Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Heimliche Vaterschaftstests - Hintergründe

Eugen Prinz, Thursday, 08.07.2004, 23:26 (vor 7882 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Re: Heimliche Vaterschaftstests - Hintergründe von Garp am 08. Juli 2004 18:01:35:

Im Ernst: Ich bin eigentlich ein strenger Verfechter des Datenschutzes. Diese neue Debatte z.B. um eine neue Ausweitung des großen Lauschangriffes geht mir ziemlich auf den Geist. Zumal erst kürzlich das Bundesverfassungsgericht Bedenken angemeldet hat. Aber dies kümmert unsere Schilys und Becksteins wenig.
Unser Staat hat kein Problem, bei Kriminaldelikten, die Geninformationen tausender
Männer einzusammeln. Aber wenn Väter nach der Herkunft ihrer Kinder fahnden, dann bekommt unser Staat plötzlich Bauchschmerzen. Dabei sind für mich massenhafte Gendateien unter staatlichem Zugriff weit gefährlicher, als der Vaterschaftstest vereinzelter Väter.
Hier scheint mir der Maßstab der Verhältnismäßigkeit doch völlig abhanden gekommen zu sein. Datenschutz sollte eine Schutzvorrichtung gegen einen „zu neugierigen“ Staat sein, mehr nicht. Das eigentliche Ziel des Datenschutzes wird ständig von der Politik sabotiert. Aber bei Vaterschaftstest plötzlich wieder als heiliger Gral in den Vordergrund geschoben.
Und die verantwortlichen Männer machen das Spiel mal wieder in vorderster Reihe mit.

...lebhafte Zustimung! Unsere Politiker kriegen einen Spagat hin, der einen normalen Menschen in Stücke reißen müsste.

Der Maßsstab der Verhältnismäßigkeit scheint nicht nur abhanden gekommen, sondern sogar zynisch pervertiert :-(

einen schönen Gruß von Eugen


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