Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU

Joseph S, Thursday, 07.10.2004, 02:02 (vor 7792 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Jörg am 04. Oktober 2004 20:34:01:

Hallo,

Bin mal gespannt ob diese Richtlinie zu einer tatsächlichen
Gleichbehandlung führt oder ob sie nur die konsequente Fortführung
feministischer bzw. emanzipatorischer Rosinenpickerei darstellt.

Da bin ich nicht gespannt. Mann spürt bei den Formulierungen klar die Absicht heraus, dem angeblich
unterdrückten Geschlecht auf Kosten des anderen Vorteile zu verschaffen, und ahnt schon, weshalb
Medien, Werbung sowie staatliches und privates Bildungswesen von der Richtlinie ausgenommen bleiben.
Insbesondere beim Bildungswesen stößt mir das sehr sauer auf.

Wenn die Versicherungen den Mitgliedstaaten nachweisen, dass Frauen am Steuer weniger Unfälle verursachen, können sie also niedrigere Beiträge für Autofahrerinnen berechnen.
"Kosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft dürfen auf keinen Fall zu unterschiedlichen Prämien und Leistungen führen", stellt die Richtlinie jedoch zum Thema Versicherungen fest.

...

Demnach "liegt beispielsweise bei auf körperliche Unterschiede bei Mann und Frau zurückzuführenden unterschiedlichen Gesundheitsdienstleistungen für Männer und Frauen keine Diskriminierung vor, weil es sich nicht um eine vergleichbare Situation handelt".

Man muß wohl ein Frauenstudium hinter sich haben, um so was in einen Text zusammenzupacken.
Es läßt sich gewiss nicht auf körperliche Unterschiede zurrückführen, daß nur Frauen schwanger werden.
Des weiteren werden die sich wundern, wie leicht die Versicherungen nachweisen, daß Frauen
auch ohne Schwangerschaftskosten deutlich höhere Gesundheitskosten verursachen.

Warum dürfen Krankenkassen nicht von denen mehr Beiträge fordern, die mehr verbrauchen?
Wenn Frauen 16% ihres Gehalts und Männer 12 % ihres Gehalts an die Krankenkasse zahlen müßten,
würden Frauen sich vielleicht ehr überlegen, ob sie wirklich so oft zum Arzt müssen und so
viele Medikamente brauchen. Wenn es bei denen keinen Risikostrukturausgleich gäbe, wäre bei
denen ganz sicher das große Buhlen um junge Männer ausgebrochen.

Ein bischen frag ich mich noch, ob die staatliche Diskriminierung durch geschlechtsabhängige Wehrpflicht,
für die anhand der modernen Waffen keine körperliche Begründungen greifen, von den Verfassern
der Richtlinie oder den Redakteuren übersehen worden ist. Der korrekte Nachweis für unterschiedliche
Friseurpreise (Es lebe die Bürokratie!) ist natürlich viel wichtiger.

Gruß
Joseph


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