaltet ist denen ihr Bier. Wenn sie das so arrangiert hat brauchts aber auch kein Gemaule vom Mann, daß seine Frau "faul herumliegt" und kein Gemaule von der Frau, dass sie die ach so tolle Karriere als Tengelmannkassiererin verpaßt und im Alter keine Rente hat - das ist dann halt mal so!

Schlecht wirds, wenn die Politik das eine oder andere - und manchmal auch beides - zu fördern versucht. Es braucht nun wirklich kein Ehegattensplitting. Die Verlockung sich nur noch um Kind und Garten zu kümmern ist ohnehin schon groß genug und dann auch noch von Hausfrauenrente zu schwafeln schlägt dem Faß noch den Boden aus.
Es braucht auch keine Quotenregelungen (von Teilbereichen mal abgesehen) für Frauen. Wenn sie zu unfähig sind, Karriere zu machen und sich "bessere Plätze" in der Gesellschaft zu erobern, dann sollen sies bleiben lassen. Ein gut dotierter Posten sollte Anreiz genug sein sich anzustrengen - bei Männern reichts ja auch!

Genau durch den Muttermythos entstehen erst viele "Zivilisationskrankheiten".
Ja, das ist teilweise richtig, der Feminismus ist die Krankheit schlechthin, die daraus entstanden ist. Das Schlimme ist nur: die Mehrheit hat sich vom Feminismus bequatschen lassen. Das derzeitige Feminat funktioniert wesentlich schlechter, als die Strikte Arbeitsteiliung. Der Muttermythos hat zumindest die Geburtenrate erhalten, das Feminat hat die Geburtenrate zerstört. Nicht nur Männer haben nun ihre Identität verloren (Frauenversteher-Softie wird zum Zahlesel, während der Macho rumbumst und zeugt) - auch Frauen, die gerne Hausfrau und Mutter sein wollen fühlen sich heute schon genötigt sich schämen zu müssen.
Was brauchen wir also, deiner Meinung nach? Was ist die goldene Lösung?
Magnus

Gleiche Rechten und Pflichten wäre schon mal ein toller Anfang - wenn nicht noch mehr :-)
Welchen Lebensentwurf das Paar sich wählt, ist deren Sache - siehe oben. Bestimmte Lebensentwürfe haben bestimmte Nachteile und die müssen auch für Frauen bestehen bleiben = kein Hausfrauengehalt, keine Hausfrauenrente. Man hat das Leben als "Versorgte" gewählt und das hat große Vorteile, aber auch große Nachteile (spätere Umschulung nicht ausgeschlossen!)

Grundsächlich - und da sehe ich Hartz 4 als einen Quantensprung an: Nur durch Arbeit soll auf Dauer Geld und Wohlstand kommen, nicht durch Versorgung und Stütze. Das gilt für BEIDE Geschlechter! Und ebenso kann auch eine Karriere NUR DURCH ARBEIT kommen - nicht durch Stütze!
Ein Kind IST in der Regel eine Karrierebremse. Dies ist NICHT finanziell auszugleichen! Ein Kind hat aber nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile und diese haben für BEIDE Geschlechter zu gelten. Kann sich denn wirklich vor lauter Gequassel um Geld und Familienwahlrecht keiner mehr vorstellen, daß es schön ist, ein Kind aufwachsen zu sehen? Muss man daneben für diese "große Last" auch noch die Hand aufhalten? Kinder kriegen ist inzwischen ein lukrativer Nebenverdienst für sozial schwache. Wer glaubt denn, dass diese Kinder geliebt aufwachsen, wenn in erster Linie das Kindergeld wichtig war? Durch diese ständigen massiven Eingriffe mit Vergünstigungen und künstlichen Hindernissen schafft man sich doch erst die Probleme, die man nachher mit noch mehr Vergünstigungen und künstlichen Hindernissen zu beseitigen sucht - und stattdessen wieder andere Probleme schafft.
Zum Schluß noch: Frauen sollen dazu geführt werden, wieder zu arbeiten, indem man die staatlichen - stattlichen - Hilfen fürs Zuhausebleiben streicht.
Kindergärten und Kinderhorte lassen sich leicht finanzieren, wenn die betreffende Familie auch ordentlich dafür zahlt - und das tun diese, wenn 1) das Einkommen dafür da ist (durch den Zweitjob) und 2) die Differenz zwischen arbeiten und zuhausebleiben größer wird durch Wegfall des Ehegattensplittings.
In diesem Punkt ist sich "linker Maskulismus" - wie ich ihn mal bezeichnen würde - auch teilweise einig mit bestimmten Teilen des Feminismus. Nicht alle Feministen wollen tatsächlich diese Vergünstigungen. Viele erkennen darin die Gefahr, dass Frauen unselbständig gehalten werden - in diesem Fall von "rechten Feministen" und "rechten Maskulisten"
(wobei die Bezeichnung "rechter Feminist" mal einfach so erfunden wurde - weiß nicht, obs sowas gibt *g*)

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Odin, Tuesday, 01.02.2005, 15:47 (vor 7673 Tagen) @ BartS

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von BartS am 01. Februar 2005 11:22:18:

Hallo anderer Andreas,
in vielen Punkten möchte ich Dir zustimmen. Nur an einer Stelle würde ich Widerspruch anmelden.
>- Verwahrlosung der Kinder:
Zustimmung. Siehe DDR. Wer die Familie als Keimzelle der Gesellschaft auflöst untergräbt die fundamentalen sozialen Strukturen. Die Kindergrippen-FDJ-Generation im Osten bildet heute den Nährboden für den dortigen Rechtsextremismus. Die Kinder brauchen Werte und soziale Orientierung. Wenn sie die zuhause nicht mehr kriegen, weil sie den ganzen Tag in einer Kinderverwahranstalt stecken, suchen sie die irgendwo anders.

Zum einen glaube ich, dass das eine sehr gewagte These ist, dass die ehemalige Kinderversorgungspolitik mit dem jetzigen Rechtsextremismus zusamenhängt. Wenn schon, dann würde ich eine Ursache in dem schnellen Wechsel von "sozialer Abgesichertheit in eine permanente Hoffnungslosigkeit" sehen.

IMO ist hier ein Zusammenhang mit der nicht erfolgten Vergangenheitsbewältigung: Faschisten waren ganz klar "die anderen jenseits der Grenze". Man selber war ja kommunistisch und brauchte sich daher mit der faschistischen Vergangenheit nicht anders als als Ankläger und Opfer beschäftigen.

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Odin, Tuesday, 01.02.2005, 15:58 (vor 7673 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Nikos am 01. Februar 2005 13:08:21:

Kinder haben sich weitgehends immer untereinander beschäftigt. Das war auch zu meiner Zeit noch so. Die heutige Fixierung unserer Kinder allein auf die Mutter oder aber auch nur auf Mutter und Vater ist krankmachend. Mutter und Vater müssen auf dem laufenden sein, was ihre Kinder betrifft, aber sie müssen sie nicht ständig um sich herum haben<

Würdest Du eine Ganztagsschule befürworten?
Nikos

Ja

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Simon (der erste), Tuesday, 01.02.2005, 16:17 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 23:58:19:

Ach so, wenn man die natürliche Rolle der Frau befürwortet, ist man schon rechts ?

Woher wißt Ihr eigentlich immer so genau, was natürlich ist? Und wieso soll das ein Argument für irgendetwas sein?

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 16:22 (vor 7673 Tagen) @ Simon (der erste)

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Simon (der erste) am 01. Februar 2005 14:17:42:

Ach so, wenn man die natürliche Rolle der Frau befürwortet, ist man schon rechts ?

Woher wißt Ihr eigentlich immer so genau, was natürlich ist? Und wieso soll das ein Argument für irgendetwas sein?

Natürliche Rolle der Frau .. humm .. kann ich mir nur das Kinderkriegen vorstellen. Allerdings ist der Ausdruck "natürliche Rolle" strengstens verboten und darf nicht mehr verwendet werden.

scipio

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

BartS, Tuesday, 01.02.2005, 16:36 (vor 7673 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Odin am 01. Februar 2005 13:47:38:

Hallo Odin,

IMO ist hier ein Zusammenhang mit der nicht erfolgten Vergangenheitsbewältigung: Faschisten waren ganz klar "die anderen jenseits der Grenze". Man selber war ja kommunistisch und brauchte sich daher mit der faschistischen Vergangenheit nicht anders als als Ankläger und Opfer beschäftigen.

Mal angenommen die These stimmt. Bei der Landtagswahl in Sachsen bekam die NPD den größten Stimmenzuwachs bei den Erstwählern. Wer heute um die 20 Jahre ist, war damals zur politischen Wende gerade mal 5 Jahre alt, sprich im Vorschulalter. Dagegen bekam die NPD von den über 50 jährigen kaum Zustimmung, obwohl sie angeblich keine Vergangenheitsbewältung durchführten. Wie passt das zusammen?

