Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Der EIGENTLICHE Skandal!

Nick, Friday, 10.09.2004, 18:56 (vor 7818 Tagen) @ Uta

Als Antwort auf: Re: Der EIGENTLICHE Skandal! von Uta am 10. September 2004 15:06:09:

Eine Beleidigungsklage? Na, das wäre doch das Allerbeste, was überhaupt passieren könnte!

Frau Thekla Holle-Dingsbums ist mir persönlich völlig unbekannt (und das kann auch gerne so bleiben). Es ist also gar nicht möglich, daß ich sie als Privatperson "beleidige" - eben weil ich sie nicht kenne.

Sie ist vielmehr allein in ihrer Funktion als Frauenbeauftragte allgemein bekannt geworden, und zwar durch Medienberichte über ihre jüngste Lachnummer, jene befremdlich-bizarre Provinzposse, die sie inzseniert hat, indem sie die Aufstellung einer Holzfigur öffentlich verdammte, weil deren (bekleidete) Oberweite ihrer Meinung nach gewissermaßen eine zu große Körbchengröße aufweist. Diese verklemmte, schräge Gaga-Kampagne bedroht unter anderem die Freiheit der Kunst, hat sie inzwischen doch schon Vandalismus gegen das geschmähte Objekt ausgelöst. Eine ziemlich ernste Sache, wie ich finde.

Frau Thekla Dingsbums-Doppelname ist durch ihre Funktion eine Person des öffentlichen Lebens und nur als solche überhaupt von irgendeinem Interesse. Und als solche hat sie nun mal Kritik an ihrem öffentlichen Wirken und Auftreten hinzunehmen - auch parodistische!

Eine Parodie greift ein konkretes Verhalten auf und zieht es durch Übertreibung und Überzeichnung ins Lächerliche, um die Absurdität jenes Verhaltens zu verdeutlichen. Das ist, zumal bei politischen Funktionsträgern, deren Verhalten ja die Öffentlichkeit direkt tangiert, vollkommen legitim und grundgesetzlich geschützt.

Ich schmähe in keiner Weise die Privatperson - mag sie integer sein oder nicht: ich weiß es nicht und es interessiert hier auch nicht. Es geht allein um ihr öffentliches Auftreten als Frauenfunktionärin. Mein Text verhöhnt nicht etwa den "roten Mund" von Frau Thekla Rotermund-Dingsbums. Erstens kenne ich denselben nicht und interessiere mich natürlich kein bißchen dafür. Zweitens ist das schon deswegen nicht möglich, weil ein roter Mund ja kein Makel ist - denn jeder Mensch besitzt einen solchen, wenn er nicht gerade Emphysematiker ist, unter einem schweren Herzfehler leidet oder zu lange und zu kalt geduscht hat. Alles drei unterstelle ich mitnichten.

Ich habe auch keineswegs Frau Thekla Rotermund-Holledingsbums als "Sexobjekt" bezeichnet. Mit keinem einzigen Sterbenswörtchen! Ich habe - in ganz genauer Analogie zu der von ihr als Funktionärin inszenierten Posse - die parodistische "Befürchtung" ausgedrückt, die oberhessischen Frauen(!) könnten sich durch eine Frauenbeauftragte dieses Namens in die Nähe von "Sexobjekten" gerückt fühlen. Juristisch ist das ein Unterschied, verehrte Ute-Tute - frag mal deine Frauennetzwerkanwältin, die erklärt ihn dir.

Daß auch das natürlich keine ernsthafte "Befürchtung" ist, sondern eben eine Parodie ihrer analogen Behauptung, jene Holzfigur am Frau-Holle-Teich "entehre" gewissermaßen "die Frauen" auf sexistische Weise, geht aus den Worten, dem Kontext und dem Stil meines Textes eineindeutig hervor und kann nicht ernsthaft angezweifelt werden.

Personen des öffentlichen Lebens unterliegen nun einmal in ihrer Funktion der öffentlichen Kritik. Das geht über "sachliche" Kritik ganz klar und eindeutig hinaus. Man nennt das Meinungsfreiheit. Im Moment steht die bei der Rechtsgüterabwägung noch etwas höher als die mutmaßliche Empfindlichkeit einer ziemlich abgedreht agierenden Frauenfunktionärin.

"Majestätsbeleidigung" ist seit 1919 in Deutschland kein Straftatbestand mehr. Deswegen hatte es beispielsweise Helmut Kohl hinzunehmen, landauf, landab als "Birne" bezeichnet und in Wort und Bild als solche über Jahre hinweg karrikiert zu werden. Da wurde tatsächlich die reale Person und ihre sichtbaren körperlichen Merkmale verhohnepipelt, ohne daß es irgend einen "sachlichen" Bezug zu einer kritisierbaren Handlung oder Aussage seinerseits gab, die "birnenmäßig" gewesen wäre. Einen solche muß es nämlich nicht geben.

Einer eventuellen "Beleidigungsklage" durch Frau Thekla Holle-Irgendwas sähe ich also nicht nur mit der allergrößten Gelassenheit, sondern sogar mit ausgesprochener Freude entgegen! Böte sich mir dadurch doch die wunderschöne Gelegenheit, das steueralimentierte, notorische Politkommissar-Unwesen dieser mit keinerlei demokratischer Legitimation ausgestatteten Machthaberinnen ins öffentliche Bewußtsein zu rücken. Wieso "müssen" eigentlich an allen(!) derartigen Entscheidungen zwingend "Frauenfunktionärinnen" beteiligt sein? Wieso keine Funktionäre von Brillenträgern oder von Schwerhörigen? Wieso keine Lobbyisten von Kleinwüchsigen, Sadomasochisten oder Furunkelgeplagten?

Wenn die Sache dann so durch die Instanzen geht... noch dazu mit dieser phantastischen Vorgeschichte als Steilvorlage... und richtig schöne, große, öffentliche Kreise zieht... na, dann soll mir das doch nur Recht sein! Das wird eine prima Lachnummer werden! Ich würde es jedenfalls nach besten Kräften auszunutzen wissen :-)

Weil ich grundsätzlich nie aufgebe, wenn ich erst einmal einen Fehdehandschuh aufgenommen habe - und weil der formale Ausgang eines solchen Verfahrens für mich sowieso völlig wurscht ist - kann die Frau Funktionärin samt Schwestern ganz genau garnichts gewinnen. Aber eine ganze Menge verlieren. Versprochen!

Also, nur zu, verklagt mich doch, ihr bornierten Funktionärinnen! Das wird bestimmt sehr, sehr lustig werden.

Nick


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