Re: SPIEGEL-TITEL der vergangenen Woche
Als Antwort auf: Re: SPIEGEL-TITEL der vergangenen Woche von Garfield am 12. Januar 2004 11:41:15:
Was würde es uns denn jetzt wohl bringen, wenn wir plötzlich allesamt massenweise Kinder zeugen würden? Zunächst einmal wären die öffentlichen Kassen durch die dafür fälligen Kindergeldzahlungen, die Zuzahlungen für Kindertagesstätten, Mindereinnahmen an Steuern usw. hoffnungslos überlastet. Man würde also nach und nach das Kindergeld senken, Kosten für Kindertagesstätten noch stärker auf die Eltern abwälzen und auch Steuervorteile für Berufstätige mit Kindern reduzieren. Dann wäre es wirklich bald so, daß Kinder arm machen.
Naja, was würde wohl passieren, wenn ganz München zur selben Zeit am Stachus aufs Klo geht? Eine Riesenkatastrophe, für die es wohl noch nicht mal Pläne bei der Polizei gibt, was da zu tun ist. Die Alternative? Das Klo schleunigst schließen? Nein, Du darfst Dich verlassen, daß das nicht passiert. Genauso wenig wird es morgen 100 000 Zeugungen und neun Monate später 100 000 Geburten auf einen Schlag geben.
Man kann also ruhig für etwas Werbung machen ohne gleich "befürchten" zu müssen, daß sich ALLE daran orientieren. Kleiner und mittlere Erhöhungen kann man gut verkraften, Babys "konsumieren" ja bereits im Bauch und kurbeln so die Konjunktur an. Alles, was für sie vom Staat Ausgegeben wird, wandert sofort in den Konsum. Das ist also nichts anderes als ein Konjunkturprogramm!
Wenn die Kinder dann aber ins erwerbsfähige Alter kommen, würden die Arbeitslosenzahlen schnell ansteigen. Zwar hat die Erhöhung der Bevölkerungszahl einen gewissen Anstieg des Konsums und damit eine Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zur Folge, es ist jedoch sehr naiv, zu glauben, daß dieser Anstieg des Bedarfs an Arbeitskräften proportional zur Erhöhung der Bevölkerungszahl verläuft.
Das würde stimmen, wenn es nur eine bestimmte feste Menge von Arbeit in Deutschland gibt, die sich auch mit mehr Kinder nicht erhöhen würde. Dies ist aber absolut falsch. Zum zweiten hast Du im Schlimmsten Fall höchstens dieselbe PROZENTZAHL an Arbeitslosen, nicht die absolute Zahl. Dh. bei 10% Arbeitslosen werden im schlimmsten Fall auch die dann kommenden Babys nur zu 10% arbeitslos sein, der Rest findet Arbeit. Da aber mit viel mehr Menschen auch mehr Konsum nötig ist, würde die ARbeitslosenzahlen sicher schon durch die vermehrten Geburten sinken.
Im übrigen, wie Du weißt, bin ich ohnehin der Überzeugung, daß die jetzigen Arbeitslosenzahlen in 5 Jahren Geschichte sind und wir wieder zur Vollbeschäftigung zurückkehren. Schon weil viele aus dem Arbeitsprozeß ausscheiden und wenige nachrücken.
Helfen würde wohl auch, wenn Unterhaltszahlungen für Kinder gerecht nach tatsächlichem Bedarf des Kindes festgelegt werden würden. Und wenn Unterhaltsansprüche für Ex-Partner nach Scheidungen abgeschafft werden würden. Solange Männer befürchten müssen, als Zahlsklaven abgezockt zu werden, wird sich ihre Neigung dazu, eine feste Bindung mit einer Frau einzugehen und mit dieser Frau auch Kinder zu zeugen, wohl nicht gerade verstärken.
Langsfristig (leider) wird es auch in den Köpfen unserer Politiker eindringen, daß zum babymachen immer zwei gehören!
gesamter Thread:
- SPIEGEL-TITEL der vergangenen Woche -
Nick,
10.01.2004, 16:44
- So sag ich Dir: ich kann mich nicht erinnern -
Sam,
10.01.2004, 17:01
- DER SPIEGEL vor gut 3 Jahren - Nick, 10.01.2004, 18:38
- In Puncto "Justiz" und "Schleudersitz" - mal etwas fundamentaler betrachtet - Nick, 10.01.2004, 18:53
- Die "Ressource" Baby -
Sven,
11.01.2004, 12:59
- Absolut richtig, Sven! (n/t) - Andreas, 11.01.2004, 15:52
- Re: Die "Ressource" Baby -
Odin,
11.01.2004, 17:22
- Re: Die "Ressource" Baby - gaehn, 12.01.2004, 12:05
- Re: SPIEGEL-TITEL der vergangenen Woche -
Garfield,
12.01.2004, 13:41
- Re: SPIEGEL-TITEL der vergangenen Woche -
Odin,
12.01.2004, 19:46
- Re: SPIEGEL-TITEL der vergangenen Woche - Garfield, 13.01.2004, 15:42
- Re: SPIEGEL-TITEL der vergangenen Woche -
Odin,
12.01.2004, 19:46
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Sam,
10.01.2004, 17:01