Ich will diese These gar nicht mal vollständig abstreiten, aber ich denke damit lässt sich das Phänomen nicht erklären.

Gruss
BartS

Das hat Methode

Vatikanbeobachter, Tuesday, 01.02.2005, 16:40 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

Der "real existierende Feminismus" ist von der Gegenseite installiert worden, um eine Wahre Gleichberechtigung, deren Zeit gekommen war, vonvornherein zu korrumpieren..

Vergleichbar mit der "New-Age=Sewage" Mülloffensive, die eine geistige Weiterentwicklung der Massen ebenfalls diskreditieren sollte..

Ähnliches gilt für sog. Verschwörungstheorien, die Informationen jenseits des Mainstream durch Lächerlichmachen neutralisieren..

so long Vatikanbeobachter

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

ein weiterer Andreas, Tuesday, 01.02.2005, 16:47 (vor 7673 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Paul am 01. Februar 2005 13:10:39:

Bei Houellebecq ist es aber schon so, dass er zwischen dem normalen "Wirtschaftsmarkt" und dem "Partnermarkt" differenziert. Dieser eine Typ in "Ausweitung" der Kampfzone ist ja wirtschaftlich durchaus erfolgreich, trotzdem auf dem "Partnermarkt" ziemlich erfolglos. Houellebecq hat mit dieser Differenzierung nicht ganz unrecht, weil natürlich der sozioökonomische Status keinen Erfolg auf dem Partnermarkt garantiert - er ist "ledglich" ein wichtiger Einflussfaktor.

Es ist schon interessant zu sehen, wie verschiedene Leute aus dem gleichen Buch etwas jeweils anderes herauslesen.

Ich verstehe Houellebecq so: Der Abbau sozialer Normen und Reglementationen im Sinne einer Liberalisierung des Marktgeschehens (freies Spiel der Kräfte) führt zu einer starken Konzentration im Verteilprozeß. Auf den Gütermärkten führten Deregulierung und Privatisierung im Folge des Thatcherismus zu einer stark unterschiedlichen Einkommensverteilung. Auf dem Partnermarkt ist das Pendant in der Deregulierung im Abbau gesellschaftlich-, sozialer Normen zu sehen (religiöse Moral, neue Partnerschaftsformen weg von der STandardehe etc. pp.). Diese Deregulierung des Partnermarktes führt zu den analog gleichen Ergebnisse wie diejenige auf dem Gütermarkt: reichliche sexuelle Möglichkeiten für einige hier, totale sexuelle Verkümmerung bei anderen dort. Dagegen hatten die alten reglementierenden Normen noch jeweils einen nivellierenden Charakter gehabt. Die Extreme lagen vor der Deregulierung nicht so weit auseinander.

Das Schlagwort der "Ausweitung der Kampfzone" bezieht sich auf die sukzessive Ausweitung gesellschaftlicher Bereiche, in denen das freie Spiel der Kräfte freigelegt wird - erst die Ökonomie, dann das Sozial-Partnermarktliche. Die Marktliberalisierung des Partnerbeziehungen sieht Houellebecq (meiner Meinung nach vollkommen zurecht) durch die normzersetzende Wirkung der 68er Bewegung bewerkstelligt. Die Sozialromantiker betätigten sich hier als Marktliberale - Ball paradox.

Gruß

Andreas

Re: Das hat Methode

Frauenversteher AD, Tuesday, 01.02.2005, 17:00 (vor 7673 Tagen) @ Vatikanbeobachter

Als Antwort auf: Das hat Methode von Vatikanbeobachter am 01. Februar 2005 14:40:33:

Zumindest den dritten Punkt kann ich bestätigen.
Z.B. Rense.com steht im Verdacht, gesteuert zu werden, die präsentieren alle möglichen Probleme (natürlich ohne auf Lösungen hinzuweisen) und versehen sie mit dem kleinen extraspin an Verrücktheit, daß man sich damit bei seinen Freunden (oder )im Forum nur blamieren kann. Letztenendes wirts du dann von solchen Seiten inaktiviert durch Entmutigung/Isolierung.

Zu Punkt 1
Wenn das so wäre mit dem real existierenden Feminismus, was ich jetzt mal dahingestellt sein lasse, dann wäre es allerdings allerliebst blöd wenn Frauen und Männer wie geplant aufeinander eindreschen und dann damit schwächen und letzen endes beherrschbar machen GUTER Gedanke thannx

Zu Punkt 2

wenn das so wäre mit dem Newage ... also ich hab auf meiner Bachblütenpackung ein Zitat von Dr. Bach, jetzt singemäß:

Wenn man einen Sache zerstören will, sollman sie nicht direkt bekämpfen, sondern verfälschen,

Im Lichte dieser Idee würden einige extreme Bullshit-tendenzen des Newage ja schon wider in einem anderen Licht erscheinen.

danke für die Ideen

Frauenversteher AD

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Tisserand, Tuesday, 01.02.2005, 17:14 (vor 7673 Tagen) @ BartS

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von BartS am 01. Februar 2005 14:36:37:

Mal angenommen die These stimmt. Bei der Landtagswahl in Sachsen bekam die NPD den größten Stimmenzuwachs bei den Erstwählern. Wer heute um die 20 Jahre ist, war damals zur politischen Wende gerade mal 5 Jahre alt, sprich im Vorschulalter. Dagegen bekam die NPD von den über 50 jährigen kaum Zustimmung, obwohl sie angeblich keine Vergangenheitsbewältung durchführten. Wie passt das zusammen?

Ich will diese These gar nicht mal vollständig abstreiten, aber ich denke damit lässt sich das Phänomen nicht erklären.

Hallo Bartsi,

die Zustimmung des Einzelnen mit dem Gesellschaftsystem wird in erster Linie an der real existierende sozio-ökonomische Situation gemessen. Die Generation der über 50jährigen ist dem Grunde nach zu den Wendegewinnern zuzurechnen, dies aufgrund der Vermögensgewinne durch die Aufwertung ihrer Rentenbezüge und der bis zu Hartz IV noch relativ hohen Sozialleistungsansprüche. Sie sind also überwiegend nicht mit einem existenzbedrohenden Leidensdruck konfrontiert und arrangieren sich mit den Verhältnissen.

Bei den Erstwählern sieht die Sache anders aus. Sie werden mit der unerhört hohen Arbeitslosigkeit konfrontiert und ihre Zukunftsaussichten sind falls sie sich nicht zur Migration entschließen äußerst beschränkt. Aus dieser Situation heraus wächst die Bereitschaft zu radikalen Lösungen.

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Sternchen, Tuesday, 01.02.2005, 17:31 (vor 7673 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Nikos am 01. Februar 2005 12:30:34:

<<<Ich kann nicht wissen, ob meine Freundin mich unterbewusst hasst oder mag und ob nach der Geburt des Kindes ihre wahre Gefühle rauslässt und mich zum Zahlesel degradiert. Die Möglichkeiten dazu hätte sie durch das Gesetz sehr wohl, und zwar ganz viele Möglichkeiten.> > >

Tell me about it... Ich bin mit einem Mann verheiratet, der schon einmal verheiratet war, mit genau der klassichen Rollenteilung: er ackert und sie versorgt Haus und Kinder (und den Paketfahrer nebenher auch noch...). Ich kenn die ganze Palette von : "ich will doch nur, was mir zusteht"! Vielleicht liegt es ja auch an den Erfahrungen, dass mein Mann kein Freund der traditionellen Aufgabenverteilung (mehr) ist, sondern dass wir Familien- und Erwerbsarbeit aufteilen.

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Rüdiger, Tuesday, 01.02.2005, 17:45 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 09:38:55:

OK, den Vorwurf des Keynesianismus nehme ich bei Dir zurück. Du bist ein Marxist.
Der ökonomische Unverstand und das anhängen an Erklärungsansätze, die sich nun doch wirklich überlebt haben sollten, ist geradezu obskur.
Was die gegenwärtige Strukturkrise des "rheinischen Kapitalismus" auf geistigem Gebiet an Rückfällen auslöst, kaum daß die jahrzehntelange Schönwetterphase sich ein bißchen eintrübt, das stimmt schon nachdenklich.

