Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Staat fördert Porno-TV

Garfield, Wednesday, 25.08.2004, 22:37 (vor 7834 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Staat fördert Porno-TV von Maesi am 24. August 2004 20:24:53:

Hallo Maesi!

Natürlich ist kein Millionär von Natur aus böse. Wie jeder andere Mensch auch tut ein Millionär eben am liebsten das, was ihm nützt. Seine Millionen ermöglichen es dem Millionär obendrein, auch noch andere Menschen genau das tun zu lassen, was ihm nützt. Z.B. einflußreiche Politiker.

Umsonst sind die Spendengelder aus der Wirtschaft jedenfalls nicht auf die schwarzen Konten der CDU geflossen. Da haben wir dann auch schon den Grund für die von dir erwähnten Steuergeschenke für die Wirtschaft und für den mittlerweile auch für Fachleute undurchsichtigen Dschungel aus Steuerabschreibungsmöglichkeiten, Fördermitteln usw. Womit ich jetzt nicht behaupten will, daß die jetzige Regierung das wesentlich anders handhabt.

"Wir sollten schon unterscheiden zwischen einem Betrueger und einem Geschaeftsmann, der sich verkalkuliert. Ersterer plant einen Konkurs mit ein, waehrend letzterer das nicht tut. Nicht jede Geschaeftsidee ist erfolgreich, aber auch nicht jeder der Pleite geht, ist deshalb gleich ein Verbrecher."

Richtig. Aber nicht jeder Konkursbetrug war von Anfang an so geplant. Natürlich ist es für unseren zukünftigen Pornokanalbetreiber besser, wenn sein Unternehmen erfolgreich ist. Dann kann er sich ganz offiziell und ohne Verfolgung durch die Justiz hier in Deutschland ein schönes Leben machen. Wenn das aber nicht klappt, dann gibt es eben die Alternative, mit dem Geld ins Ausland zu verschwinden. Vielleicht würde er das nicht tun. Es hat aber schon genügend Leute gegeben, die genau das getan haben. Das ist nur menschlich: Wenn man die Wahl hat, für den Rest seines Lebens einen riesigen Schuldenberg zu haben oder sich einen schönen Lenz zu machen - wohin wird man wohl eher tendieren?

"Eine (staatliche) Beteiligung am Gewinn ist unueblich, denn dann koennte der Staat ja gleich Aktien bzw. Anteile des betreffenden Unternehmens kaufen und so zu dessen Eigenkapital beitragen."

Warum soll der Staat das nicht tun? Es gibt doch ohnehin schon lange Unternehmen, die ganz oder teilweise in Staatsbesitz sind. Daß die Rechnung "Subventionen für Arbeitsplätze" nicht aufgeht, hat sich nach der Wiedervereinigung im Osten doch oft genug gezeigt. Da wurden von manchen Unternehmen dreistellige Millionenbeträge kassiert, und sobald es vertraglich möglich war, flogen die Mitarbeiter trotzdem raus. Oft war es so, daß der Staat billiger weggekommen wäre, wenn er jedem Mitarbeiter 1 Million DM ausgezahlt hätte. Wenn sowas immer und immer wieder passiert, dann kann mir doch keiner erzählen, daß unsere Politiker das nicht von vorneherein einkalkuliert haben. So blöd sind die nun auch wieder nicht. Gegen eine ordentliche Spendensumme drückt man eben gern alle verfügbaren Augen zu und genehmigt Subventionen ohne Ende. Das Geld anderer läßt sich immer leicht ausgeben, vor allem, wenn man selbst dafür Geld bekommt.

Freundliche Grüße
von Garfield


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