Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

@Emmalein - Gesundheitsvorsorge

Bruno, Friday, 26.03.2004, 10:00 (vor 7987 Tagen)

Hallo Emmalein,

ich weiß nicht was ein Maskulist ist. Ich weiß nur, dass frau mich einen nennt seit ich mein legitimes – und momentan glaube ich sogar noch legales - Recht in Anspruch nehme und auf die Benachteiligungen männlicher Mitbürger hinweise. Aber nun zu deiner Aussage zur Gesundheitsvorsorge:

In der Gesundheitsvorsorge werden meines Erachtens Männer nicht besonders benachteiligt.

...Ich gehe davon aus, dass du in diesem Thema nicht ausreichende Kenntnisse besitzt, was kein Vorwurf sein soll, denn das Thema ist wirklich groß und wer sich nicht speziell dafür interessiert kann die Feinheiten nicht kennen. In der Öffentlichkeit wird auf männliche Benachteiligungsfelder ohnehin fast nie hingewiesen. Deshalb ein kurzer Umriss:

Egal ob Sucht, Unfall, Selbstmord, Gewalt, Krebserkrankungen, Behinderungen usw. – fast überall stellen männliche Mitbürger die Mehrheit in den Todesstatistiken. In Deutschland ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer 6,5 Jahre kürzer als die der Frauen.

Trotzdem gibt es 19 Frauengesundheitszentren aber 0 Männergesundheitszentren.

Trotzdem gibt es 12 Brustkrebszentren aber 0 Prostatakrebszentren

Trotzdem gibt es einen Frauengesundheitsbericht aber keinen Männergesundheitsbericht.

Trotzdem gibt es einen Frauensuchtbericht aber keinen Männersuchtbericht.

Trotzdem gilt für Männer für die gesetzliche Hautkrebsfrüherkennung ein Einstiegsalter von 45 und für Frauen ab 30, obwohl zwischen 30 und 45 etwa 50% mehr Männer an Hautkrebs erkranken und sterben als Frauen.

Trotzdem ist die Bekämpfung von Brustkrebs als offizielles Gesundheitsziel in Deutschland formuliert worden aber die Bekämpfung von Prostatakrebs nicht.

Trotzdem existiert in der BzgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) nur eine Frauengesundheitsdatenbank aber keinen Männergesundheitsdatenbank oder zumindest eine Gender-Datenbank.

Trotzdem gibt es im Sozialgesetzbuch ein Fülle gesetzlicher Ansprüche, die nur weiblichen Behinderten, nicht jedoch männlichen Behinderten zustehen – z.B. die Kassenleistung für einen Selbstbehauptungskurs.

So sieht sie aus, die Gleichberechtigung in der Gesundheitsvorsorge. Hier mal in Fakten und nicht nur in feministischen Klischees.

Tja, Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt – ich weiß nicht, ob ich das hier schon mal gesagt habe.

Gruß

Bruno


gesamter Thread:

 

powered by my little forum