Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Silke, Saturday, 16.08.2003, 00:19 (vor 8209 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Jungen brauchen auch männliche Pädagogen von Bruno am 15. August 2003 12:08:58:

Mal eine Frage zu meinem besseren Verständnis:

Wenn - nur mal angenommen, die Welt stünde also plötzlich Kopf und Männer hätten wieder alle Möglichkeiten der freien Entfaltung und blieben von Sexismus und Diskriminierung tatsächlich verschont - wenn also die Maßnahmen zur Erhöhung der Männerquote in erziehungswissenschaftlichen Jobs (sprich hier: Lehramt) gefördert würden ... woher nehmen wir dann die männliche Lehrkraft?

Zu eurem/deinem besseren Verständnis:

Ich gehöre selbst dieser Berufsgruppe an, schon einige Jahre, um genau zu sein. Ich bin also kein ganz so ahnungsloser Frischling in diesem "Gewerbe" (man gewöhnt sich an abfällige Bemerkungen erstaunlich schnell ...) und frage mich deswegen ernsthaft, ob tatsächlich fehlende Fördermaßnahmen der Knoten in dieser Geschichte sind. Mir ist keine männliche Lehrkraft bekannt, die "wegen einer Frau" den Job nicht bekommen hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Männer haben keinen Bock auf den Job. Lag der Männeranteil während meiner Referendarzeit noch bei 30%, so sank er urplötzlich mit Ausgabe der Examenszeugnisse auf die Hälfte. Den Jungs war der Job einfach zu blöde. "Was soll ich mich mit den besch... Kindern rumärgern? Wird ja doch nur noch schlimmer, ich mach jetzt was Neues ..." Der eine Kandidat wurde freischaffender Künstler (er war ja auch begnadet!), der andere machte noch fünf weitere Trainerscheine, der nächste ging doch zu Pappa in die Firma.
Kein Märchen, kein Witz, keine Erfindung, einfach nur Erfahrungen.

Also nochmal: Woher nehmen wir die willigen männlichen Lehrkörper?

Ich glaube auch, dass der Schülerschaft die männliche "Hälfte" fehlt. Es wäre einfach eine rundere Sache, vor allem auch glaubwürdiger für die Kids. Aber Frauen sind in der Schule oftmals die "Alleinerziehenden" - seltsamerweise haben sie doch in den allermeisten Fällen einen männlichen Chef vor der Nase ... Komisch, komisch. *Kleine Anmerkung, die ich mir trotz der intendierten Wertfreiheit nicht verkneifen KANN!*
Solange der Job aber für normalsterbliche Pädagogen (diejenigen ohne Größenwahn) so offensichtlich unattraktiv ist, wird sich wohl wenig ändern. Ich kann zwar den Bauern subventionieren, aber ob die Kuh deswegen mehr Milch gibt, weiß keiner.

Ich habe eine Bitte: Mein Posting hat eine wirklich wertfreie Intention. Ich möchte es gerne als Diskussionsgrundlage wissen, weniger gerne als Plattform für Aggressionen (jene welche ich nämlich nicht schüren will, aber vor eben denen man bzw. frau hier echt Angst haben muss ...).

*HändeübernKopfhebt*

Ohhh... ja, ein PS muss noch her, bevor ich als unprofessionell enttarnt werde:

PS: Natürlich gibt es arbeitslose Lehrer, genau wie es arbeitslose Lehrerinnen gibt. In diesen Fällen sollte man - und das gilt für beide Geschlechter - sowohl nach Unterrichtsfächern als auch nach der (für die Einstellung wirklich nicht unwichtigen) Note fragen ...

PPS: Ja, mir ist klar, dass Frauen per se die besseren Noten bekommen, weil sie die hübscheren Titten haben ...


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