Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Maskulismus ist supi

Jonathan, Wednesday, 28.01.2004, 18:49 (vor 8044 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Feminismus ist supi von Horst am 28. Januar 2004 14:28:47:

Hallo Horst

Schön, dass du dich zurück meldest. Schade dass du nicht direkt auf unsere Antworten eigegangen bist.

Ich kann nur wiederholen, was ich vorher schon schrieb: informier dich doch erst mal, was hier für Thesen verteten werden, bevor du mit vermeindlichen "roten Tüchern" wedelst. Hat eindeutig mehr Sinn.

Konstatiere; Frauen haben während des vergangenen Jahrhunderts viel
erreicht

Wer leugnet das denn?

-Recht auf Bildung (Zugang zu Unis)
-aktives & passives Wahlrecht auf der Basis individuell bewerteter
Menschenrechte innerhalb der westlichen Demokratien.
-verstärktes Recht auf körperliche & seelische Unversehrtheit (vor erst 15 >jahren gab es bei uns das Delikt der Vergewaltigung in der Ehe nicht!)
- Recht auf eigenständige Erwerbstätigkeit
-Erbrechtsgleichstellung
-sexuelle Freiheiten & lustgewinn wurden auch für uns Frauen
selbstverständlicher

Stimmt. Ist auch vollkommen richtig und in Ordnung so. Das zweifelt niemand ernsthaft an

-Recht auf Geburtenregelung (mein Bauch gehört mir...)

Ist eine zwiespältige Angelegenheit. Einserseits natürlich deswegen, wei sich ja die Position vertreten lässt, dass eine Abtreibung einem Mord gleich kommt. Andererseits deswegen, weil offenbar dem Mann nicht das gleiche Recht zugesprochen wird (siehe die "mein Sperma gehört mir"-Diskusion weiter unten im Forum).

-Scheidungsrecht

Ebenfalls ein Streitpunkt. Vor allem deshalb, weil man ein Problem darin sehen kann, dass das jetzige Scheidungsrecht den Ehepartner, der allein für den Einkommenserwerb sorgt, massiv benachteiligt. Das kann durchaus auch die Frau sein, in den meisten Fällen ist aber weiterhin (leider!) der Mann. Deshalb ist die Kritik am Scheidungsrecht zu einem der Issues der Männerbewegung geworden.

Faktum IST aber; Frauen haben inzwischen REALE
MITENTSCHEIDUNGSMÖGLICHKEITEN erkämpft, aber;
es hapert ganz gewaltig bei der UMSETZUNG dieser mühsam errungenen
Grundrechte.

In manchen Breichen mag das so sein, in anderen ist es nicht so. Zum Beispiel hast du Recht wenn Du meinst, dass sich in den Wirtschaftseliten mehr Männer als Frauen finden. Die Frage ist hir aber: wem nützt das und wem schadet das? Wer ist besser dran, der Wirtschaftsboss, der 7 Tage 24 Stunden im Dienst ist, oder seine Frau, die an seinem Verdienst teilhat?
Als Gegenbeispiel kann man die Politik anführen. Hier sind Frauen de facto überpräsent. An der Spitze aller großen Parteien finden sich mehr Frauen als in der Parteibasis. Der Frauenanteil in den Spitzenrängen ist höher als der Anteil von Frauen, die in die Partei eintreten. Daraus lässt sich schließen, dass eine Frau in jeder der großen parteien allein schon wegen ihres Geschlechts bessere Chancen hat, in eine Spitzenposition aufzusteigen.
Du siehst also, viele "patriarchale" Strukturen sind bei genauer Betrachtung gar nicht so männerfreundlich und frauenschädlich, wie es nach trivialfeministischer Lesart ausgelegt wird.

Wie ihr bereits wissen solltet, bin ich mit einer dominanten Feministin
verheiratet und fühle mich wohl dabei.

Das will ich dir ja auch um Himmels Willen nicht madig machen. Aber was hat das denn eigentlich mit dem Thema zu tun?

Etwas, was ich aber in jedem Fall anprangern muss, ist die Verhurisierung
in dieser Gesellschaft: alles wird in Geldeinheiten gemessen, finde ich
persönlich schrecklich und zerstört unsere Lebensgrundlage über kurz oder
lang.
Die Existenzberechtigung sollte von dem Begriff `Leistung` getrennt werden; >sonst wirds nie was mit ECHTER FREIHEIT. Kinder, Senioren, Behinderte,
sonst irgendwie mal aus dem gerade aktuellen Erwerbsleben rausgefallene
Personen haben ein prinzipielles Anrecht auf ein würdiges Leben.

Vollkommene Zustimmung.