Bloß daß diese "gegenwärtige Strukturkrise" (Arbeitslosigkeit) nun schon - mit sich verstärkender Tendenz - seit 30 Jahren andauert, und es ist weder ein Ende noch auch nur Linderung in Sicht. Auch ist es ja nicht nur Deutschland so, sondern auch in Ländern, die nicht durch "rheinischen Kapitalismus" geprägt sind, sondern den Neoliberalen als Muster gelten, etwa Thatcher-England. Die Arbeitslosenstatistik dort weist zwar offiziell nur 6 % Arbeitslose aus, aber sie ist weit stärker frisiert als die Deutschlands. Langzeitsarbeitslose - die eigentliche Problemgruppe - werden gar nicht mehr mitgezählt, und wer auch nur 1 Stunde pro Woche arbeitet, fällt auch heraus. Jeder Freizeitauftritt einer Rockband wird zum "Job", doch ohne daß die Leute davon leben könnten ... Mehrere Dutzend Änderungen hat's dort an der Art und Weise der Erfassung der Zahl der Arbeitslosen gegeben, alles mit dem Ziel, die Zahl kleinzurechnen. Erhöbe man die Zahl auf deutsche Weise, läge die Quote bei 9 bis 10 %, also ähnlich hoch wie in Westdeutschland. (Die gesamtdeutsche Quote ist durch den Sonderfaktor Ostdeutschland, den die anderen großen westlichen Industrieländer nicht kennen, getrübt). Ähnliches gilt für die Statistik der USA. In Dänemark gibt es die "Sabbatjahre", was auch nur verdeckte Erwerbslosigkeit ist, in Holland schickte man Hunderttausende in die Frührente oder in die "Invalidität" (wobei das Pendel jetzt umzuschlagen beginnt: Kürzlich klagte eine Holländerin in einer Radioreportage, obwohl sie einen kranken Rücken habe und täglich Schmerzen bei der Arbeit, schreibe man sie nicht arbeitsunfähig), und die Teilzeitquote ist sehr hoch, wobei ich nicht den Eindruck habe, alle Teilzeitarbeitenden verzichteten wirklich freiwillig auf einen Vollzeitjob. Rechnet man das alles heraus, landet man bei einer Quote von rund 6 %, also dieselbe wie in Baden-Württemberg oder Bayern. Wobei man eine Arbeitslosenquote von 6 % noch um 1970 als sehr hoch empfunden hätte - nur Armutsgebiete wie Irland oder Neapel hatten solche Quoten. Bundeskanzler Schmidt: "5 % Inflation sind mir lieber als 5 % Arbeitslosigkeit" (wenig später hatten wir beides).

Wie wir sehen, sind offenbar weder die neoliberale Ideologie noch der vielgeschmähte "rheinische Kapitalismus" in der Lage, die Probleme in den Griff zu kriegen. Die offensichtliche Unfähigkeit der neoliberalen Ideologie, die Probleme in den Griff zu kriegen, sind für mich Grund genug, um skeptisch zu sein, auch wenn ich mich eher als einen Konservativen denn als einen Linken verstehe. "Konservativ" zu sein bedeutet für mich eben auch, bei aller Wertschätzung von Markt und Wettbewerb auf Distanz zu - sorry - durchgeknallten ultraliberalen Ideologen zu gehen, die alles, auch den Menschen und die Familie, nur noch als Wirtschaftssub- und -objekte sehen.

Gruß, Rüdiger

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

ein weiterer Andreas, Tuesday, 01.02.2005, 18:16 (vor 7673 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Rüdiger am 01. Februar 2005 15:45:26:

Die Diskussion läuft schon ziemlich bizarr. Begonnen hat das Ganze mit der Betitelung "Keynesianismus" meinerseits für einen eingangs aufgestellten ökonomischen Erklärungsansatz. Ich habe versucht, dem den klassischen Erklärungsansatz gegenüber zu stellen.

Daraufhin findet keine Vertiefung des Themas Keynes vs. Klassik, sondern ein locker-flockiger Einwurf statt, den ich ebenso locker als marxistischen Gedanken aus rheinisch-kapitalistischem Umfeld bezeichne.

Nun trittst Du (Rüdiger) auf den Plan und lieferst eine Polemik zum Thema Neo-Liberalismus vs. Rhein-Kapitalismus (= soziale Marktwirtschaft).

Wenn die Diskussionen derart unstrukturiert laufen, fällt es mir ehrlich gesagt schwer, Nerven und Energie für den weiteren Austausch aufbringen.

A behauptet, er hat einen Eimer. B wendet ein, der sei ja gar nicht schwarz. C fällt dazu ein, es sei außerdem kein Wasser drin ...

Nochmal der Ausgangspunkt zur Erinnerung:
Bringt eine Erhöhung des Faktorangebots an Arbeit nur mehr Arbeitslosigkeit bzw. sinkende Löhne, oder ein höheres Produktionsniveau?

Gruß

Andreas

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 18:19 (vor 7673 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Rüdiger am 01. Februar 2005 15:45:26:

Rüdiger, du hast mir aus der Seele gesprochen. Noch etwas zu den Arbeitsloenstatistiken.
Als arbeitslos sollte doch eine Person gelten, die Arbeit sucht und grundsätzlich auch arbeitsfähig ist, aber keine Anstellung findet. Wer eine 100 % Anstellung anstrebt, aber nur 40 % arbeiten kann, sollte als zu 60 % arbeitslos gelten. Das gäbe ein sehr viel genaueres Bild über die tatsächlichen Verhältnisse.
Nicht als arbeitslos gilt beispielsweise auch die Frau, die sich 15 Jahre um den Nachwuchs gekümmert hat und wieder ins Berufsleben einsteigen will. Sie ist aber nicht berechtigt, Arbeitslosengeld zu beziehen, da sie keine Beiträge einbezahlt hat und gilt somit nicht als arbeitslos. Der durch lange Arbeitslosigkeit psychisch erkrankte ist nicht mehr arbeitsfähig und gilt auch nicht als arbeitslos, weil arbeitsunfähig geworden.
Alle diese Statistiken sind wenig aussagekräftig, weil geschönt.

scipio

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

BartS, Tuesday, 01.02.2005, 18:45 (vor 7673 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Scipio Africanus am 01. Februar 2005 16:19:01:

Hallo Scipio,

also ich häng mich nochmal rein ;-).

Als arbeitslos sollte doch eine Person gelten, die Arbeit sucht und grundsätzlich auch arbeitsfähig ist, aber keine Anstellung findet. Wer eine 100 % Anstellung anstrebt, aber nur 40 % arbeiten kann, sollte als zu 60 % arbeitslos gelten. Das gäbe ein sehr viel genaueres Bild über die tatsächlichen Verhältnisse.

Das sollte man meinen, da angegeben werden könnte, wie viel Arbeitsvolumen auf dem Markt verfügbar wäre. Allerdings denke ich, dass die Realität etwas anders aussieht. Es gibt eine Reihe von Menschen, die bewusst nur halbtags oder gar nicht arbeiten wollen. Ausserdem wie viel Prozent Anstellung man anstrebt dürfte auch vom Gehalt abhängen. In manchen Berufen reicht selbst eine 100%-Anstellung nicht aus, um sich vernünftig zu verpflegen.

Nicht als arbeitslos gilt beispielsweise auch die Frau, die sich 15 Jahre um den Nachwuchs gekümmert hat und wieder ins Berufsleben einsteigen will. Sie ist aber nicht berechtigt, Arbeitslosengeld zu beziehen, da sie keine Beiträge einbezahlt hat und gilt somit nicht als arbeitslos.

Ich bin jetzt nicht ganz sicher, aber im Prinzip kann sich jeder arbeitlos beim Arbeitsamt melden. Nur das ist nicht gleichbedeutend mit einem Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Der durch lange Arbeitslosigkeit psychisch erkrankte ist nicht mehr arbeitsfähig und gilt auch nicht als arbeitslos, weil arbeitsunfähig geworden.

Da würde es aber auch wenig Sinn machen, ihn in die Arbeitslosenstatistik mit aufzunehmen.

Alle diese Statistiken sind wenig aussagekräftig, weil geschönt.

Naja, man sollte sie zumindest auf ein einheitliches Niveau bringen, um die Zahlen von verschiedenen Ländern vergleichen zu können.

Gruss
BartS

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Garfield, Tuesday, 01.02.2005, 18:46 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 08:53:27:

Hallo Andreas!

"Eure Denke basiert auf Annahmen, die nur bei Zugrundelegung eines kurzen Betrachtungszeitraumes realistisch sind. Bei langfristiger haben die Klassiker Recht, und das bedeutet: die Ausweitung des Faktorangebots führt über mehr Wachstum zu einem höherem Sozialprodukt, d.h. mehr Wohlstand."

Das kommt darauf an, was du unter einem "kurzen Betrachtungszeitraum" verstehst.

Bisher lief das immer so ab:

Es gab Wachstum, bei diesem Wachstum fiel auch für viele kleine Leute etwas ab, das stärkte die Märkte, was das Wachstum noch verstärkte... Unendliches Wachstum ist aber nicht möglich. So kommt die Entwicklung zwangsläufig immer wieder an einen Punkt, von dem aus es dann wieder abwärts geht.

Dann ging es vielen Menschen langsam immer schlechter. "Gelöst" wurde dieses Problem üblicherweise durch irgendeine Katastrophe, meist durch einen verheerenden Krieg. Diese Katastrophe setzte die Wirtschaft quasi wieder auf 0 zurück, und von diesem Stand aus war dann neues Wachstum möglich, wenn es dafür genügend Potenzial (z.B. durch gut ausgebildete Fachkräfte oder reichlich vorhande Bodenschätze) gab.

