Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Feminismus/Maskulismus

Garfield, Friday, 13.02.2004, 16:19 (vor 8029 Tagen) @ Tran

Als Antwort auf: Re: Feminismus/Maskulismus von Tran am 13. Februar 2004 12:25:

Hallo Tran!

Ich verstehe gut, was du meinst. Männliche Feministinnen können wir wirklich nicht gebrauchen.

"Ersatzlose Streichung sämtlicher Stellen für Gleichstellungsbeauftragte, hm. Ich glaube nicht das das jetzt gut wäre. Im Moment wäre ein Gegensteuern gegen den Feminismus schon nötig, meiner Meinung nach."

Das sehe ich zwar auch so. Das Problem ist aber: Wenn irgendeine Behörde oder etwas in der Art sich erst einmal fest etabliert hat, dann ist es sehr schwer, die wieder aufzulösen. Diverse staatliche Einrichtungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wiederaufbau und zur Unterstützung von Flüchtlingen usw. geschaffen wurden, existieren heute noch, obwohl ihre Arbeit ganz offensichtlich längst erledigt ist. Auch die Treuhandanstalt, die zur Verwaltung der DDR-Wirtschaft gegründet wurde, erhielt nach offizieller Beendigung ihrer Tätigkeit einfach nur einen anderen Namen und dürfte heute noch existieren. Das kostet eine Menge Geld, für nichts und wieder nichts.

Es gibt in solchen Einrichtungen wirklich Beamte, die den ganzen Tag über nichts zu tun haben oder sich mit irgendwelcher Beschäftigungstherapie befassen. Vor einigen Jahren gab es sogar mal einen Fall, wo ein Beamter vor Gericht gezogen ist, weil ihm in seiner Abteilung keine sinnvolle Arbeit zugewiesen wurde. Sein Chef drückte ihm einen Stapel Zeitungen in die Hand und sagte, er solle die lesen. Das hatte auch irgendeinen vorgeblichen Sinn (ich weiß nicht mehr genau, wo exakt dieser Beamte tätig war). Der Mann hat dann in ein paar Stunden diese Zeitungen gelesen, und als er danach zu seinem Chef ging und nach mehr Arbeit fragte, sah der ihn nur groß an und meinte, er solle sich noch etwas mit den Zeitungen beschäftigen... Als ihm das dann zu blöd wurde und man ihm einfach keine sinnvolle Arbeit gab, ist er vor Gericht gezogen. Wie das damals ausgegangen ist, weiß ich leider nicht.

Bislang ist es so, daß Gleichstellungsbeauftrage - von ein paar seltenen Ausnahmen abgesehen - grundsätzlich weiblich sind. Weil aber die Gleichstellung der Frau tatsächlich längst erreicht ist, bleibt denen nichts weiter übrig, als sich mit irgendwelchem Unsinn zu befassen. So werden wir dann z.B. mit Frauenfriedhöfen beglückt.

Das alles kostet schon mal eine Menge Geld. Okay - wenn sich Gleichstellungsbeauftragte dann auch um die Belange von Männern kümmern würden, hätten sie eine Zeitlang wieder etwas Sinnvolles zu tun. Aber wenn die Gleichstellung des Mannes dann erreicht ist, sind sie genauso nutzlos wie die jetzigen Berufs-Feministinnen. Und dann haben wir eben auch noch Berufsmaskulisten auf teilweise gutbezahlten Posten sitzen. Die werden die dann nicht mehr freiwillig räumen.

Schon jetzt wird die Summe, die jährlich an Berufsfeministinnen fließt, im zweistelligen Milliardenbereich geschätzt. Wenn es zusätzlich zu den Berufsfeministinnen auch noch Berufsmaskulisten gäbe, könnten wir diese Summe mit zwei multiplizieren. Dann gäbe es bald auch Männerfriedhöfe, Männerbibliotheken usw.

Klar wird man gezwungenermaßen in Zukunft die Geldhähne für solchen Unsinn teilweise zudrehen müssen, und man hat damit ja auch schon begonnen. Aber ganz streichen wird man diese Gelder so bald nicht. Man braucht Gestalten wie Alice Schwarzer nämlich. Irgendjemand muß ja die Öffentlichkeit unterhalten und von den wirklichen Problemen im Lande ablenken. Sobald die Männerbewegung es geschafft hat, daß ihre Anliegen von der breiten Masse akzeptiert werden, wird man auch Berufsmaskulisten dieselbe Aufmerksamkeit zuteil werden lassen wie Berufsfeministinnen.

Gefördert wird das noch durch die Werbeindustrie. Die konzentriert sich bisher vor allem auf Frauen. So kommt es, daß vor allem Frauen in der Werbung gebauchpinselt werden, und so kommt es auch, daß die Medien bestrebt sind, für diese Werbung, die für sie immerhin häufig die Haupteinnahmequelle darstellt, ein passendes Rahmenprogramm zusammen zu stellen, in dem Frauen ebenfalls fleißig gebauchpinselt werden. Wer nämlich Frauen als seine hauptsächliche Klientel ansieht, der platziert seine Werbung natürlich dort, wo man erwarten kann, daß auch viele Frauen sie sehen.

So werden die männerfeindlichen Klischees immer weiter verstärkt, mit dem Ergebnis, daß Männer in unserer Gesellschaft immer öfter die A-Karte ziehen. Das führt dann aber auch folgerichtig dazu, daß immer mehr Männer es vorziehen, als Singles zu leben. Männliche Singles kaufen selbst ein, und so werden nun also langsam auch Männer für die Werbeindustrie wieder wichtiger. In einigen Bereichen (z.B. bei Geländewagen, Handies oder Computer) sind sie sowieso schon jetzt die Hauptklientel, und interessanterweise gibt es in diesen Bereich sogar Werbespots, in denen ausnahmsweise mal Männer gebauchpinselt werden.

Diese Entwicklung ist der Männerbewegung natürlich förderlich, und jetzt ist das auch noch sehr positiv. Wenn aber die Ziele der Männerbewegung erreicht sind, könnte es tatsächlich so sein, daß Berufsfeministinnen und Berufsmaskulisten von der Öffentlichkeit gleichermaßen wahrgenommen und hofiert werden. Und daß wir beide Gruppen dann nicht mehr so einfach loswerden.

Deshalb wäre mir auch jetzt schon eine Bewegung von Männern und Frauen für Männer und Frauen weitaus sympathischer.

Freundliche Grüße
von Garfield



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