Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Heimliche Vaterschaftstests - Hintergründe

Garp, Thursday, 08.07.2004, 21:01 (vor 7883 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Heimliche Vaterschaftstests - Hintergründe von Odin am 08. Juli 2004 16:19:56:

Ein sehr informativer Bericht.
Da sieht man(n), dass das Verbot von Vaterschaftstests insbesondere von Männern vorangetrieben wird. Und nur eine Politikerin hat mal wieder den Schneid dagegen zu argumentieren. Die männlichen Politiker dagegen trauen sich nicht aus der Deckung.
Ich hoffe doch einmal diese Herren handeln nicht eigennützig, indem sie die Aufdeckung ihrer eigenen Kuckuckskinder befürchten;-) Kann ja für manche recht angenehm sein die Verantwortung auf unbeteiligte Zahlväter abzuschieben.

Im Ernst: Ich bin eigentlich ein strenger Verfechter des Datenschutzes. Diese neue Debatte z.B. um eine neue Ausweitung des großen Lauschangriffes geht mir ziemlich auf den Geist. Zumal erst kürzlich das Bundesverfassungsgericht Bedenken angemeldet hat. Aber dies kümmert unsere Schilys und Becksteins wenig.
Unser Staat hat kein Problem, bei Kriminaldelikten, die Geninformationen tausender
Männer einzusammeln. Aber wenn Väter nach der Herkunft ihrer Kinder fahnden, dann bekommt unser Staat plötzlich Bauchschmerzen. Dabei sind für mich massenhafte Gendateien unter staatlichem Zugriff weit gefährlicher, als der Vaterschaftstest vereinzelter Väter.
Hier scheint mir der Maßstab der Verhältnismäßigkeit doch völlig abhanden gekommen zu sein. Datenschutz sollte eine Schutzvorrichtung gegen einen „zu neugierigen“ Staat sein, mehr nicht. Das eigentliche Ziel des Datenschutzes wird ständig von der Politik sabotiert. Aber bei Vaterschaftstest plötzlich wieder als heiliger Gral in den Vordergrund geschoben.
Und die verantwortlichen Männer machen das Spiel mal wieder in vorderster Reihe mit.
Wirklich großartig!

Garp


gesamter Thread:

 

powered by my little forum