Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re:Satire?

XRay, Tuesday, 25.11.2003, 23:25 (vor 8108 Tagen) @ Rudi

Als Antwort auf: Re: Morgen Brötchenboykott für Männer in Bremen von Rudi am 25. November 2003 21:00:37:

Kommt geschlechtsneutral daher?

Thema: Gesellschaft & Politik
Heiße Brötchen
Gewalt kommt nicht in die Tüte!

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November führt die Gleichstellungsstelle eine "gewaltige" Aktion durch.

"Wer schwach ist, schlägt; wer stark ist, redet!"
Dr. Henning Scherf, Präsident des Senats Bremen

Wenn Sie heute ihre Frühstücksbrötchen beim Bäcker holen, dann werden Sie vielleicht über das "neue" Design der Papiertüte stolpern. In 350 Bremer und Bremerhavener Bäckereinen und Konditoreien wird mit dem Aufdruck "Gewalt kommt nicht in die Tüte" auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht.
Durchgeführt wird diese Aktion von der Gleichstellungsstelle, unterstützt wird sie von Bäckereien, Senat, Polizei, Radio Bremen und bekannten Bremer Persönlichkeiten.
80.000 Brötchentüten wurden gedruckt, um am Dienstag unter die Leute gebracht zu werden.

"Wer liebt, schlägt nicht!"
Andreas Hoetzel, Journalist Radio Bremen

Gewalt gegen Frauen ist immer noch ein Tabu-Thema. Durch die Aktion sollen Bremerinnen und Bremer auf Gewalt in der Nachbarschaft aufmerksam werden und Mut machen, sich an Polizei und Beratungsstellen zu wenden. "Zivilcourage" lautet das Zauberwort. Wer mitbekommt, dass in der Nachbarschaft geschlagen wird, der sollte nicht zögern, sondern die Polizei benachrichtigen. Wer nicht handelt, deckt höchstens die Täter.

"Gewalt betrifft uns alle! Wegsehen und schweigen heißt Täter schützen!"
Jörg Schulz, Oberbürgermeister Bremerhaven

In jeder dritten Beziehung in der Bundesrepublik wird Gewalt ausgeübt. Etwa jede fünfte Frau wird im Laufe ihres Lebens sexuell missbraucht, statistisch gesehen werden jährlich 4 Mio. Frauen in Deutschland mit körperlicher und sexueller Gewalt konfrontiert. Gewalt hinterlässt Schäden in Körper und Seele, die sich auf alle Familienmitglieder auswirken. In etwa 80 Prozent dieser Familien leben Kinder, deren Werte, Normen und Verhaltensweisen sich noch in der Entwicklungsphase befinden. Letztlich tragen sie die Gewalt, die sie in der eigenen Familie erlebt haben, in die Gesellschaft hinaus.

"Wir zeigen Gewalt die rote Karte!"
Dr. Franz Böhmert, Aufsichtsratsvoritzender SV Werder

Seit 1981 wird der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen.
Historischer Hintergrund für diesen Aktionstag war die Verschleppung, Vergewaltigung und Ermordung dreier Frauen in der Dominikanischen Republik. In Bremen und anderen Städten finden anlässlich des 25. November verschiedene Veranstaltungen statt.

"Gewalttätig? Wir sind gegen Gewalt tätig!"
Eckart Mordhorst, Polizeipräsident Bremen

Prügelnde Männer dürfen durch Polizeibeamte der Wohnung verwiesen werden. Dies ermöglicht Paragraph 14 a des Bremischen Polizeigesetzes. Seit dessen Inkrafttreten vor zwei Jahren wurden bereits in 166 Fällen "häuslicher Beziehungsgewalt" Männer durch das sogenannte "Wegweisungsrecht" der Wohnung verwiesen. In nur zwei Fällen waren Frauen der "schlagfertige" Partner in der Beziehung.

Die gesamte Aktion wurde von der Gleichstellungsstelle finanziert und dank viel Zuspruch und tatkräftiger Unterstützung wurden die Semmeltüten bedruckt und verteilt. Warum nun ausgerechnet beim Bäcker?
"Ganz platt gesagt ist Gewalt leider so normal, wie jeden Morgen Brötchen holen," erklärt Ulrike Hauffe, Bremer Landesbeauftragte für Frauen. Hoffentlich finden die Papiertüten eine weite Verbreitung, damit in Zukunft nicht mehr weggeschaut wird.

von Katja Messinger, 24.11.2003

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