Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Wahnsinn, Leute, Wahnsinn!
Als Antwort auf: Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Wahnsinn, Leute, Wahnsinn! von Ekki am 07. September 2004 19:41:09:
Hallo Ekki
Da wird ein Text geschrieben, der fast ohne große Veränderungen das schildert, was Männer an psychischer Gewalt durch Frauen erfahren - nur eben mit umgekehrtem Vorzeichen.
Zustimmung
Ich habe mich hier mehrfach, u.a. noch ganz kürzlich, dahingehend geäußert, daß die Männerbewegung sich selber einen Bärendienst erweist, wenn sie dauernd auf dem - eher marginalen - Problem von physischer Gewalt der Frauen gegen die Männer herumreitet, denn "wenn man sich dauernd mit einem Randphänomen von 10% beschäftigt, können die "restlichen" 90% munter ins Kraut schießen".
In der Tat ist die psychisch/emotionale Gewalt weiter verbreitet als die physische Gewalt; deren gesellschaftlichen Auswirkungen taxiere auch ich als wesentlich schwerwiegender als jene von physischer Gewalt.
Es ist mir ein Hochgenuß, Euch im Folgenden zu demonstrieren wie gering - aber auch wie entlarvend! - die Änderungen sind, die man an dem Text vornehmen muß, um aus wahrlich berufenstem Munde (nämlich dem einer Frau!) eine exzellente Schilderung der psychischen Gewalt von Frauen gegen Männer zu erhalten.
Das Problem ist mehr als relevant. Psychische Gewalt ist die Domäne der Frauen schlechthin. Sie ist der Schlüssel zu buchstäblich allem, was im Verhältnis zischen den Geschlechtern im Argen liegt. Wenn wir die Frauen nicht auf diesem Gebiet entlarven und bekämpfen, werden wir nie etwas erreichen.
Zweifellos richtig. Psychisch/emotionale Gewalt ist allerdings wesentlich schwerer zu erfassen als physische Gewalt:
1. hinterlaesst sie keine so offensichtliche Spuren wie physische Gewalt und
2. haengt ihre Wirkung wesentlich staerker von situativ geltenden Parametern ab.
Mit Punkt 2 meine ich, dass es sehr stark darauf ankommt, in welcher emotionalen Verfassung sich das Gewaltopfer befindet, ob und wie stark die psychische Gewalt als solche empfunden wird; d.h. es gibt kaum einen objektiven Massstab, an dem die Intensitaet psychischer Gewalt gemessen werden kann. Messbarkeit hingegen ist die Basis fuer wissenschaftliches Arbeiten.
Eine Fahne gegen die psychische Gewalt an Schwiegertöchtern
[Kommentierung des Textes ueber psychische Gewalt unter gegenteiligen geschlechtlichen Vorzeichen]
Hervorragend kommentiert, Ekki. Ich glaube, jeder einigermassen objektiv denkende Mensch wird nachvollziehen koennen, dass psychisch/emotionale Gewalt keineswegs hauptsaechlich (oder gar nur) von Maennern veruebt wird; und die meisten werden Dir auch beipflichten, dass sie weit eher von Frauen ausgeht.
Man muss sich fragen, weshalb nicht oefter solche Erwaegungen Eingang in die Geschlechterdebatte finden. Die Antwort liegt darin begruendet, dass in der gesellschaftlich relevanten Debatte eine Grundpraemisse sehr selten angezweifelt wird: naemlich jene, dass Gewalt geschlechtsspezifisch zu betrachten ist.
Damit wird das Pferd aber vom Schwanz her aufgezaeunt. Eigentlich muessten die diversen Gewaltformen untersucht werden und dann koennten auch geschlechterspezifische (oder andere) Besonderheiten wissenschaftlich erfasst und allenfalls zusaetzlich erforscht werden. Durch den ideologisch vorgegebenen Rahmen wird aber genau das verhindert; Wissenschaftler gehen vielmehr schon mit ideologischen Vorurteilen an die Erforschung. Das Resultat sind dann diese einseitig auf Frauen ausgerichtete Untersuchungen - Untersuchungen weiblicher Gewalt an Maennern, sucht man weitgehend vergeblich. Das insofern absurd, als die Gewalt IMHO meist wechselseitig bedingt ist; d.h. mit der Beschraenkung der Betrachtung auf eine bestimmte Seite (fast imer die weibliche), wird man das Phaenomen 'Gewalt in Partnerschaften' niemals adaequat beschreiben koennen - ebensogut koennte man in der Physik sich nur auf die Erforschung von negativen Ladungen konzentrieren und saemtliche positiven Ladungen ignorieren. Solange dieser sexistische Rahmen jedoch von Wissenschaftlern akzeptiert und eingehalten wird, wird die asymmetrisch praktizierte Forschung weiterhin die von der Ideologie gewuenschten Ergebnisse liefern, und damit werden natuerlich auch die oeffentlichen Diskurse in die ideologisch gewuenschte Richtung steuern.
Gruss
Maesi
gesamter Thread:
- Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Guestwriter,
07.09.2004, 20:06
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Guildo, 07.09.2004, 20:48
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Max,
07.09.2004, 22:05
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Guildo,
07.09.2004, 22:39
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Odin,
07.09.2004, 23:32
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Martin,
08.09.2004, 00:56
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Guildo,
08.09.2004, 01:04
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Martin,
08.09.2004, 01:17
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Guildo, 08.09.2004, 01:28
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Martin,
08.09.2004, 01:17
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Guildo,
08.09.2004, 01:04
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Martin,
08.09.2004, 00:56
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Odin,
07.09.2004, 23:32
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... -
Guildo,
07.09.2004, 22:39
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Wahnsinn, Leute, Wahnsinn! -
Ekki,
07.09.2004, 22:41
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Wahnsinn, Leute, Wahnsinn! -
Maesi,
13.09.2004, 22:01
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Wahnsinn, Leute, Wahnsinn! - Ekki, 14.09.2004, 12:10
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Wahnsinn, Leute, Wahnsinn! -
Maesi,
13.09.2004, 22:01
- Re: Die Entdeckung der psychischen Gewalt... - Joseph S, 08.09.2004, 01:40