Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Maesi

Marie Juana, Sunday, 09.11.2003, 12:44 (vor 8124 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Laecherlichmachen als Form von verbaler Gewalt von Maesi am 07. November 2003 18:12:13:

Er klammerte sich aber in seiner Not halt an jeden Strohhalm, der sich ihm bot; und sei es auch nur durch das (an sich absurde) Besetzen eines Krans in einem Spiderman-Kostuem. Seine Tat geschah aus einer Situation der Schwaeche heraus - einer Schwaeche gegenueber einer institutionalisierten Gewalt,
*****
hallo Maesi,
nun, du scheinst derrick zu mögen, ich auch-aber als satire-pur.
es gibt ein altes kinderspiel: *ich sehe was, was du nicht siehst* und dein posting hat das uralte *macht-und ohnmachtsgefühl* durchaus im blick.
nur, und da gehe ich einen schritt weiter, ist diese aktion eine szene aus einer tragischen komödie, die das elend eines *ohnmächtigen* spiegelt.

eigentlich ist es zum heulen und nicht zum *beifall-klatschen*, wie hier der mann sein *ohnmachtsgefühl* in *macht* verwandelt.
ich denke nicht, dass er in dieser situation an sein kind dachte, wahrscheinlich nur an sich selbst, seine wunden und seine ohnmacht. aber das ist legitim und menschlich verständlich.
nur jetzt beginnt die *instrumentalisierung*, denn das persönliche problem (es gibt auch fälle, wo das umgangsrecht ohne probleme verläuft)wird ihm aus der hand genommen und wird gegenstand einer auseinandersetzung, in der auch extreme positionen laut werden.
solche instrumentalisierungen können doppelt problematisch werden; auf der einen seite, weil auf der handlungsebene der individuelle spielraum enger wird-auf der anderen seite, weil sich das ohnmachtsgefühl verstärken kann.

aber man stand ja wie prometheus auf und kämpfte gegen die götter,man kraxelte in windiger höhe auf einen kran und zeigte sich der welt als spiderman.
das ist tragisch, denn die welt wird ihn kreuzigen und diejenigen, die laut beifall-klatschen werden sein problem zerfleddern, entindividualisieren und somit in den mülleimer gängiger phrasen werfen.

ich bin nicht so skeptisch wie du, wenn es um die `guten ratgeber´geht, denn es wäre besser gewesen, ruhig und beharrlich auf dieses gerichtlich zugestandene umgangsrecht zu bestehen und zu vesuchen, es zu ermöglichen.
was sich jetzt abzeichnet, ist gerade das gegenteil. man hört stimmen von renomierten anwälten, die seine chancen auf ein umgangsrecht negativ sehen, da er ja zu *extremen positionen* neigt.

im übrigen freut es mich, dass du mich nicht gleich als *charakterkrüppel* bezeichnet hast.

marie juana


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