Legt man nun Anfangs- und Endpunkt der zeitlichen Betrachtung an die gerade genehmen Stellen, dann kann man natürlich problemlos "nachweisen", daß es den Menschen doch immer besser gehen würde.

Den Menschen heute nützt das aber nichts. Und ihnen nützt es auch nicht, daß es langfristig, also in vielleicht 50 Jahren, wenn sie längst aus dem Erwerbsleben raus sind und von einer Hungerrente dahin vegetieren müssen, vielleicht wieder aufwärts gehen wird.

So bleibt eben nichts anderes übrig, als weitgehend oder ganz auf Kinder zu verzichten. Es gibt schon lange Menschen, deren Einkommen trotz Wochenendarbeit und Überstunden gerade mal ausreicht, um die Miete für eine durchschnittliche Wohnung zu zahlen. Wenn man dann keinen Partner hat, der deutlich mehr verdient, dann sind Kinder finanziell einfach nicht drin, angesichts der hohen Kosten, die sie allein schon durch die ewig langen Ausbildungszeiten hierzulande verursachen. Es ist hier eben nicht wie in vielen armen Ländern, wo Kinder schon früh mitarbeiten und so zum Familieneinkommen beitragen.

Aber vielleicht ändert sich das ja auch bald...

Ich denke, Carl hat Recht, wenn er schreibt, daß es der Wirtschaft sehr recht war, daß auch Frauen zunehmend ins Erwerbsleben drängten. Bis in die 1960er Jahre hinein gab es ja in Deutschland tatsächlich noch Arbeitskräftemangel. Es ist kein Zufall, daß in dieser Zeit die Märkte wuchsen und daß dann seit den 1970er Jahren, als die Arbeitslosenzahlen wieder anstiegen, der Abwärtstrend in Gang kam.

In den 1950er und 1960er Jahren waren die Unternehmen gezwungen, gut zu zahlen, um gute Mitarbeiter zu bekommen (oder um überhaupt Mitarbeiter zu kriegen). Damals schrieben Unternehmen Schüler in den letzten Schuljahren an und baten sie, doch eventuell eine Lehre bei ihnen in Erwägung zu ziehen. Als die DDR 1961 die Grenze schloß, war das für viele westliche Großunternehmen, z.B. für VW, ein echtes Problem, weil damit die Zuwanderung von gut ausgebildeten Facharbeitern aus dem Osten versiegte (genau das war ja auch der wesentlichste Grund für den Mauerbau).

Neben Einwanderern waren mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt natürlich eine Lösung des Problems. Es ging aber keineswegs nur darum, einfach nur Arbeitskräfte zu bekommen. Nein, wie Carl schon geschrieben hat, ging es auch darum, gute Leute für möglichst wenig Geld zu bekommen. Das klappt nur bei hohen Arbeitslosenzahlen.

Und wieso wohl hat die Wirtschaft schon immer Senkung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe gefordert? Es ging dabei einzig und allein darum, Erwerbslose dazu zu zwingen, jeden noch so miesen Job für jede noch so schlechte Bezahlung anzunehmen. Ob ein Beschäftigter von seinem Gehalt die fröhlich weiter steigenden Lebenshaltungskosten noch zahlen kann, interessiert ja niemanden.

Zwar stiegen die Löhne und Gehälter zunächst durchaus noch weiter. Die Arbeitslosigkeit wirkte sich ja nicht sofort auf breiter Front aus. Die Zuwanderer hatten oft keine gute Qualifikation, und auch viele Frauen haben es in früheren Zeiten nicht für nötig gehalten, eine gute oder überhaupt eine Berufsausbildung zu absolvieren.

Das ist nämlich auch der Grund dafür, wieso Jobs, die heute noch überwiegend von Zuwanderern und von Frauen erledigt werden, so schlecht bezahlt werden. Das liegt nicht, wie immer wieder behauptet wird, daran, daß diese Gruppen so sehr diskriminiert werden würden, sondern es liegt einfach daran, daß es in diesen Gruppen besonders viele schlecht qualifizierte Personen gibt, die sich dann um diese Jobs drängeln, weil sie aufgrund ihrer schlechten Qualifikation keine Chance auf andere Jobs haben. Das treibt das Arbeitskräfte-Angebot für solche "niederen" Jobs hoch, und da bewirkt das Gesetz von Angebot und Nachfrage dann, daß die Bezahlung entsprechend mies ausfällt.

Gut ausgebildete Facharbeiter oder gar Akademiker konnte man zunächst noch nicht so einfach mit einem Appel und einem Ei abspeisen. Da mußte man noch warten, bis die Automatisierung auch immer mehr Jobs für diese Gruppen vernichtete. Und bis auch immer mehr Frauen gut qualifiziert auf den Arbeitsmarkt drängten. Und als es in immer mehr Billiglohnländern einigermaßen gut qualifiziertes Personal gab, nutzte man zusätzlich noch die Möglichkeit der Produktionsverlagerung dorthin.

So stieg die Arbeitslosigkeit immer weiter an, und in immer mehr Branchen sanken die Real-Einkommen. Zwar sanken auch manche Preise. Das ging auch nicht anders, weil es nun immer mehr Menschen mit niedrigen Einkommen gab, die sich hohe Preise nicht mehr leisten konnten. Aber das bewirkte in der Wirtschaft nun noch zusätzlichen Preisdruck, worauf man mit noch mehr Automatisierung, noch mehr Produktionsverlagerungen ins Ausland und damit einhergehend mit noch mehr Entlassungen in Deutschland reagierte. Und insgesamt stiegen und steigen die Lebenshaltungskosten nun stärker als die Real-Einkommen. Dafür sorgt nicht nur die Wirtschaft über Lohn-Dumping, sondern auch der Staat, den die steigende Arbeitslosigkeit immer teurer zu stehen kommt und der deshalb die Steuern und Abgaben munter immer weiter erhöht.

Wie stellen sich Politik und Wirtschaft nun die Lösung dieses Problems vor? Ganz typisch dazu äußert sich der Herr Hartz.

Er hat bekanntlich die "Reformen" vorgeschlagen, die dann nach ihm "Hartz IV" genannt worden sind. Das Ganze zielt darauf ab, eine neue Runde im Lohn-Dumping einzuleiten, in der Hoffnung, daß viele Menschen so naiv sind, ernsthaft zu glauben, daß das mehr Arbeitsplätze schaffen könnte.

Vor kurzem las ich dann mal ein Interview mit diesem Herrn Hartz. Da beklagte er sich darüber, daß die Kunden ja so sehr auf den Preis achten würden. Die Autohersteller müßten heute sooo große Rabatte geben, und das wäre doch auch für die Kunden schädlich, weil so immer weniger Geld für Neuentwicklungen übrig wäre...

Das ist ganz typisch für die allermeisten unserer etablierten Wirtschaftslenker: Einerseits soll die Bevölkerung für immer weniger Geld immer mehr arbeiten. Andererseits soll sie aber auch mit immer weniger Geld immer höhere Preise bezahlen. Daß das so nicht funktionieren kann, sollte eigentlich jedem Erstklässler klar sein.

Aber das ist eben Wunschdenken. Jeder Unternehmer sieht natürlich immer nur das eigene Unternehmen und nie die gesamte Wirtschaft. Und natürlich ist kein Unternehmer freiwillig bereit, höhere Löhne zu zahlen, um so seinen Gewinn zu schmälern und damit anderen Unternehmen Märkte zu sichern. "Was geht mich fremdes Elend an" ist da das große Motto.

Nun hört man immer wieder die Aussage, daß mehr Kinder die Wirtschaft allein durch den durch sie erzeugten höheren Konsum ankurbeln würden, und daß so für zusätzliche Kinder auch schon ganz automatisch neue Arbeitsplätze entstehen würden.

Das ist eine Milchmädchenrechnung, die nur dann aufgehen würde, wenn jedes Kind als Nachgeburt noch einen Koffer mit einer satten Geldsumme drin dazu bekommen würde, die die Eltern dann verkonsumieren könnten.

So ist das aber leider nicht. Natürlich verursachen mehr Kinder einen erhöhten Bedarf an bestimmten Produkten wie Babynahrung, Windeln, Spielzeug usw. Das Geld dafür fällt aber nicht vom Himmel, sondern es muß von den Eltern aufgebracht werden. Sie nehmen es teilweise aus ihrem eigenen Einkommen. So können sie für ihre eigenen Bedürfnisse weniger verkonsumieren. Was an einer Stelle dem Markt an Geld zufließt, bleibt dann an anderer Stelle eben aus.