Außerdem unteräuft gerade die Mama-Fixiertheit vieler Männer via zunehmende
Verhurisierung sämtliche Bestrebungen, Bildung als Basis für Karriere,
Geld usw. anzusehen. Um das zu sehen, braucht Frau nur einen x-beliebigen
Fernsehkanal anzumachen...

Wie meinst du das genau?
Ich glaube, im Prinzoip sind wir uns da auch einig. aber so ganz habe ich nicht verstanden, wie du das mit der Bildung meinst.
Das mit der Mama-Fixierung finde ich übrigens witzig. Könnte man da nicht den Begriff "Matriarchat" heranziehen ;-)

Eine Frage, die sich stellt ist, warum oft Beziehungen von huchso
anpassungswilligen männlichen Subs mit an und für sich gut passenden
PartnerInnen scheitern...die Herrschaften lügen gerne, schlagen oft irre
Psycho-Haken, nur um sich selbst alle Vorteile innert der Beziehung zu
sichern, verstehen das Sub-Dasein ausschließlich aufs Sexuelle bezogen.
Kurz; Frau soll im Sexuellen zwar Domina sein, aber sonst den raunzerten
Sir trotzdem von vorne bis hinten Mama-mäßigst bedienen...

Hm, das ist wohl eher ein Spezialthema. Auch sollte man hier generell wohl zwischen sexuellen und politischen Ausrichtungen trennen, oder? Nichts gegen euro Sub/Dom-Beziehung, aaber ddaraus ein politisches Weltbild destillieren zu wollen ist doch im Grundssatz eher problematisch, oder?
Vielleicht schreibt Arne Hoffmann alias Cagliostro, der auch hier im Forum mitschreibt, ja noch etwas dazu. Der kennst sich in beiden Bereichen aus.

Da lauert ein Knackpunkt für die Umsetzung realer Gleichberechtigung. Mann
muss nur den Rollentausch können (und wollen).

Ich persönliche finde den Rollentausch auch sehr interessant, doch will ich die Entscheidung doch lieber dem Individuum überlassen sehen. Rollentausch als zwingende Grundlage zur Erkenntnis der "realen Gleichberechtigung" riecht mir dann doch zu totalitär.
Was aber nicht heitß, dass ein Rollentausch nicht interesant auch aus politischer Perspektive ist. In der Männerbewegung engagieren sich ja auch einige Transgender (hier im Forum z.B. susu), die auf die zunehmende Benachteiligung der Männer zugunten der Frauen aufmerksam geworden sind.
Du siehst also, auch aufgrund des Rollentauschs kann man zu unterschiedlichen Schlüssen kommen, welches Geschlecht denn nun das "Benachteiligte" und welches das "Privilegierte" ist.

IMO brauchen wir einen Systemwechsel, um wirklich gleichberechtig leben zu >können. Dann hat diese Verhurisierung endlich ein Ende.

Genau! Nieder mit der Unterhaltsprostitution. Nieder mit dem Zwang für Männer, eine Familie ernähren zu müssen!

Mir ist natürlich bewusst, dass eben Geschriebenes für euch ein rotes Tuch >ist.

Ja und nein. Es ist ja nicht so, dass wir uns hier nicht ausführlich mit dm femistischen Diskurs auseinandergesetzt hätten. Viele der Diskutanten hier kommen ja auch ursprünglich aus der feministischen Ecke. Man denkt halt nur irgendwann weiter und wendet die klassischen feministischen Diskusre auch mal umgekehrt an, will meinen, man testet ganz einfach mal, ob nicht vielleicht die Männer noch etwas mehr unter dem derzeitigen System leiden, als die Frauen.
Also kann man sagen: vieles von dem, was du sagst, mag als rotes Tuch wirken. Aber nicht weil wir reaktionär sind, sondern weil wir vieles vom dem, was du eben sagts, als blankes Ideologem betrachten.

Aber manchmal tut es gut, seinen Horizont zu erweitern;-)

Kann ich dir nur anranten! Wenn du hier diskutieren willst, dann informier dich um Himmels willen erstmal, was wir hier überhaupt für Standpunkte vertreten. Du hast da ziemlich falsche Vorstellungen, glaub mir. Ansonsten wirst du mehr oder weniger in Leere argumentieren und keine Antworten erhalten.
Also, nochmal der Tip: als gründliche und gut strukturierte Einführung in das Thema ließ Arne Hoffmanns Buch "Sind Frauen bessere Menschen". Dort wird dir in der notwendigen Genauigkeit und Ausgewogenheit die Position des Maskulismus dargelegt.

Viele Grüße,
Jonathan


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