Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Feminismus ist supi

Horst, Wednesday, 28.01.2004, 16:28 (vor 8044 Tagen)

Melde mich hier wieder, nachdem da ziemlich viel Widerspruch kam, nehm ich an, dass weiterer Erkenntnisbedarf besteht. Oder sagen wir so, ich möchte noch ein paar Aspekte einbringen, die das letzte Mal nicht dran kamen:

Konstatiere; Frauen haben während des vergangenen Jahrhunderts viel erreicht;

-Recht auf Bildung (Zugang zu Unis)

-aktives & passives Wahlrecht auf der Basis individuell bewerteter Menschenrechte innerhalb der westlichen Demokratien.

-Scheidungsrecht

-verstärktes Recht auf körperliche & seelische Unversehrtheit (vor erst 15 jahren gab es bei uns das Delikt der Vergewaltigung in der Ehe nicht!)

-Recht auf Geburtenregelung (mein Bauch gehört mir...)

- Recht auf eigenständige Erwerbstätigkeit

-Erbrechtsgleichstellung

-sexuelle Freiheiten & lustgewinn wurden auch für uns Frauen selbstverständlicher

...ich hab`jetzt vielleicht was vergessen...;-)

Faktum IST aber; Frauen haben inzwischen REALE MITENTSCHEIDUNGSMÖGLICHKEITEN erkämpft, aber;
es hapert ganz gewaltig bei der UMSETZUNG dieser mühsam errungenen Grundrechte.

Wie ihr bereits wissen solltet, bin ich mit einer dominanten Feministin verheiratet und fühle mich wohl dabei. So.
Etwas, was ich aber in jedem Fall anprangern muss, ist die Verhurisierung in dieser Gesellschaft: alles wird in Geldeinheiten gemessen, finde ich persönlich schrecklich und zerstört unsere Lebensgrundlage über kurz oder lang.
Die Existenzberechtigung sollte von dem Begriff `Leistung` getrennt werden; sonst wirds nie was mit ECHTER FREIHEIT. Kinder, Senioren, Behinderte, sonst irgendwie mal aus dem gerade aktuellen Erwerbsleben rausgefallene Personen haben ein prinzipielles Anrecht auf ein würdiges Leben.
Außerdem unteräuft gerade die Mama-Fixiertheit vieler Männer via zunehmende Verhurisierung sämtliche Bestrebungen, Bildung als Basis für Karriere, Geld usw. anzusehen. Um das zu sehen, braucht Frau nur einen x-beliebigen Fernsehkanal anzumachen...

Eine Frage, die sich stellt ist, warum oft Beziehungen von huchso anpassungswilligen männlichen Subs mit an und für sich gut passenden PartnerInnen scheitern...die Herrschaften lügen gerne, schlagen oft irre Psycho-Haken, nur um sich selbst alle Vorteile innert der Beziehung zu sichern, verstehen das Sub-Dasein ausschließlich aufs Sexuelle bezogen.
Kurz; Frau soll im Sexuellen zwar Domina sein, aber sonst den raunzerten Sir trotzdem von vorne bis hinten Mama-mäßigst bedienen...
Die Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen; denn wenn eine Frau endlich mal fähig ist zur persönlichen Dominanz, dann sucht sie logischerweise auch passende Partner. Und wird oft promt wider mit männlichen Strategien konfrontiert, die aufs bloße Ausnützen (ohne sonstige Konsequenzen wie z.B. Teilen der Hausarbeit) hinauslaufen...
Da lauert ein Knackpunkt für die Umsetzung realer Gleichberechtigung. Mann muss nur den Rollentausch können (und wollen).
IMO brauchen wir einen Systemwechsel, um wirklich gleichberechtig leben zu können. Dann hat diese Verhurisierung endlich ein Ende.

Mir ist natürlich bewusst, dass eben Geschriebenes für euch ein rotes Tuch ist. Aber manchmal tut es gut, seinen Horizont zu erweitern;-)
Für Gegenfragen stehe ich gerne zur Verfügung und verbleibe

mit skeptischen Grüssen
Horst


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