Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Elfriede Jelinek - Die Klavierspielerin

Texaco, Saturday, 09.10.2004, 17:21 (vor 7789 Tagen) @ Sven

Als Antwort auf: Elfriede Jelinek - Die Klavierspielerin von Sven am 09. Oktober 2004 10:59:10:

Sie kann sogar die empfindsamsten Stelle ihres Körpers, ihr Vagina mit einer "väterlichen" Klinge folgenlos aufschlitzen.

Das erinnert mich: Ich habe mal in irgendeinem Feuilleton gelesen, daß jemand in einem Interview aus J. rausgekitzelt hat, daß sie das tatsächlich selbst getan hat. Es handelt sich also nicht um eine literarische Übertreibung. Man begreift wohl besser denn je, warum J. sich nicht imstande fühlt, ihren Preis öffentlich anzunehmen. Sie hat die Literatur gewählt, um sich gnadenlos offen zu legen - wahrscheinlich geht das nur in dieser Form. "Schreiben ist eine Form der Therapie." (Graham Greene)

Ich habe seit vorgestern einige Interviews gelesen, und man kann wohl sagen, daß sie einige "kranke" Ansichten hat. Im schlimmsten Fall jubelt sie der Mainstream genau deshalb jetzt hoch. Das wichtigste, im Zusammenhang mit diesem Forum: Jelinek macht nicht auf Opfer, um Aufmerksamkeit zu bekommen und zu genießen. Sie schreibt wohl, weil sie schreiben muß, und in der Frage, was sie schreibt, gibt es für sie keine Wahl. Sie ringt mit sich selbst - sie macht keine Schau, um ihr Umfeld und die Öffentlichkeit zu manipulieren. Und das unterscheidet sie vom politischen Feminismus, wie wir ihn kennen.


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