Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Erfahrung mit Sterilisation...

Eugen Prinz, Friday, 13.02.2004, 19:09 (vor 8029 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: Wer hat Erfahrung mit Sterilisation? von Der Eman(n)ze am 12. Februar 2004 19:24:

Das Internet weiß fast alles zu diesen Fragen. Siehe z.B. http://www.vasektomie.de/home.htm , eine recht gute Seite.
Aber es gibt noch mehr Gesichtspunkte.

1. Vor der Vasektomie sollte ein Mann auf seine inneren Stimmen lauschen - welche Bilder sie ihm vermitteln, wenn er an Kinder, Familie, an seine Partnerin denkt. Um diese inneren Stimmen vernehmen zu können, muss er sich zunächst gegen die große Geschwätzigkeit von außen immunisieren, evtl. durch rituelle Waschungen, durch siebentägiges Fasten oder einfach dadurch, dass er jeglichem Geschwätz der Zeitgeistin für eine Weile sein Ohr verschließt.

2. Auch wenn die Vasektomie als Eingriff nicht immer so problemlos ist, wie es sich manchmal anhört - das weit größere Problem ist der Entscheidungskonflikt, vor allem für jüngere Männer, die noch keine Kinder haben. Diese Entscheidung ist der schwierigste Punkt überhaupt, denn ganz gleich ob sie intellektuell oder gefühlsmäßig getroffen wird - es gibt kaum eine Möglichkeit umzukehren und den anderen Weg zu gehen. Ich kann nur traurig lachen, wenn ich heute höre, eine Frau müsse sich zwischen Beruf und Familie entscheiden. Lächerlich. Was sind das für Entscheidungen, die frau jederzeit umkehren kann.

3. Was seine Frau dazu sagt, dass er sich sterilisieren lassen will, sei ihm Schall und Rauch. Die Wahrscheinlichkeit ist heute sehr hoch, dass er diese Frau nach ein paar Jahren nicht mehr hat, oder dass sich der ganze Aufwand für die eine Nummer zu Weihnachten ohnehin nicht lohnt. Frauen begrüßen die Vasektomie des Mannes nämlich vor allem dann, wenn er seine "Pflicht" schon getan hat. Dann kann er seine Optionen ruhig abgeben. Dann machte er auch keiner anderen mehr ein Kind und die Ressourcen bleiben in der Familie.

4. Gewiss ist die Vasektomie sehr sicher. Das ist derzeit auch einer ihrer Nachteile. Sie ist nur schwer reversibel. Und eine Verhütungsmethode wie die Vasektomie, die ca. 5% Problemfälle schon beim Eingriff verursacht, würden Frauen für sich selbst ganz sicher für inakzeptabel erachten. Der einzige Grund, warum Frauen auch wackelige Methoden, wie Knaus-Ogino, Viskositäts- oder Temperaturmessungen, Ablesen des Gaszählers usw. akzeptieren, liegt womöglich darin, dass diese Methoden so wackelig sind.

5. Auch wenn die Vasektomie derzeit die einzige brauchbare Verhütungsmethode für Männer darstellt (sicher und diskret), sollten sich Männer als Spezies damit nicht zufrieden geben. Es ist ein Armutszeugnis, einerseits zu Mars fliegen zu wollen, andererseits so eine Angelegenheit nicht zur Zufriedenheit von Männern geregelt zu haben. Zufriedenheit kann in diesem Punkte nur bedeuten: Die Erlangung der reproduktiven Selbstbestimmung des Mannes! Auch bei Männer soll es vorgekommen sein, dass sie unter anderen Umständen und vor allem mit einer anderen Partnerin vielleicht doch noch einen Kinderwunsch verspürt haben.

6. Mit seiner Sterilisation bei Frauen hausieren zu gehen, um sie zum Beischlaf zu motivieren, halte ich nach allem, was ich bisher gehört habe, für ausgesprochen naiv. Wenn ein Mann sich sterilisieren lässt, dann sollte er es für sich tun, um sich gegen eigenen Kontrollverlust oder fremde Unberechenbarkeit zu schützen. Vor allem junge Männer, die damit risikolosen Beischlaf erstreben, sind ausgesprochen schlecht beraten, sich damit ihren Partnerinnen gegenüber zu outen. Definitiv outen sie sich damit als einer, "der ja nur vögeln will“.

Dies sind Tipps für Männer. Frauen sehen das vielleicht alles ganz anders. Aber so ist das Leben.


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