Zusätzlich bekommen Eltern für Kinder aber noch Geld vom Staat. Das fällt aber auch nicht vom Himmel. Der Staat nimmt es aus dem Steuertopf, und da fehlt es dann für andere staatliche Ausgaben. Und wenn es wieder mal nicht reicht, dann werden Steuern erhöht. Das trifft mehr oder weniger viele Menschen, je nachdem, welche Steuer erhöht wurde. Diesen Menschen fehlt dann das zusätzlich für Steuern gezahlte Geld auch zum Verkonsumieren.

So würden mehr Kinder zunächst einmal nur den Unternehmen nützen, die Produkte für Kinder herstellen. Die würden vielleicht sogar neues Personal einstellen. Alle anderen Unternehmen würden im Durchschnitt Umsatzrückgänge verzeichnen und deshalb auch weiterhin Personal abbauen.

Wenn die Kinder dann herangewachsen sind, werden die Arbeitslosenzahlen also noch höher sein. Somit haben die Jugendlichen dann auch entsprechend schlechtere Chancen, um überhaupt ins Berufsleben hinein zu kommen. Viele von ihnen werden also das Heer der Arbeitslosen verstärken.

Zwar müssen sie zwangsläufig zumindest lebensnotwendige Güter konsumieren, aber das wird durch Sozialleistungen finanziert, die durch diejenigen, die noch erwerbstätig sind, aufgebracht werden müssen und denen dann wieder zum Verkonsumieren fehlen...

Eine Erhöhung der Bevölkerungszahl bewirkt also keineswegs automatisch einen Wirtschaftsaufschwung! Effektiv wird der Binnenmarkt nur durch Zunahme von Erwerbstätigen gestärkt. Diese Zunahme kann nur durch Einstellung zusätzlichen Personals realisiert werden, und zusätzliches Personal wird nur eingestellt, wenn es am Markt genug Kaufkraft gibt. Da beißt sich die Katze dann in den Schwanz, denn Kunden ohne Kaufkraft sind keine Kunden, sondern womöglich noch Ladendiebe.

Bedenken muß man auch, daß sich die Einkommen umgekehrt proportional zu den Arbeitslosenzahlen verhalten. Das schwächt den Binnenmarkt dann also noch weiter, weil entsprechend dem Gesetz von Angebot und Nachfrage bei hohen Arbeitslosenzahlen auch viele der Menschen, die noch erwerbstätig sind, weniger verdienen.

Wenn man in so einer Situation nicht bereit ist, da regulierend einzugreifen, dann gibt es kaum Auswege aus dieser Situation. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten, um den schwächelnden Binnenmarkt auszugleichen:

1. Eine erhöhte Nachfrage aus dem Ausland. Die haben wir allerdings im Moment, beispielsweise durch die wachsenden Märkte in China. Da läßt sich also gar nicht mehr so viel steigern. Und sobald eine Weltwirtschaftskrise ausbricht und die Nachfrage aus dem Ausland wieder nachläßt, wird uns das ziemlich übel treffen. Dann erst bricht die Krise so richtig aus.

2. Eine zeitlich befristete erhöhte Nachfrage von staatlicher Seite. Dazu braucht der Staat aber Geld, das er nicht hat, auch weil immer mehr Erwerbslose finanziert werden müssen.

Also läuft alles so weiter wie bisher, und so können sich eben auch immer weniger Menschen Kinder leisten. Das ist die logische Konsequenz der deutschen Politik.

"Die Kindergrippen-FDJ-Generation im Osten bildet heute den Nährboden für den dortigen Rechtsextremismus."

Das hat ganz andere Gründe:

In der DDR wurde "Freundschaft zu sozialistischen Brudervölkern" von oben verordnet. Obendrein versuchte man, auf Ausländer einen möglichst guten Eindruck zu machen. Die DDR sollte auf sie möglichst positiv wirken. Man sah es auch gern, wenn Menschen aus dem Ausland in die DDR übersiedelten. Wenn das tatsächlich auch mal jemand aus dem westlichen Ausland tat, wurde auch prompt in den Medien darüber berichtet. Rußland-Deutsche bekamen in der DDR sofort eine Wohnung und ein Auto. Ein normaler DDR-Bürger konnte darauf jahrelang warten. Das führte natürlich zu Frust in der Bevölkerung, zumal viele Rußland-Deutsche gar nicht die Absicht hatten, dauerhaft in der DDR zu bleiben. Sie sahen die DDR nur als Sprungbrett für ein Leben in der Bundesrepublik. Deshalb hatten sie auch keine Eile damit, die Staatsbürgerschaft der DDR zu bekommen. Sie warteten ein paar Jahre, bis sie gut Deutsch sprachen, und dann wanderten sie ganz offiziell in den Westen aus, was für sie im Gegensatz zum normalen DDR-Bürger durch die fehlende DDR-Staatsbürgerschaft auch kein Problem war.

Es gab in der DDR immer auch Gastarbeiter aus Afrika, Asien oder sonstwoher. Mein Vater arbeitete mal auf einer Großbaustelle, wo auch einige Gastarbeiter aus Afrika arbeiteten. Die wurden dann in der Kantine grundsätzlich bevorzugt bedient, brauchten sich also nie anstellen.

Es waren solche Sachen, die schon zu DDR-Zeiten eine heimliche Ausländerfeindlichkeit schürten. Mit Kinderkrippen hatte das nichts zu tun.

Nach der Wiedervereinigung wurde das verstärkt durch die hohe Arbeitslosigkeit. Anfang der 1990er Jahre gab es dann auch noch einen Ansturm von Asylbewerbern aus Rumänien. Das waren fast ausnahmslos Zigeuner, die zum großen Teil hochgradig kriminell waren und sich entsprechend benommen haben. Ich weiß nicht, wieso die in der Zeit so massenhaft nach Deutschland kamen. Vielleicht ist die rumänische Regierung mit irgendeinem Gesetz gegen sie vorgegangen. Aber wie dem auch sei: Das hat dann auch sehr dazu beigetragen, rechtsextremistische Tendenzen im Osten zu verstärken.

Dazu kam noch, daß im Allgemeinen im Osten der Ausländeranteil nie sehr hoch war. Das fördert natürlich Vorurteile.

Im Westen gab es schon immer eher die Tendenz zum Linksextremismus. Ich denke, das liegt auch mit daran, daß vor allem Jugendliche dazu neigen, sich extremistischen Gruppen anzuschließen. Und Jugendliche neigen nun einmal immer zur Opposition gegen die Erwachsenen. So war es logisch, daß in der DDR, wo die offizielle Politik eher links war, die Jugendlichen sich zum rechten Spektrum hingezogen fühlten, während es im Westen genau umgekehrt war.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Garp, Tuesday, 01.02.2005, 19:12 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 12:37:16:

Hallo Andreas,

Auch an dich die Frage. Wer beutet die Frauen sexuell aus?

Die Frauen mit Gelegenheitsbekanntschaften lassen sich in aller Regel finanziell von den Männern aushalten. Umgekehrt nicht.

Tja damit haben wir noch immer nicht die Frage geklärt, wer die Frauen ausbeutet.
Denn deine Antwort suggeriert, dass Männer von Frauen ausgebeutet werden.
Ja was den nun? Werden jetzt die Männer oder die Frauen ausgebeutet und was genau hat dies mit der Entwicklung sicherer Verhütungsmittel zu tun? (rätsel)

Nochmals die Argumentation von Carl:

Während die Emanzen-Rhetorik von "Selbstbestimmung durch die Pille" faselt, verkommen die Frauen dadurch faktisch zu Hobbyprostituierten, die sich durch Gelegenheitsbekanntschaften (ONS) und Temporärfreunde (unverheiratet) sexuell ausbeuten lassen

Also ich verstehe seine Aussage wie folgt:

Die sexuelle „Befreiung“ durch moderne Verhütungsmittel führt zu einer sexuellen Ausbeutung der Frau.

Diese These ist für mich feministisch. Aber wahrscheinlich hast du ihn anders verstanden

Grüße
Garp

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Garp, Tuesday, 01.02.2005, 19:28 (vor 7673 Tagen) @ Sternchen

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Sternchen am 01. Februar 2005 11:20:06:

Naja, dann kann es ja bei der alten Rollenteilung bleiben: Mann verdient das Geld uns Frau hütet dann Haus und Kinder. Ich verstehe dann nur nicht, warum sich einige Männer über die daraus resultierenden Unterhaltspflichten nach einer Trennung beschweren. Wenn Frau nicht arbeitet und sich nur um die Kinder und Haushalt kümmert, muß der Mann Unterhalt zahlen

Exakt.
Es geht bei dieser Diskussion eben nicht um Männerrechte. Es geht um politisch geprägte Weltbilder. Dass eben auch ein „Zurück in die Geschichte“ insbesondere für Männer wenig hilfreich wäre, wollen viele nicht einsehen.
Typische Argumentation der Kulturpessimisten:
Die Familien zerfallen, die Kinder verwahrlosen, es muss etwas getan werden.
Die Kritik an diesem Zustand ist zwar berechtigt. Aber die Lösung kann nicht in einer strikten Arbeitsteilung liegen. Erstens weil es nicht umsetzbar ist. Zweitens weil es für Männer wie Frauen keine angemessene Lösung mehr darstellt.

