Re: mal ein vorschlag zum thema sex
Als Antwort auf: Re: mal ein vorschlag zum thema sex von gaehn am 19. August 2003 10:49:05:
Hallo gaehn!
"arbeitslose gibts immer."
Nicht immer - aber immer öfter...
"...ich halte kinder trotzdem für notwendig..."
Ich meinte auch nicht, daß sie nicht notwendig sind. Ohne Kinder sterben wir aus. Man kann allein durch höhere Geburtenzahlen aber nicht das Rentenproblem lösen.
"...kinder haben nicht nur die aufgabe zu erwirtschaften sondern sie müssen auch verbrauchen das ist ein faktor den du meiner meinung nach nicht so richtig berücksichtigst."
Doch, schon. Nur wieviel kann jemand konsumieren, der nicht erwerbstätig ist und somit auch kein eigenes Einkommen hat? Klar wird Sozialhilfe auch verkonsumiert. Aber das bringt der Gesellschaft unter'm Strich keinen Nutzen, da sie die Mittel dafür ja auch wieder aufbringen muß.
Eine Erhöhung der Geburtenzahlen kann nur dann positiv wirken, wenn gleichzeitig auch die Arbeitslosigkeit reduziert wird, und zwar idealerweise auf einen Wert nahe 0.
"...mhm die niederlande machen es vor. ich bin da ehrlich gesagt skeptisch. mag sein das die ansätze da sind, aber ingesamt sehe ich in europa ein festhalten an sozialstaaten. das was die niederlande und co. in meinen augen machen ist nichts weiter als zu versuchen den sozialstaat mit einschnitten am leben zu erhalten."
Sozialstaat ist ja an sich nichts Schlechtes. Man muß nur darauf achten, daß er nicht zu sehr ausufert. Wenn beispielsweise jemand aus den deutschen Sozialkassen 6 Monate lang eine Wohnung am Strand von Florida finanziert bekommt, ist das ein deutliches Anzeichen dafür, daß die Sozialgesetze über das Ziel hinausschießen.
Weiterhin muß man auch dafür sorgen, daß diejenigen, die sich auf Kosten der Gesellschaft eine goldene Nase verdienen, auch angemessen an den Sozialkosten beteiligt werden. In Deutschland läuft alles darauf hinaus, immer mehr Kosten auf Lohn- und Gehaltsempfänger abzuwälzen, während die Realeinkommen stagnieren oder sogar sinken.
Der sogenannte "Arbeitgeberanteil" beispielsweise wird selbstverständlich von den Arbeitern und Angestellten in voller Höhe erarbeitet. Er ist tatsächlich so eine Art inoffizieller Bestandteil des Lohnes oder Gehaltes. Wenn man nun irgendwelche Beiträge senkt und dafür den Lohn- und Gehaltsempfängern mehr Kosten aufbürdet, bedeutet das, daß sie zwar ein wenig mehr Geld netto herausbekommen, häufig aber noch mehr zusätzlich aufwenden müssen, um z.B. Medikamente zu kaufen, für's Alter vorzusorgen usw. Ihre Lebenshaltungskosten steigen also stärker als ihre Einkommen. Der eingesparte Teil des "Arbeitgeberanteils" ist für sie dann auch verloren. Das können sich die Unternehmen dann als Zusatz-Profit einsacken.
Fair wäre z.B., bei der Rente den sogenannten "Arbeitgeberanteil" abzuschaffen, aber nicht etwa, indem man ihn komplett den Unternehmen schenkt, sondern indem er als offizieller Bestandteil des Lohnes oder Gehaltes in eine betriebliche oder private Rentenversicherung eingezahlt wird.
So ähnlich läuft das nämlich in Holland. Da besteht die Rente im Wesentlichen aus drei Teilen: Erstens eine staatliche Rente zur Grundversorgung. Dann eine betriebliche Rente, und dann noch die private Rente, die zusätzlich abgeschlossen werden kann.
Das ist aber nicht der wesentliche Unterschied zum deutschen Rentensystem. Der wesentliche Unterschied besteht darin, daß in Holland alle Rentenbeiträge - also auch die staatlichen - sinnvoll angelegt werden.
In Deutschland passiert das so nämlich nicht. Wir leben hier von der Hand in den Mund. Der größte Teil der gezahlten Beiträge wird sofort wieder als Renten ausgezahlt und kann somit keine Zinsen bringen. Es gibt zwar eine Rücklage, die natürlich Zinsen bringt. Aber das ist eine vergleichsweise geringe Summe, die obendrein vor ein paar Jahren auch noch halbiert wurde.
Deshalb bricht in Deutschland auch alles zusammen, wenn die Arbeitslosigkeit zu hoch wird. In Holland ist das kein Problem. Wenn da jemand Rentenbeiträge gezahlt hat, dann wird das Geld angelegt, bringt Zinsen, und dadurch ist die Rente in jedem Fall sicher. Da müßte schon das gesamte Finanzsystem zusammen brechen, um die Renten unsicher zu machen.
Problematisch ist in Deutschland auch, daß viele betriebliche Renten ähnlich mies abgesichert sind wie die staatliche Rente. Manche Unternehmen haben Betriebsrenten eingeführt, um Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden, und oft wurde dabei gar nicht vernünftig kalkuliert. So besteht die Gefahr, daß Unternehmen die irgendwann auszuzahlenden Betriebsrenten gar nicht finanzieren können und dadurch vielleicht sogar in den Ruin getrieben werden. Manchmal wird dieses Risiko durch Versicherungen abgefangen - manche Unternehmen glaubten aber, sich die Beiträge dafür sparen zu können.
Im "stern" hab ich vor einiger Zeit ein interessantes Konzept gelesen. Da wurde vorgeschlagen, das deutsche Rentensystem nach holländischem Vorbild umzubauen. Wenn man das jetzt tun würde, müßten Rentner und Beitragszahler so ca. 7-10 Jahre lang relativ geringe Einbußen bzw. zusätzliche Kosten hinnehmen. Danach wären aber genügend Rücklagen da, um das Geld einfach arbeiten zu lassen und allein dadurch die Renten für die Zukunft zu sichern. Obendrein müßte der Staat dann bald auch keine Steuergelder mehr in die Rentenkasse pumpen.
Wenn wir das noch weiter hinausschieben, dann wird so ein Umbau des Systems weit schmerzhafter. Denn es wird in Zukunft immer mehr Rentner und immer weniger Erwerbstätige geben.
Freundliche Grüße
von Garfield
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pit b.,
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