Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Gibt es überhaupt Gleichberechtigung?

Emmalein, Sunday, 04.04.2004, 22:53 (vor 7977 Tagen) @ Jeremin

Als Antwort auf: Gibt es überhaupt Gleichberechtigung? von Jeremin am 04. April 2004 18:30:14:

Hi, Du,

nun, Bekehrungsversuche scheitern meistens, vor allem bei Menschen, die sich bereits eine klare "Wahrheit" konstruiert haben, so wie Du. Dennoch werde ich Dir versuchen, klarzumachen, dass das Leben weder aus Ge- noch aus Verbrauch besteht.

Zunächst einmal: Einige MÄnner haben bei Frauen sicherlich ähnliche Gedanken - vor allem, was Sex angeht: Wie kriege ich die Frau dazu, möglichst schnell Sex mit mir zu haben und möglichst sich nicht gefühlsmässig zu binden, und wenn sie sich an mich gebunden fühlt, wie werde ich sie möglichst schnell wieder los? Teilweise wird da von männlicher Seite ebenfalls gelogen, dass sich alle Balken biegen. Dennoch sage ich nicht, dass alle Männer nur das von Frauen wollen, es gibt Männer ,die so sind, und Männer, die nicht so sind. Männer können unterschiedlich sein und unterschiedliche Ansichten über den Umgang mit dem anderen Geschlecht haben.

Du hingegen gestehst das Frauen nicht zu. Ganz offensichtlich konstruierst Du Dir eine Wirklichkeit, in der alle Frauen nur darauf aus sind, MÄnner auszunutzen, und Du deutest die Wirklichkeit, die um Dich herum ist, danach. Mit Sicherheit übersiehst Du die Fälle, in denen Frauen einfach so über Bord geworfen werden, wenn sie nicht mehr jung, hübsch oder attraktiv genug sind, also auch nicht mehr den "Nutzen" bringen, den sich bestimmte Arten von Männern von Frauen erhoffen, und in denen eine etwas ältere Frau gegen ein jüngeres Modell eingetauscht wird, das dem "Nutzen" besser entspricht.

Menschen sind individuell verschieden. Manche Frauen lieben ihre Männer, andere benutzen sie. Manche Männer lieben ihre Frauen, andere benutzen sie.
"Kosten-Nutzen-Rechnungen" stellen in gewissem Sinne alle Menschen für alles auf. Diese haben allerdings weniger mit Geld zu tun. Ich bin sicher, dass Du Dich auch nicht völlig für eine Frau aufopfern wolltest. Das wäre auch keine gesunde Einstellung. Vernünftig ist ein Geben und Nehmen, bei dem beide Partner etwas davon haben.

Ich halte nicht viel von allzu selbstloser Liebe. Die bringt sowohl Männer als auch Frauen zu schnell in die Nähe des Ruins.

Ich war überigens vor meinem jetzigen Freund, einem Studenten, mit einem Computerfachmann zusammen. Der Computerfachmann hatte einen Job, bei dem er 5000 Euro im MOnat verdiente. Aber er war nicht zuverlässig, hat mich oft hängen lassen, hat sich nicht entschuldigt, kam nicht zu vereinbarten Treffen. Ich habe mit ihm darüber recht oft geredet, ihn gebeten, mich wenigstens anzurufen, wenn es nicht klappt oder wenn er keine Lust hat. Das hielt er nicht für nötig. Da habe ich dann halt Schluss gemacht, weil ich mit so was schlecht fertig werde. Mein jetztiger Freund schreibt gerade seine Diplomarbeit, weiss also noch gar nicht, wie es finanziell bei ihm weitergeht. Aber ich kann mich immer auf ihn verlassen, er ist so gut er kann für mich da. Das ist mir wichtiger als dass jemand einen dicken Geldbeutel hat.

Hätte ich nach Dir etwa mit dem Computerfachmann zusammen bleiben sollen, obwohl ich mit seinem Verhalten nicht fertig wurde und er ja offensichtlich nicht bereit war, sich zu ändern, aus irgendeiner falsch verstandenen "Selbstlosigkeit" heraus? Und mich dabei kapputt machen?

Nee, das könnt Ihr Herren der Schöpfung nicht erwarten.

Es grüsst mit do ut des
das Emmalein


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