Grüße
Garp

Verschwörungsschrott

Ralf, Tuesday, 01.02.2005, 19:34 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

Im Gegensatz zum angeblichen Zweck --Befreiung der unterdrückten Frauen-- bezweckt die "Emanzipation" die Maximierung der Ausbeutung:

Also manchmal verstehe ich dieses Forum nicht!

Da kommt die bekloppteste aller Verschwörungstheorien - der heimliche "Zweck" der Emanzipation ist die Ausbeutung der Arbeitnehmer und die Senkung der Löhne, womit Feminismus dann wohl eine fiese Erfindung der bösen Kapitalisten, Multis und sonstigen üblichen Verdächtigen und linken Feinbildern sein muss -, und was passiert?

x erwachsene(?) Leute, von denen etliche hier ansonsten echt vernünftige Ideen haben, stellen nicht etwa diese Ausgangsthese in Frage, sondern diskutieren in einem ellenlangen Thread ernsthaft darüber, ob das nun mehr einem keynesianischem oder einem angebotsorientierten Marktmodell entspricht!

Mekrt hier eigentlich einer noch was?

Falls nicht, da ja alle gerade so schön beim Diskutieren sind, sollten wir evtl. noch die These einfließen lassen, dass dieser "wahre Zweck" des Feminismus evtl. von Außerirdischen vorgegeben worden ist. Könnte das nicht auch sein? Sollte man da nicht vielleicht mal ernsthaft drüber diskutieren? Die stecken übrigens auch hinter dem geplanten Verbot von heimlichen Vaterschaftstests, weil sie damit verhindern wollen, dass die Existenz von Mischlingen und Außerirdischen auffliegt, hat also schon alles seinen Sinn, und Widerstand ist zwecklos...

*kopfschüttelnd*

Ralf

Re: Verschwörungsschrott

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 19:36 (vor 7673 Tagen) @ Ralf

Als Antwort auf: Verschwörungsschrott von Ralf am 01. Februar 2005 17:34:25:

Im Gegensatz zum angeblichen Zweck --Befreiung der unterdrückten Frauen-- bezweckt die "Emanzipation" die Maximierung der Ausbeutung:

Also manchmal verstehe ich dieses Forum nicht!
Da kommt die bekloppteste aller Verschwörungstheorien - der heimliche "Zweck" der Emanzipation ist die Ausbeutung der Arbeitnehmer und die Senkung der Löhne, womit Feminismus dann wohl eine fiese Erfindung der bösen Kapitalisten, Multis und sonstigen üblichen Verdächtigen und linken Feinbildern sein muss -, und was passiert?
x erwachsene(?) Leute, von denen etliche hier ansonsten echt vernünftige Ideen haben, stellen nicht etwa diese Ausgangsthese in Frage, sondern diskutieren in einem ellenlangen Thread ernsthaft darüber, ob das nun mehr einem keynesianischem oder einem angebotsorientierten Marktmodell entspricht!
Mekrt hier eigentlich einer noch was?
Falls nicht, da ja alle gerade so schön beim Diskutieren sind, sollten wir evtl. noch die These einfließen lassen, dass dieser "wahre Zweck" des Feminismus evtl. von Außerirdischen vorgegeben worden ist. Könnte das nicht auch sein? Sollte man da nicht vielleicht mal ernsthaft drüber diskutieren? Die stecken übrigens auch hinter dem geplanten Verbot von heimlichen Vaterschaftstests, weil sie damit verhindern wollen, dass die Existenz von Mischlingen und Außerirdischen auffliegt, hat also schon alles seinen Sinn, und Widerstand ist zwecklos...
*kopfschüttelnd*
Ralf

Moment mal, ich hab in meinem ersten posting zu diesem Thema schon wörtlich geschrieben, dass...
Feminismus zwar für viele Uebel verantwortlich ist, aber eben nicht für alle !

Re: Verschwörungsschrott

Odin, Tuesday, 01.02.2005, 19:46 (vor 7673 Tagen) @ Ralf

Als Antwort auf: Verschwörungsschrott von Ralf am 01. Februar 2005 17:34:25:

Ich halte das Ausgangsposting genauso wie du für fragwürdig. Allerdings hat es eine Diskussion losgetreten, die mir nach langer Zeit mal wieder guten Stoff hergibt.
Immer "Vaterschaftstests" geht ja auch nicht. Kanns schon fast nicht mehr lesen :-)

Re: Verschwörungsschrott

Ralf, Tuesday, 01.02.2005, 19:48 (vor 7673 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: Re: Verschwörungsschrott von Scipio Africanus am 01. Februar 2005 17:36:43:

HI Scripio,

Moment mal, ich hab in meinem ersten posting zu diesem Thema schon wörtlich geschrieben, dass...
Feminismus zwar für viele Uebel verantwortlich ist, aber eben nicht für alle !

zugegegeben, hast Du; und einige von den Teil-Threads sind ja sogar ganz interessant.

Aber das Ausgangsposting ist einfach dermassen daneben (Fake? Troll?), dass ich es schade finde, dass sich daraus ein dermassen großer Thread ergeben hat, aus dessen einzelnen Beiträgen i.d.R. nicht mehr ersichtlich ist, dass man den usprünglichen Beitrag nicht ernst nimmt.

Gruß Ralf

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Odin, Tuesday, 01.02.2005, 19:50 (vor 7673 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Garp am 01. Februar 2005 17:28:14:

Naja, dann kann es ja bei der alten Rollenteilung bleiben: Mann verdient das Geld uns Frau hütet dann Haus und Kinder. Ich verstehe dann nur nicht, warum sich einige Männer über die daraus resultierenden Unterhaltspflichten nach einer Trennung beschweren. Wenn Frau nicht arbeitet und sich nur um die Kinder und Haushalt kümmert, muß der Mann Unterhalt zahlen
Exakt.
Es geht bei dieser Diskussion eben nicht um Männerrechte. Es geht um politisch geprägte Weltbilder. Dass eben auch ein „Zurück in die Geschichte“ insbesondere für Männer wenig hilfreich wäre, wollen viele nicht einsehen.
Typische Argumentation der Kulturpessimisten:
Die Familien zerfallen, die Kinder verwahrlosen, es muss etwas getan werden.
Die Kritik an diesem Zustand ist zwar berechtigt. Aber die Lösung kann nicht in einer strikten Arbeitsteilung liegen. Erstens weil es nicht umsetzbar ist. Zweitens weil es für Männer wie Frauen keine angemessene Lösung mehr darstellt.

Noch dazu muß man wissen, daß der Rückzug der Männer in die Fabriken nach dem zweiten Weltkrieg ein kranker Zustand war, der nur eine Erklärung in den hohen psychischen Schäden durch den zweiten Weltkrieg finden kann. Dies trifft teilweise auch auf den ersten Weltkrieg zu, wobei IMO hier hinzukommt, dass viele Männer gerade auch Zuflucht im Nationalsozialismus und seinem schiefen Männerbild gefunden haben.
Wohin also bitte zurück?

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Rüdiger, Tuesday, 01.02.2005, 19:55 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 16:16:27:

Nochmal der Ausgangspunkt zur Erinnerung:
Bringt eine Erhöhung des Faktorangebots an Arbeit nur mehr Arbeitslosigkeit bzw. sinkende Löhne, oder ein höheres Produktionsniveau?

Schwer zu sagen. Kurzfristig wird das Überangebot an Arbeitskräften sicherlich auf die Löhne drücken, WENN und FALLS jedoch erst mal alle in Lohn und Brot sind, wird sicherlich die Menge der produzierten Waren und Dienstleistungen zunehmen, und dank der höheren Zahl der Lohn- und Einkommensbezieher können sich die Konsumenten wohl auch mehr leisten.

Gruß, Rüdiger

Re: Verschwörungsschrott

Garfield, Tuesday, 01.02.2005, 20:06 (vor 7673 Tagen) @ Ralf

Als Antwort auf: Verschwörungsschrott von Ralf am 01. Februar 2005 17:34:25:

Hallo Ralf!

Natürlich wurde der Feminismus nicht geschaffen, um die Löhne zu drücken. In der Zeit, als der Feminismus entstanden ist, waren die Löhne ohnehin lächerlich niedrig.

