Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Irmi Schewe-Gerigk (Grüne) siehts aber gaaanz anders

Marcel, Monday, 09.08.2004, 18:10 (vor 7851 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Buben im Abseits von Odin am 09. August 2004 13:42:15:

Auf der Titelseite des OVB vom Samstag:
"Buben im Abseits
Männliche Schüler und Jugendliche drohen auf dem Weg ins Berufsleben ins Abseits zu geraten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt, die Gesellschaft kümmere sich zu wenig um sie."
Auf ihrer Homepage http://www.diht.de/ habe ich dazu leider (noch?) nichts gefunden.

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

NR. 549
Datum: 6. August 2004

Männerbünde machen mobil

Zu dem Kommentar der Deutschen Industrie- und Handelskammer, dass die
Gesellschaft sich zu wenig um Schüler und junge Männer kümmere, erklärt
Irmingard Schewe-Gerigk, parlamentarische Geschäftsführerin und
frauenpolitische Sprecherin:

Es ist schon ein Phänomen: Da zeigt die Emanzipation endlich erste
Früchte, indem Frauen in Schulen und Universitäten nicht nur auf-,
sondern ihre männlichen Kollegen auch gleich überholen. Und prompt folgt
auch schon der Aufschrei aus den Männerbünden auf den Fuß: Jetzt macht
nicht mehr nur der Papst gegen den Feminismus mobil, sondern auch die
DIHK. Sie beklagt auf das schlechtere Abschneiden der Schüler, sie
drohten auf dem Weg ins Berufsleben ins Abseits zu geraten, weil "die
Gesellschaft sich zu wenig um sie kümmert". Ist nun der Feminismus oder
die Gesellschaft insgesamt daran schuld, dass die jungen Männer so
schlecht abschneiden?

Obwohl Frauen heute inzwischen über bessere Schulabschlüsse verfügen
als Männer, sucht man sie in den Führungsetagen der Wirtschaft und an
den Schalthebeln der Macht vergeblich. Daneben verdienen sie immer noch
durchschnittlich 30 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen
Kollegen. Wo bleibt hier der Aufschrei der DIHK? Wenn jetzt erste
problematische Anzeichen bei der Ausbildung junger Männer auftreten,
entsteht sofort die Sorge, sie könnten ins Hintertreffen geraten und die
Frauen das Ruder der Macht übernehmen. Bei dem Tempo der
Gleichberechtigung ist dies in den nächsten Jahrzehnten nicht zu
erwarten.

Allerdings: Natürlich hat die Gesellschaft ihren Anteil an den
Problemen. Junge Männer sind heute, in einer Welt, in der "typisch
weibliche Fähigkeiten" immer relevanter werden, zunehmend verunsichert.
Sie brauchen männliche Vorbilder, in Schulen und Kindergärten, die ihnen
eine neue Idee von Männlichkeit geben können. Und genau an diesen
mangelt es. Erzieherin und Grundschullehrerin sind immer noch klassische
Frauenberufe. Wir müssen die Ursachen dafür beseitigen, dass sich Männer
nicht für den Beruf des Erziehers oder Grundschullehrers interessieren.

Die Männer sind aufgerufen, ihre erzieherische Verantwortung für den
männlichen Nachwuchs zu übernehmen. Und wenn Männer erst einmal
angefangen haben, diesen Beruf zu ergreifen, dann wird er
erfahrungsgemäß auch bald die materielle Aufwertung erfahren, die er
schon so verdient hat.

(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN


gesamter Thread:

 

powered by my little forum