Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: ökonomisch abhängig

Anti-Sexistin, Friday, 13.02.2004, 13:04 (vor 8029 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Re: ökonomisch abhängig von Mic am 13. Februar 2004 10:09:

Schön, wenn es also sooo unerträglich ist, dass eine frau geld aus der erwebstätigkeit ihres mannes bekommt, soll sie gerne für sich selbst sorgen, in karriereberufe gehen mit allem drum und dran. Da entsteht offenbar dann die große selbstverwirklichung. Nur zu, aber nicht durch hochfördern lassen sondern durch leistung.

Ich denke, wenn eine Frau sich einen Studienabschluß inklusive aller Praktika erworben hat, dann ist sie damit auch für bestimmte Berufe, auf die sie sich bewirbt, qualifiziert, genauso wie ein Mann, der solch eine Ausbildung hat.

Solche Sätze wie Deiner hier, sind mir zu pauschal, denn sie suggerieren, daß Frauen per se keine Qualifikation erworben haben, keine Leistung erbringen, sondern immer nur auf Quotenjobs kommen. Genau das ist Quatsch.

Was die Quoten angeht, die gibt es im öffentlichen Sektor (Politik, Beamtenschaft, Universität). Wenn z.B. auf einer Uni-Professur in der Ausschreibung steht, daß Frauen und Behinderte (so wird das meist formuliert) bevorzugt werden, dann ist auch hierbei noch zu bedenken, daß man ohne eine Habilitation, vorher noch eine Doktorarbeit und ohne eine Publikationsliste so eine Stelle grundsätzlich nicht bekommt. Insofern ist auch hier die strikte Trennung, die Du oben erwähnst von Förderung und Leistung so nicht ganz zutreffend. Geleistet haben hier die Bewerberinnen schon verdammt viel. Die Bewerber natürlich auch. Die Erfahrung zeigt jedoch, daß gerade diese "Quotenstellen" nicht gerade so egalitär besetzt werden. Oft wird das Profil des Kandidaten in der Ausschreibung schon so formuliert, daß der Wunschkandidat des Lehrstuhls sowieso dort unterkommt. Und da wissenschaftliche Ausschreibungen sowieso hochspezialisiert sind und kaum ein Forschungsgebiet sich mit dem anderen deckt, ist die "Frauenförderungsklausel" hier sowieso für die Füße. Man bekommt immer den Kandidaten auf so eine Stelle, den man sich selbst wünscht und paßt das Forschungsprofil dem genau an.

Anti-Sexistin



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