Der Feminismus wurde aber auch nicht geschaffen, um der Staatskasse Geld zu sparen. Und trotzdem wurde und wird er gern zu genau diesem Zweck benutzt. Unterm Strich wird der Feminismus die Staatskasse wohl mehr Geld kosten, als der Staat durch männerfeindliche Gesetze einspart. Aber dafür erfüllt er ja noch andere Zwecke, z.B. die Bevölkerung in zwei Lager zu spalten und so zum einen Uneinigkeit zu erzeugen, zum anderen aber auch von den echten Problemen abzulenken. Nicht umsonst hat man der Schwarzer das Bundesverdienstkreuz umgehängt. Oder siehst du da ansonsten irgendwelche Verdienste, die das rechtfertigen könnten?

Das alles ist nicht Ziel des Feminismus. Es hat sich nur gezeigt, daß man ihn prima für solche Ziele einspannen kann, also wird das eben getan.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Rüdiger, Tuesday, 01.02.2005, 20:18 (vor 7673 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Garfield am 01. Februar 2005 16:46:16:

Nach der Wiedervereinigung wurde das verstärkt durch die hohe Arbeitslosigkeit. Anfang der 1990er Jahre gab es dann auch noch einen Ansturm von Asylbewerbern aus Rumänien. Das waren fast ausnahmslos Zigeuner, die zum großen Teil hochgradig kriminell waren und sich entsprechend benommen haben. Ich weiß nicht, wieso die in der Zeit so massenhaft nach Deutschland kamen. Vielleicht ist die rumänische Regierung mit irgendeinem Gesetz gegen sie vorgegangen.

Damals gab's ein Streitgespräch zwischen Günther Grass und Regine Hildebrand, das auch in Buchform veröffentlicht wurde; da hielt Grass die Zigeuner in Rumänien für schrecklich diskriminiert und verfolgt, und Hildebrand verteidigte realistischerweise die Asylrechtsänderung von 1993 .... :-)

Gruß, Rüdiger

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Rüdiger, Tuesday, 01.02.2005, 20:29 (vor 7673 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Odin am 01. Februar 2005 17:50:57:

Noch dazu muß man wissen, daß der Rückzug der Männer in die Fabriken nach dem zweiten Weltkrieg ein kranker Zustand war

?
Was hätten sie denn sonst machen sollen? (Die Frage ist ernstgemeint, nicht ironisch). Faulenzen? Urlaub auf Mallorca? Nach JEDEM Krieg kehren die Männer (die nicht tot sind) zurück, und das Alltagsleben beginnt. Vermutlich haben sie sich sogar danach GESEHNT, Maloche hin oder her. Ist immerhin immer noch besser als Schützengraben, und irgendwo muß das Geld ja herkommen. Die Frauen hätten wohl auch wenig Verständnis dafür gehabt, wenn die Männer das anders gesehen hätten, und flugs wäre Vati die eben erst wiedergewonnene Familie wieder losgeworden ... ;-)

Gruß, Rüdiger

, der nur eine Erklärung in den hohen psychischen Schäden durch den zweiten Weltkrieg finden kann. Dies trifft teilweise auch auf den ersten Weltkrieg zu, wobei IMO hier hinzukommt, dass viele Männer gerade auch Zuflucht im Nationalsozialismus und seinem schiefen Männerbild gefunden haben.
Wohin also bitte zurück?

Das Herz der Verschwörung

Nick, Tuesday, 01.02.2005, 22:37 (vor 7673 Tagen) @ Ralf

Als Antwort auf: Verschwörungsschrott von Ralf am 01. Februar 2005 17:34:25:

Guten Abend Ralf!

Es gibt in der Tat keine Verschwörung 'von außen', da hast du völlig recht. Aber es gibt gewissermaßen eine "Verschwörung von innen".

Das Prinzip dieser "Verschwörung" in wenigen Worten: Man ist sich bei uns weithin darin einig, daß jeder den maximalen Profit für sich selbst herausholen darf bei minimalem Einsatz. Nur eine Minderheit würde dem wohl spontan widersprechen, nicht wahr? Das gilt inzwischen aber eben nicht mehr nur auf dem Markt, sondern in allen Beziehungen, auch in den ganz privaten Verhältnissen (die damit aufhören, private Verhältnisse zu sein). Dieses Marktprinzip hat das Prinzip 'Liebe' überall ersetzt. Das zerstört - massenhaft angewandt - von innen die Lebensfähigkeit der Gemeinschaft.

Die zwei folgenden Sätze können nach den Gesetzen der Logik eigentlich nicht beide zugleich gültig sein:
(1) "Etwas für andere zu tun, wofür ich nichts zurückerhalte, kommt für mich nicht in Frage!"
(2) "Einen Vorteil zu erhalten, für den ich selbst nichts hergeben mußte, ist ein gutes Geschäft!"
Die Mehrheit aber denkt heute genau so, auch in der privaten Lebensführung. Diese Mehrheit, die so denkt und handelt, ist die "Verschwörung"!
Nein, das sind keine "Außerirdischen", da hast du ganz recht, sondern das sind wir selbst: das seelische Organisationsprinzip unserer Gesellschaft.

They are here! Anywhere! They are among us!
DENN: WIR SELBST SIND DIE ALIENS!

Die "Verschwörung" ist nichts anderes als massenhaftes 'falsches Bewußtsein' - der Irrglaube nämlich, der einzelne Mensch sei sich selbst das letzte Ziel und die Mitmenschen seien lediglich der Steinbruch, in dem das Ego sich mit seinen 'Ressourcen' versorgt (auch den emotionalen). Das ist die Negation des Gebots: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" Die Mehrheit der Menschen hat sich so gewissermaßen gegen die Menschheit verschworen und verfolgt nur noch solche egoistischen Partikularinteressen, ohne irgendwelche moralischen Skrupel dabei zu empfinden. Religiöse Bindungen, die solche Skrupel hervorrufen würden, sind aus diesem Grund ganz besonders verhaßt.

Natürlich ist das herrschende Prinzip das Marktprinzip des Kapitalismus. Aber die Täter sind deshalb nicht etwa die "bösen Kapitalisten", sondern ganz engherzige, popelige Spießer, minderwertige, unethische Charakterzwerge in Millionenstärke, ohne den geringsten Überblick über das Leben, die halt einander versichern, daß Egoismus "gut" ist, die sich dies einander glauben und eine Mehrheit organisieren, die das Prinzip dann politisch durchsetzen soll.

Weil so ein Unsinn aber natürlich nur von 12 bis Mittag funktioniert, folgt unmittelbar darauf mit Naturnotwendigkeit der staatliche Kollektivismus, der den Egoismus als solchen nicht bestreitet, ihn aber "zentral organisiert". In wirtschaftlich guten Zeiten heißt das "Wohlfahrtsstaat", in schlechten Zeiten einfach "Sozialismus". Das ist, in ganz knappen Worten, der demokratisch legitimierte Weg in die Sklaverei, wie er sich vor unser aller Augen vollzieht.

Es ist unsinnig, darauf zu hoffen, daß der Staat "Freiheit schafft"! Der einzige[/u] (individuelle) Ausweg liegt in der Übernahme persönlicher Verantwortung durch den Einzelnen, auch wenn es schwierig ist und 'nichts bringt' und oft nur noch gegen wachsende Widerstände und gegen reichlich Schmähung und Hohn möglich ist, im bewußten Eingehen stabiler, freiwilliger Bindungen (Ehe, Familie, Kindererziehung etc.), die durch Dick und Dünn halten, weil sie Lebensmittelpunkt sind und bleiben (und eben nicht der Staat, der "öffentliche Diskurs" oder das Brüll-TV). Im weiteren Sinne: Schaffen und Beschützen von Solidarbeziehungen unter den freien Menschen selbst - unter Umgehung aller staatlichen Einmischungen und strikter Zurückweisung kollektivistischer Übergriffe, wie es z.B. Ganztagsschulen, massenhafte Hortunterbringung und dergleichen darstellen, die gerade von linksgrüner Seite wiedermal als Allheilmittel angepriesen werden.

Feminismus hat sich in diesem Klima jahrzehntelang als idealer Spaltpilz erwiesen, um die freigewählten, persönlichen Bindungen, die sich der Kollektivkontrolle entziehen könnten, von innen her ideologisch zu zersetzen ("die Familie als patriarchale Keimzelle und Ursprung alles Bösen"). Deshalb hatten alle kollektivistischen Gesellschaftsdesigner immer so eine unwiderstehliche, instinktive Neigung, den Feminismus zu unterstützen. Nun zeigen sich inzwischen allerdings zunehmend Auswüchse dieser Ideologie, die mehr kosten, als sie bringen - es war ja schließlich nicht so gemeint, daß die feministischen IdeologInnen den großen Reibach machen, sondern sie sollten nur nützlich sein. Deshalb gibt es inzwischen auch linke Kritik am Feminismus. Aber das ist natürlich keine Kritik am Prinzip der kollektivistischen Unterjochung der Menschen.

