Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Bundeswehr-Extremsituationen

AJM, Saturday, 04.12.2004, 11:50 (vor 7733 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Bundeswehr-Extremsituationen von Max am 04. Dezember 2004 07:24:22:

Wundern würde es mich nicht, wenn sich bei der Bundeswehr Leute fänden, die dann, wenn sie töten sollen oder getötet werden sollen, sich entrüstet fragen, warum ihnen das vorher keiner gesagt hat.<

Nun, DIESE Diskussion, bzw. Fragetsellung gab es doch schon, nämlich als die ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr bevorstanden und die Frage gestellt wurde, ob auch Wehrpflichtige mit dort hin sollen. Denn immerhin KÖNNTEN sie dort getötet werden. Das war auch der Zeitpunkt, als die Anzahl der Verweigerungen etwas anstieg. Abgesehen von der Tatsache, daß ich, wie die meisten hier, einseitige Zwangsdienste ablehne, hatte ich damals eher die Neigung zu sagen: Jawoll, schicht die "Spatenpaulis" nur dort hin. Wer ohne vorher nachzudenken seine Monate "abreißt" anstatt was Sinnvolles zu tun, kann auch ruhig zum echten Einsatz.

Durchaus denkbar, wie in dem Artikel angedeutet, ist es für mich, daß die Folterszenarien in deutschen Kasernen deswegen stattgefunden haben, weil da eine "Spannung" in der Luft liegt, über die keiner redet, die viele aber spüren können und die sich so zu lösen versuchte.<

Ich denke, "Folterszenarien" und eines zivilisierten Menschen unwürdige Handlungen (ein geistig gesunder Erwachsener muß nicht andere anschreien, dadurch werden "Argumente" auch nicht besser) geschehen einfach nur aus einer Machtposition heraus. Menschen können mit Macht im Allgemeinen nicht besonders gut umgehen. Und in starren, militärischen Hierarchien, wo im Gegensatz zu Wirtschaftsunternehmen, Eigeninitiative und Mitdenken nicht erwünscht sind, kommt dann dieses "Ich-hole-mir-einen-runter-mit-meiner-Macht" am Deutlichsten heraus. Eigentlich weiß man das schon vorher, daß sich trotzdem so viele junge Männer dort hinbegeben, wundert dafür um so mehr. Andererseits: Vielleicht ist es eine gute Vorbereitung auf das, was später im Zusammenleben mit einer Frau geschieht, denn bei der heutigen Gesetzeslage ist der Mann ja dort ebenfalls in der schwächeren Position (vulgo: Am Arsch, wenn er nicht spurt).

Gruß

AJM


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