Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Ich !

Anti-Sexistin, Friday, 13.02.2004, 12:41 (vor 8029 Tagen) @ AJM

Als Antwort auf: Ich ! von AJM am 13. Februar 2004 08:16:

Guten Morgen,
ich habs vor 14 Jahren machen lassen (war damals 25). Die Schwierigkeit war damals und ist heute, daß sich die meisten Docs weigern, jemanden zu sterilisieren, der weder verheiratet ist noch schon ein paar Kinder hat. Und unter 40 wird meist von vornherein abgewunken. Solltest Du ein solches seltenes Exemplar von Arzt gefunden haben ist der Rest eigentlich peanuts. Der Eingriff beim Urologen dauert etwa 30 Minuten, wird bei örtlicher Betäubung gemacht und Du kannst sogar zuschauen und mithelfen (als Sani ließ ich mir das nicht nehmen). Es wurden 2 kleine Schnitte gemacht (etwa 1 cm lang), durch die mit einer Art Haken die Samenleiter heraus geholt werden und dann entsprechend bearbeitet werden. Die Narben sind nach einem halben Jahr nicht mehr zu sehen, da sie in den natürlichen Hautfalten des Skrotums verschwinden und nicht auffallen.
Danach ist ein paar Tage eine leichte Schwellung im Wundbereich vorhanden, die aber nicht schmerzhaft ist. Ich bin nach dem Eingriff sogar selbst ca. 150 km nach Hause gefahren.
Wichtig ist, vorher abzuklären, WIE die Vasektomie durchgeführt werden soll. Das einfache Durchtrennen der Samenleiter und Verschließen der Enden ist die unsicherste Art, da die verödeten Ende gern mal wieder aufgehen können. Sicherer ist es, ca, 2 - 4 cm des Samenleiters zu enrfernen. Nach etwa 6 Wochen und dann nach weiteren 3 Monaten gibts die Möglichkeit einer Nachkontrolle. Wenn Nach einem halben Jahr keine "Spielverderber" mehr im Ejakulat sind, hast Du es geschafft.
Zum Sex danach: Ich hatte nie so viel Spaß wie nach dem Eingriff. Diese fast absolute Sicherheit und auch eine leichtes Machtgefühl (ICH passe auf....) vermischen sich. Bei kurzfristigen Bekanntschaften kommt es häufig nicht so gut an, wenn ich es erwähnt habe (ein Schelm, wer Böses dabei denkt), in einer Partnerschaft ist es aber das Sinnvollste überhaupt. Denn der Partner muß keine Chemie schlucken und die unbequemen mechanischenr Verhüterlis sind auch überflüssig.
Zu merken ist eigentlich kein Unterschied: Sowohl die Menge als auch die Beschaffenheit, der Geruch und der Geschmack des Ejakulats sind absolut identisch mit der Situation vor dem Eingriff. Nicht mal eine Professionelle würde den Unterschied erkennen.
Die einzigen Probleme können auftauchen (abgesehen von einer Entzündung der Wunde), wenn Du Dir nicht WIRKLICH sicher bist, keine Kinder haben zu wollen. Denn eventuelle Potenzprobleme später liegen eindeutig im psychischen Bereich. An der Physis wird ja nichts verändert und auch die Hormone werden weiter produziert wie früher auch.
Aber WENN Du Dir sicher bist, ist es die bste Entscheidung überhaupt. Übrigens: Bei mir hat damals die Krankenkasse übernommen. Ansonsten hätte der Eingriff ca. DM 400,-- gekostet.

Heute übernehmen die öffentlichen Krankenkassen das leider nicht mehr. Was das Alter angeht, so ist das auch lockerer geworden. Wer über 30 ist, der hat gute Chancen, seine/ihre Sterilisation auch durchzusetzen.

Ein Bekannter von mir, der sich hat sterilisieren lassen, hatte allerdings auch einen etwas blöden Arzt erwischt. Ihm wurden erst mal ein paar Horrorbildchen gezeigt, was alles schief gehen kann. Allerdings haben die ihn nicht beeindruckt. Dann wollten sie, daß seine Frau sich schriftlich einverstanden erklärt (völlig gesetzeswidrig, Sterilisation braucht nicht das Einverständnis des Partners oder Ehepartners).

Noch was, für diejenigen, die lieber lockere Beziehungen oder ONSs haben: die Sterilisation ist kein Kondom. HIV kann weiterhin genauso übertragen werden wie vorher. Also auch weiterhin Kondome nehmen.

Anti-Sexistin


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