Die linken "Wohlfahrtsausschüsse" sind inzwischen wohl auch aufgeschreckt und erkennbar dabei, sich irgend etwas Neues auszudenken. Der Feminismus wird also wohl demnächst allmählich zurückgehen. Aber das heißt leider nicht, daß danach alles besser wird. Die "Errungenschaften" wird man sowieso beizubehalten versuchen. Es geht ja nur um neue Formeln, nicht um andere Inhalte. Der Kurs in Richtung Abgrund wird auf jeden Fall beibehalten.

Und wozu das Ganze? Nun, es geht um "Macht und Kontrolle" über das Leben anderer Menschen. Für viele Leute ist das ein "Aphrodisiakum", für das sie alles tun würden. Ob kleinkarriert oder großkarriert, das ist nur ein quantitativer Unterschied mit fließenden Übergängen. Es gibt halt immer viele Menschen, die gerne nach oben fließen würden... und noch viel mehr, die gerne mitfließen würden, wenn man ihnen dafür ein, zwei kleine Schnäppchen verspricht. Man braucht keine Aliens, um so etwas Einfaches zu erklären.

Nick

Globalisierung

Martin d.a., Tuesday, 01.02.2005, 22:47 (vor 7673 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Garfield am 01. Februar 2005 16:46:16:

Brilliante Ausführungen, Garfield!

Möchte lediglich bemerken, daß wir, wie Du schon schreibst, von den Politikern gehörig verarscht werden. Einerseits sinken die Reallöhne (neuerdings sogar teilweise die Nominallöhne) andererseits beklagt man den von der Globalisierung verursachten allgemeinen Preisdruck. Das geht alles Hand in Hand und ist eine logische Entwicklung. Die hohen Rohölpreise werden aber kaum erwähnt und doch machen gerade sie sich im Geldbeutel des kleinen Mannes besonders bemerkbar.
Deshalb hat Edmund Stoiber auch völlig richtig gehandelt als er sagte, der insolvente Baukonzern Walter Bau dürfe eben nicht mit öffentlichen Geldern subventioniert werden, vielmehr könne die Regierung nur eine Vermittlerrolle einnehmen. Die Marktmechanismen müssen zum Tragen kommen. Ganz anders dagegen Gerhard Schröder. Dieser hat im Fall Holzmann massenweise Steuergeld in den maroden Baukonzern gepumpt mit dem Ergebnis daß der Exodus legiglich um zwei Jahre hinausgeschoben wurde, mit verheerenden Folgen für kleinere Mitbewerber und Zulieferern. Das alles nur um kurzfristig den großen Retter spielen zu können.

Unter Rot-Grün wurde die Kluft zwischen Arm und Reich größer. Fakt.
Vielen Konzernen geht es nach wie vor sehr gut, sie erwirtschaften teilweise Rekordgewinne, die Börse floriert. Fakt.
Dumm nur, daß nicht wenige florierde Unternehmen ihre Produktion, teilweise auch schon die Forschung, ins Ausland verlagern. Auch das ist eine logische Entwicklung der Globalisierung.

Gruß
Martin

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Odin, Wednesday, 02.02.2005, 02:22 (vor 7673 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Rüdiger am 01. Februar 2005 18:29:32:

Noch dazu muß man wissen, daß der Rückzug der Männer in die Fabriken nach dem zweiten Weltkrieg ein kranker Zustand war

?
Was hätten sie denn sonst machen sollen? (

Vielleicht hätte man ihnen ja auch helfen können. Ich mein ja nur!

Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Odin, Wednesday, 02.02.2005, 02:33 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 16:16:27:

Wenn die Diskussionen derart unstrukturiert laufen, fällt es mir ehrlich gesagt schwer, Nerven und Energie für den weiteren Austausch aufbringen.

Eine Runde Mitleid?

Re: Das Herz der Verschwörung

crazyPhil, Wednesday, 02.02.2005, 13:47 (vor 7672 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Das Herz der Verschwörung von Nick am 01. Februar 2005 20:37:21:

Hallo Nick,

Du sprichst mir aus der Seele.

Leider ist - zumindest in Deutschland - anscheinend kaum jemand in der Lage, den staatlichen Zwangskollektivismus überhaupt als Übel zu erkennen (weil es ja immer eine Ecke gibt, wo er ein oder zwei Schnäppchen bringt). Die nächste Bewußtseinsstufe :-), nämlich die Erkenntnis, daß der Staat im Grunde ein illegitimes Gebilde ist und nur sein kann (und damit bestenfalls als ein notwendiges Übel betrachtet werden muß), erreicht praktisch niemand. Die Leute schreien ja bei jedem Wehwehchen schon geradezu *instinktiv* nach dem Staat - feministische Gesetzesinitiativen a la Zypries sind auch ein Symptom dieser Staatshörigkeit.

Einige Maskulisten sind der Meinung, Frauen seien aufgrund ihrer angeborenen oder anerzogenen Neigung, einen starken Beschützer zu suchen, noch stärker von Staatshörigkeit betroffen als Männer - deckt sich leider mit meinen Beobachtungen im Alltag...

Re: Verschwörungsschrott -- oder einfach Biz-as-usual

Carl, Thursday, 03.02.2005, 00:52 (vor 7672 Tagen) @ Ralf

Als Antwort auf: Verschwörungsschrott von Ralf am 01. Februar 2005 17:34:25:

Ralf schrieb:

Da kommt die bekloppteste aller Verschwörungstheorien - der heimliche
"Zweck" der Emanzipation ist die Ausbeutung der Arbeitnehmer

Man merkt schon am Stil: Ralf hat keine Argumente. Ausser Strohmann-Argumenten -- sagte ich denn irgendwo was von "Verschwörung" ? Es geht nicht um Verschwörung, sondern schlicht ums Geschäft. Aber so wie Ralf "denken" halt viel zu viele, die entweder die Wahrheit nicht sehen wollen selbst wenn man ihnen die Nase drin reibt, oder ein Interesse daran haben, die Wahrheit zu vertuschen.

Aber wenn Ralf da eine Verschwörung sieht, warum eigentlich nicht? ;-) Er könnte mal nachdenken, ob die vielen "Zufälle" wirklich zufällig sein können, oder vielleicht ein System dahintersteckt. Zum Bleistift:
- Warum propagieren die selben Medien Emanzipation und Privatisierung ?
- Warum propagieren diese gleichen Medien, ja sogar Emanzen selbst, ein Frauen-Ideal der sexgierigen Schlampe ? ("Sex and the City" etc.)
- Warum wurde das neoliberale Grundmotto "TINA" (there is no alternative) ausgerechnet von einer Emanze (Maggie Thatcher) geprägt ?
- Warum begann die Ausbeutung erst so richtig, als die ach-so-emanzipierten 68er in Mode kamen, und warum tobt die Ausbeutung so richtig höllisch seit die 68er an der Macht sind ?
etc. etc.

Egal ob "Verschwörung" oder Biz-as-usual: Ausserirdische braucht's dazu nun wirklich keine !

Gruss,
Carl

_________________________________________________________________________________
"Denken ist die schwierigste Arbeit -- deshalb machen sich so wenige die Mühe" --Henry Ford

zusammenfassende Antwort

Carl, Thursday, 03.02.2005, 00:59 (vor 7672 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 21:27:08:

Hi Leute

Danke für das interessante Echo, das meine Thesen ausgelöst haben.
Besonders danken möchte Garfield für seine brillianten Ausführungen
( index.php?id=41765 )
und dem anderen Andreas für seine Zusammenfassung der Houellebecq'schen
Analogie zwischen Markt-Deregulierung und Sozio-sexueller Deregulierung.
( index.php?id=41753 )

Einsichtsvoll ist auch das Zitat von Frauenversteher AD:
"Wenn man eine Sache zerstören will, soll man sie nicht direkt bekämpfen, sondern verfälschen."
Diesen Ansatz verwenden übrigens auch andere Zweige der 68er-Bewegung,
namentlich die "Umwelt"-NGOs, wo die echten Idealisten schon lange von
geldgierigen Apparatschiks hinausgeekelt wurden, die die "Sache" pervertieren.

Noch zum Einwand, meine Lohndrücker-These stimme nicht, denn mehr
Arbeitskräfte würden durch Mehrkonsum die Wirtschaft ankurbeln:
Das geht an meinem Punkt vorbei, eben weil die Reallöhne gesunken sind!
Bei einer Familie bzw. einem Paar steigt nämlich nicht automatisch der
Konsum (wesentlich), indem die Frau auch arbeiten geht. Der Punkt ist,
dass in der Emanzen-Ära schlichtweg vorausgesetzt wird, dass beide
arbeiten gehen (oder dann halt jeder alleine lebt) -- die Löhne sind
entsprechend tief.
Um dies empirisch zu verifizieren, muss man nur die Zustände in
mehr oder weniger "emanzipierten" Ländern vergleichen, oder
im selben Land die Reallohnentwicklung von 1950-1975 vergleichen
mit der von 1975-2000.

Gruss,
Carl

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